Reiden von A bis Z – von A wie Aecherli-Museum bis Z wie Zauberbrunnen

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Beliebter Einachser der Marke Aecherli im Aecherli-Museum Reiden (Bild: Claudia Walder)

A wie Aecherli-Museum 

Im Aecherli-Museum erhalten Besucher Einblick in die Tätigkeiten der ehemaligen Maschinenfabrik Aecherli. Die Firma Aecherli gehörte bis zu ihrer Schliessung 1987 über Jahrzehnte zu den führenden Schweizer Landmaschinen-Herstellern. Ein paar Interessierte sorgten dafür, dass dieses Stück Industriegeschichte der Nachwelt erhalten bleibt. 

B wie Badi 

Die Sanierung der Infrastruktur war viele Jahre ein Politikum. Erst im März letzten Jahres sagten die Stimmbürger Ja zur Sanierung der Anlage für 7,3 Millionen Franken. Teile der Aussenanlage sind mittlerweile erneuert und das Freibad war diesen Sommer unter bestimmten Corona-Bedingungen geöffnet. Seit Ende April schreiten nun die Sanierungsarbeiten im Hallenbad voran. Die Wiedereröffnung ist für Anfang Dezember geplant. 

C wie Cannabis 

Im Untergeschoss einer Mehlsecker Gewerbeliegenschaft betreibt die swiss hemp Hinterland GmbH eine grosse Indoor-Produktionsstätte für CBD-Cannabis. Seit rund vier Jahren werden dort Hanfstecklinge gezüchtet und angebaut. Nach einer dreimonatigen Aufzuchtphase werden die Pflanzen dann in Zusammenarbeit mit regionalen Landwirten auf deren Äckern angebaut. Das CBD-Cannabis aus Mehlsecken wird in der Pharmaindustrie oder der Tabakbranche verwendet. 

D wie Denkmal 

Eine Gedenkstätte für den berühmtesten Reider befindet sich in der Nähe der Schulhausanlage Johanniter/Pestalozzi. Der Ehrenbürger Dr. Benno Walter Gut wurde 1897 im sogenannten Fiechter-Haus geboren. Er durchlief alle Stationen eines Benediktiner-Ordenslebens. 1947 wurde er deren Abt in Einsiedeln und 12 Jahre später Abtprimas. Schliesslich wurde er 1967 unter Papst Paul VI zum Bischof und später zum Kardinal ernannt. Mit der Reider Bevölkerung blieb Dr. Benno Walter Gut stets verbunden. Er starb 1970 in Rom. Ihm zu Ehren wurde das Denkmal, bestehend aus drei Stelen, errichtet. 

E wie Ehrenbürger 

An einem Volksfest im März 2005 ernannte Richenthal zwei neue Ehrenbürger: Ruth Metzler-Arnold und Sales Kleeb. Die ehemalige Bundesrätin Ruth Metzler-Arnold hat familiäre Wurzeln in Richenthal und pflegte eine rege Verbindung zur Heimat ihrer Vorfahren. Der Musiker und Komponist Sales Kleeb ist in Richenthal geboren und war dort auch mehrere Jahre als Lehrer tätig. 

F wie Fusion 

Die Stimmbürger von Reiden, Richenthal und Langnau beschlossen bei einer Urnenabstimmung am 25. Januar 2004 die Fusion. Der Abstimmung waren heftige Diskussionen und Stimmungsmache vorausgegangen. Vor allem in Langnau und Reiden formierten sich Gegnerkomitees. Letztlich fiel das Ja aber in allen drei Gemeinden deutlich aus. Am 1. Januar 2006 schlossen sich die drei Dörfer Reiden, Richenthal und Langnau zur neuen Gemeinde Reiden zusammen. 

G wie Golf 

Vor mehr als 25 Jahren lancierte die Familie Arnold in Reiden – nicht weit entfernt von der Autobahnausfahrt Reiden – eine Driving Range. Arnolds suchten damals gezielt nach einem zweiten Standbein neben dem Bauernbetrieb. Die besonders bei Anfängern beliebte Anlage «Golf Wiggertal» bietet heute neben der Driving Range eine 6-Loch-Anlage. Zudem wird Golfunterricht angeboten. 

