So viele Litterer werden im Aargau gebüsst – welche Regionalpolizei am meisten Abfallsünder bestraft

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Im Aargau wurden 41 Litteringsünder gebüsst, 19 davon durch die Regionalpolizei Wettingen-Limmattal. © Key/Symbolbild

Wer unachtsam einen Zigarettenstummel wegwirft, die Bierdose oder den Plastiksack im Park liegenlässt, schadet nicht nur der Umwelt und dem Gemüt ordnungsliebender Mitmenschen, sondern unter Umständen auch seinem Portemonnaie. Seit Beginn des Jahres gilt im Aargau eine neue Littering-Verordnung. Diese ermöglicht es, Abfallsünder mit 300 Franken zu büssen.

Mittels einer Interpellation wollten fünf Grossräte nun in Erfahrung bringen, wie viele solcher Littering-Bussen inzwischen ausgesprochen wurden. Die Antwort des Kantons: «Vom 1. Januar 2020 bis am 12. Mai 2020 haben die Regionalpolizeien im Kanton Aargau insgesamt 41 neurechtliche Littering- Ordnungsbussen ausgestellt.»

Mehr Littering – oder eine achtsamere Polizei?

Die Hochburg der Littering-Bussen ist demnach die Region Wettingen. Das Onlineportal «Wettiger Nochrichte» zitiert Gemeindeammann Roland Kuster (CVP), wonach fast die Hälfte dieser Bussen durch die Regionalpolizei Wettingen-Limmattal ausgesprochen wurden. Kuster bestätigt dies auf Anfrage und nennt die Zahl von 19 Littering-Bussen im erwähnten Zeitraum.

Gibt es im Raum Wettingen im Vergleich zu anderen Regionen mehr Littering, oder ist die Polizei schlicht achtsamer als anderswo? Das sei schwer zu beurteilen, sagt Kuster, «aber natürlich haben wir pflichtbewusste Regionalpolizisten, die dem Thema vielleicht mehr Beachtung schenken als ihre Kollegen in anderen Regionen».

Einen speziellen Auftrag der Gemeinde habe die Polizei indes nicht erhalten. Littering trete vor allem in grösseren Agglomerationen auf. Und zum Gebiet der Regionalpolizei Wettingen-Limmattal zählen eben auch Gemeinden wie Neuenhof und Spreitenbach – neben den weniger problematischen Bergdietikon, Würenlos und Killwangen.

Eine grosse Herausforderung ist es, dass Littering-Sünder quasi in flagranti ertappt werden müssen. Die Präsenz der uniformierten Polizei habe zwar eine gewisse präventive Wirkung. Diese beschränke sich jedoch auf die Sichtweite und ist somit lokal sehr begrenzt, sagen sowohl Kuster wie auch der Regierungsrat.

Den Nachahmer-Effekt in den Hotspots unterbinden

Die Erfahrung zeigt auch, dass es einen Nachahmer-Effekt gibt: An Orten, wo bereits Abfälle sichtbar sind, werden vermehrt zusätzliche Abfälle liegengelassen. Deshalb wird ein grosser Aufwand betrieben, sensible Plätze sauber zu halten. An gewissen Orten ist der Wettinger Werkhof täglich unterwegs. Zudem wird versucht, in Hotspots wie etwa Parks die Bevölkerung zu sensibilisieren, indem man sie direkt auf die Problematik und die möglichen Bussen anspricht.

Bussen darf bisher nur die Polizei aussprechen. Dies könnte sich bald ändern. Der Regierungsrat soll neu neben Polizeiorganen auch weitere Behörden bestimmen können, welche Ordnungsbussen erheben dürfen. Dies könnte ab Juli 2021 der Fall sein.

«Die entsprechenden Personen müssten haupt- oder nebenamtlich in die kantonale oder eine kommunale Verwaltungsorganisation eingegliedert sein», schreibt der Regierungsrat in der Antwort auf die Interpellation. «In Wettingen könnten das die Mitarbeiter des Werkhofs übernehmen», sagt Kuster.

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