Berufsmaturanden schicken Wettersonde in die Stratosphäre

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Pascal Schmid (links) mit den Überresten des Ballons und dem Fallschirm. Jonas Erni hält die Styroporkiste mit der Sonde, die in 31 000 Kilometer Höhe Wetterdaten sammelte. Bilder: Marc Benedetti
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Die Radiosonde (rechts) mit integriertem GPS_Modul haben die beiden entwickelt und gebaut.

Die Surseer Jonas Erni (24) und Pascal Schmid (22) haben als interdisziplinäre Projektarbeit eine sogenannte Radiosonde zur Messung von Temperatur, Luftfeuchte und Druck entwickelt und gebaut. Sie schickten diese in die Stratosphäre. Für ihr Projekt sind die Berufsmaturanden diesen Sommer von der Hochschule Luzern – Technik & Architektur für die beste technisch-naturwissenschaftliche Arbeit mit der Note 6 gewürdigt und prämiert worden. Jonas Erni ist gelernter Anlage- und Apparatebauer, Pascal Schmid hat Konstrukteur gelernt. Beide absolvieren berufsbegleitend die Berufsmaturität am Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe in Luzern (BBZB). 

«Die Idee zu unserem Thema entstand bei der Heimfahrt von Luzern nach Sursee», erzählt Pascal Schmid, «wir wollten ursprünglich ein Foto aus der Stratosphäre schiessen und die Welt einmal von oben sehen.» Die Stratosphäre ist die zweite Schicht der Erdatmosphäre und erstreckt sich bis zirka 50 Kilometer über der Erde. «Es war zuerst nur ein Spass. Doch die Idee stellte sich als Thema mit viel Potenzial heraus», sagt Jonas Erni. Nur ein Foto zu schiessen, war dann zu simpel für eine Projektarbeit. 

Durch Recherchen seien sie auf die ursprüngliche wissenschaftliche Verwendung von Wetterballonen zur Radiosondierung gestossen. Eine Radiosondierung ist ein Messverfahren in der Meteorologie, bei der eine Messsonde mittels eines Wetterballons durch die Erdatmosphäre aufsteigt. Die Messsonde erfasst die Wetterdaten beim Aufstieg. Daraus entsteht ein spezielles Diagramm. In der Schweiz werden zweimal täglich solche Messungen durchgeführt. 

Die Berufsmaturanden eigneten sich Fachwissen zur Meteorologie an. Fachliteratur in deutscher Sprache war schwierig aufzutreiben. Das Internet half. «Das Thema ist relativ schlecht dokumentiert», sagt Pascal Schmid. Vor der Radiosondierung berechneten sie die Flugbahn mit den nötigen Parametern. Zudem informierten sie sich beim Bundesamt für Zivilluftfahrt über die Gefahren und informierten Skyguide. Der Ballon musste mit einem nicht brennbaren Gas gefüllt werden (Helium). Sie durften nicht nahe eines Flughafens starten und ein Gewicht von maximal zwei Kilo war einzuhalten. Das Objekt, das sie in den Himmel schicken wollten, bestand aus einer Styroporkiste mit der von ihnen konstruierten Radiosonde und einem GPS-Tracker. Zudem integrierten sie ein Handy für Fotos. Weil die Temperatur in der Stratosphäre minus 50 Grad beträgt, fügten sie Wärmepad hinzu. 

Start im Baselbiet und Landung in Obwalden 

Der grosse Tag der Surseer war der 30. Dezember 2019. Auf einem flachem Gelände in Aesch (BL) starteten sie ihr Flugobjekt um 11.29 Uhr. Nach rund zweieinhalb Stunden landete es – zurück aus rund 31 000 Kilometer Höhe –per Fallschirm in einem schwer zugänglichen Waldgebiet bei Kerns (OW). Die beiden fuhren hin, montierten Wanderschuhe und suchten die Sonde. Sie stellten fest, dass sie in einem hohen Baum festhing. Der lokale Forstbetrieb half und holte das Objekt für die Luzerner von der Tanne. 

Zuhause werteten Schmid und Erni die Daten aus und schrieben einen Bericht. «Voller Stolz können wir berichten, dass unser Projekt ein voller Erfolg war», heisst es darin. «Das war nicht selbstverständlich, da wir für unser Projekt nur einen Versuch hatten. Das Aussetzen des GPS-Trackers oder eine Landung in unzugänglichem Gebiet hätte ausgereicht für ein Misslingen.» Die Fachhochschule der Zentralschweiz (HSLU) lobt das Projekt: «Die Radiosonde mit GPS-Modul funktioniert einwandfrei», schreibt sie, «der Jungfernflug hat gezeigt, dass ihre Wetter-Messdaten gut mit den Referenzdaten von MeteoSchweiz übereinstimmen.» Der einzige Wermutstropfen: Das mit dem Foto klappte nicht. «Das Handy hat leider abgeschaltet», sagt Erni. In der Zukunft wollen die jungen Tüftler einen zweiten Versuch wagen. 

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