H wie Heim 

Die Einweihung des kombinierten Alters- und Pflegeheims Feldheim 1990 stellte einen wichtigen Marchstein im sozialen Netz der Gemeinde dar. Durch die Lage im Dorf entsteht eine lebendige Verbindung zur Dorfbevölkerung. Geführt wird das Heim seit 2004 durch den neuen Gemeindeverband Regionales Alters- und Pflegezentrum Feldheim, welcher durch den Zusammenschluss der zwei bisherigen Verbände entstand. Zehn Gemeinden des unteren Luzerner Wiggertales sind im Verhältnis zu ihrer Einwohnerzahl beteiligt. Der Ausbau des Heimes ist im Gange. 

I wie Industrie 

Rund 2600 Arbeitsplätze gibt es in der vereinigten Gemeinde Reiden. Das Gewerbe ist in allen Dorfteilen angesiedelt, die Industrie ist in Reiden und in Langnau gut vertreten. Die Reider Industrie konzentriert sich vor allem auf das Arbeitsgebiet Nord. Dieses wurde durch den Bau der Industriestrasse erheblich aufgewertet, verfügt über Bahnanschluss und liegt in der Nähe zum Autobahnanschluss. Weitere Industriegebiete befinden sich an der Werkstrasse und im Unterwasser. Die Industriegebiete in Langnau befinden sich in der Bruggmatte an der Wiggerbrücke nach Reiden und auf der Kreuzmatte in Mehlsecken. 

J wie Johanniter-Kommende 

Sie ist das eigentliche Wahrzeichen von Reiden: die Johanniter-Kommende. Ihr Erkennungszeichen, das achtzinkige weisse Johanniterkreuz auf rotem Grund, ist auch im Gemeindewappen zu erkennen. Ursprünglich soll auf dem Kommendehügel die kleine Burg der Edlen von Reiden gestanden haben. Um 1280 übernahm der Johanniterorden den Sitz. Seit 1951 gehört die Kommende der katholischen Kirchgemeinde und wurde in zwei Etappen umfassend restauriert. Heute ist das ehemalige Pfarrhaus auf der Kommende privat vermietet. Die Räumlichkeiten können zudem für Anlässe gemietet werden. Ausserdem sind zivile Trauungen in der Ritterstube oder der Kornschütte möglich. Regelmässig veranstaltet der 1998 gegründete Verein Verein Kultur und Kontakte in der Kommende (KKK) diverse Anlässe. 

K wie Kurhaus 

Schon vor über hundert Jahren wussten die Menschen die Gegend um Richenthal zu schätzen und suchten Erholung im ehemaligen Kurhaus. Dieses geht auf die Gründung durch den Richenthaler Naturheilarzt Vinzenz Blum im Jahr 1902 zurück. Blum hatte in Bad Wörishofen Sebastian Kneipps Naturheilverfahren kennen gelernt und gründete darauf in Richenthal eine Heilanstalt. Um mittellosen Kranken einen Kuraufenthalt zu ermöglichen, wurde der Vinzentiusverein gegründet. In der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg erlebte der Kurbetrieb einen nie erwarteten Aufschwung. Der Naturheilarzt und Direktor Vinzenz Blum betrieb die Wasserheilanstalt bis in die dreissiger Jahre. Unter Blums Nachfolger nahm der eigentlich Kurbetrieb immer mehr ab, bis er nach rund fünfzig Jahren beinahe von selber erlosch. Das Kurhaus wurde als Hotel weiterbetrieben und erfuhr in den siebziger Jahren eine Renovation. Bis 2012 fanden Seminare, Tagungen und verschiedene Anlässe im Park-Hotel statt. Auf dem Areal des ehemaligen Kurhauses ist mittlerweile eine Überbauung mit vier Mehrfamilienhäusern entstanden. Die Zimmer im Park-Hotel werden heute an Monteure und Handwerker, die vorübergehend in der Schweiz weilen, vermietet. 

L wie Langunouva 

Erstmals erwähnt wurde die Gemeinde Langnau bei Reiden unter dem Namen Langunouva in einer Urkunde der Fraumünsterabtei Zürich, deren Besitzrechte darin bestätigt wurden. Erst im Jahr 1846 wurde Langnau bei Reiden eine selbständige Gemeinde, als sich Richenthal abspaltete. 1856 wurde Mehlsecken in die Gemeinde Langnau eingegliedert. 

M wie Mammutfund 

Vor fast 450 Jahren gab ein ungewöhnlicher Fund in Reiden zu reden. Unter einer vom Sturm entwurzelten Eiche kamen im Sommer 1577 ausserordentlich grosse Knochen zum Vorschein. Der Fund wurde von einem bekannten Basler Arzt als Skelett eines 5,6 Meter grossen Riesen gedeutet. Über 200 Jahre waren die Luzerner stolz, von einem Riesengeschlecht abzustammen, und feierten den «Riesen von Reiden». Auf der Luzerner Kapellbrücke wurde ihm gar ein Denkmal gesetzt. Der Riese ist auf dem ersten Brückenbild abgebildet. Die sagenhafte Geschichte begann 1799 zu bröckeln. Ein deutscher Professor bestimmte den Knochen als Überreste eines Mammuts. Trotzdem ist der «Riesenknochen» nach wie vor eine Sensation: Es handelt sich dabei um den ersten Mammutfund in der Schweiz. Die Knochen sind im Natur-Museum Luzern ausgestellt. 

N wie Natur 

Ende August war es so weit: Der Verein Natur Reiden wurde aus der Taufe gehoben. Der neu gegründete Naturschutzverein hat es sich zum Ziel gesetzt, Personen aus und rund um Reiden zu animieren, sich aktiv für die Natur einzusetzen und Gutes zu tun für die Natur. Zudem wird der Verein gewisse Naturprojekte in der Gemeinde betreuen und sich um diverse Naturschutzanliegen kümmern. Das Thema Naturschutz scheint bei der Reider Bevölkerung auf offene Ohren zu stossen: Bereits haben sich rund 90 Interessierte beim neuen Vereinsvorstand gemeldet. Rund ein Viertel der Interessenten in Reiden sind Kinder. 

O wie Ortsgeschichte 

Das Dorfmuseum Langnau-Mehls-ecken-Reiden widmet sich der Geschichte der Ortsteile Langnau und Mehls-ecken. Es befindet sich im alten Schulhaus Mehlsecken und wurde im Dezember 2015 eröffnet. Das Dorfmuseum entstand aus der Sammlung von Heinrich Häfliger, der über Jahrzehnte Ansichtskarten, Bilder und Gegenstände zur ehemaligen Gemeinde Langnau sammelte. Geführt wird das Dorfmuseum Langnau-Mehlsecken vom gleichnamigen Verein. 

P wie Pfadiheim 

Oberhalb von Reiden, in einer Waldlichtung, liegt das Pfadiheim. Schon viele Mädchen und Knaben aus der ganzen Schweiz durften hier ihre Ferien oder Kurstage verbringen. Es wurde 1961 erstellt und in mehreren Etappen ausgebaut. Die letzte grosse Erweiterung erfolgte 1993. Das Haus verfügt über einen Aufenthaltsraum, eine Küche, zwei Schlafräume, einen Leiterraum, zwei Gruppenräume, WC/Dusche, eine Spielwiese und hat eine Grillstelle. Das Pfadiheim dient als Lagerhaus, kann aber auch für private Veranstaltungen gemietet werden. Verwaltet wird es durch die «Pfadiheim-Genossenschaft Reiden». 

Q wie Querschnitt 

Einen repräsentativen Querschnitt durch das künstlerische Schaffen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Schweiz bietet die Kunstsammlung «Robert Spreng». 1969 gelangte Reiden überraschend in ihren Besitz. Reiden war die Heimatgemeinde des Fotografen und Kunstfreundes Robert Spreng. Seine Sammlung umfasst 160 Werke von 47 Schweizer Künstlern wie Cuno Amiet, Paul B. Barth oder Ernst Morgenthaler. Sie hängen im Untergeschoss des Johanniterschulhauses 1. Die Ausstellung ist auf Anfrage begehbar. 

R wie Rettung 

Die Fasnacht in Reiden lebt und wird gelebt. Dass sie aktiv gefeiert wird, ist nicht selbstverständlich. Im Sommer 2017 stand die Fasnachtsgesellschaft Reiden- Langnau-Richenthal vor der Auflösung. Sechs Frauen sprangen in die Bresche, übernahmen unter dem Präsidium von Rita Stanger die Organisation und retteten so die Reider Fasnacht vor dem Aus. 

S wie Schulhaus 

Vergangene Woche konnte das neue Schulhaus «Reiden Mitte» getauft und eingesegnet werden. Und damit konnte ein langes politisches Diskussionsthema in der Gemeinde abgeschlossen werden. 2015 hatte die Reider Bevölkerung einen Kredit über 9 Millionen Franken für ein neues Schulhaus abgelehnt. Zu teuer und überdimensioniert war den meisten Stimmberechtigten das vorgeschlagene Projekt. Dass es mehr Schulraum braucht in Reiden, war aber unbestritten. Im Juni 2018 klappte es im zweiten Anlauf und die Bevölkerung sagte Ja zum 7 Millionen teuren Neubauprojekt neben der Mehrzweckhalle. Im Februar 2019 erfolgte der Spatenstich, seit diesem Sommer werden die ersten Schüler und Kindergärtler in «Reiden Mitte» unterrichtet. 

T wie Theater 

Theateraufführen hat in Reiden eine lange Tradition. Im Jahr 1865 wurde die Theatergesellschaft Reiden offiziell gegründet, nachdem sich bereits mehrere Jahre zuvor eine lose Theatergesellschaft formiert hatte. Noch heute verfolgt die Theatergesellschaft Reiden das Ziel, mit Freude am Theaterspiel anspruchsvolles Amateurtheater zu zeigen und damit einen Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Gemeinde und darüber hinaus zu leisten. Die rund 50 aktiven Mitglieder bringen meistens alle zwei Jahre ein Stück zur Aufführung. Die Spielsaison findet im Frühjahr oder im Herbst im Saal des Hotels Sonne statt. 

U wie Umbau 

Seit Februar 2020 wird der Bahnhof Reiden umgebaut. Die SBB erneuern die Infrastruktur und gestalten den Bahnhof behindertengerecht. Die Investitionskosten belaufen sich auf 8,1 Millionen Franken. Das im Jahr 1856 in Betrieb genommene Bahnhofgebäude an der Friedmattstrasse sowie der Güterschuppen an der Werkstrasse mussten beim Umbau weichen. Die umfangreichen Arbeiten werden unter laufendem Bahnbetrieb umgesetzt. Aufgrund der Coronapandemie verzögern sich die Arbeiten jedoch. Im Juni musste der Umbau wegen Ressourcenengpässen bei der SBB gestoppt werden. Seit Mitte August wird wieder gearbeitet. Das Bauende ist neu für Ende Dezember 2020 geplant. 

V wie Vereine 

Wer in der Gemeinde Reiden eine Freizeitaktivität sucht, dürfte schnell fündig werden. Vom Dartclub über die Karateschule bis hin zu den Vogelliebhabern – es gibt über 100 Vereine in den drei Ortsteilen. Mit diversen Anlässen und Veranstaltungen tragen die Vereine auch viel zum kulturellen Leben in der Gemeinde bei. 

W wie Weihermatt 

Das Biotop Weihermatt ist die Naherholungsoase in unmittelbarer Nähe des Dorfes Reiden. Das Naturschutzgebiet lädt mit seinem gut begehbaren Weg und den Rastplätzen zum Verweilen und zum Geniessen der vielfältigen Natur ein. Das Biotop wird jeweils von freiwilligen Helfern wieder neu rausgeputzt. Interessante Stellen sind mit Info-Tafeln beschriftet. 

X wie X-mas 

Seit 2015 gibt es in Reiden einen Weihnachtsmarkt. 2020 fällt er erstmals aus. Jeweils Anfang Dezember zeigen diverse Aussteller – vorwiegend kreative Dorfbewohner, einheimische Gewerbetreibende, Schulklassen und Vereine – auf dem Dorfplatz ihr Schaffen und ihre Werke. Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm sorgt zudem für Unterhaltung. Ziel der Organisatoren ist es, einen Markt von Reidern für Reider zu schaffen. Zudem soll der Weihnachtsmarkt ein Ort sein, bei dem sich die Bevölkerung trifft und gute Gespräche führt. Auch der Samichlauseinzug ist in Reiden fester Bestandteil der Vorweihnachtszeit. 

Y wie Ypsilon 

Klettern, schaukeln, rutschen – wer nach Spielgeräten für seinen Garten oder nach Spielplatzgeräten für den öffentlichen Raum sucht, könnte in Reiden fündig werden. Die Kinderland Neeser AG bietet verschiedenste Spielplatzgeräte an. Eine der Sitzbänke trägt den Namen «Ypsilon». Das 1932 gegründete Familienunternehmen Neeser AG wird bereits in der dritten Generation geführt. 

Z wie Zauberbrunnen 

Er gehört zum Ortsbild von Reiden: der Zauberbrunnen neben dem Schulhaus Walke. Der Brunnen ist besonders auffällig durch seine sternenförmigen Strahlen aus Chromstahl, die gegen den Himmel ragen. Besonders sehenswert ist der Zauberbrunnen im kalten Winter, dann verwandelt er sich in eine Eisskulptur. Konzipiert wurde der Zauberbrunnen vom 2011 verstorbenen Reider Künstler Gottlieb Soland. 

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