Kleider machen Leute: Kleiderfrage in der Schule als Teil der Selbstkompetenz

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Zum Punkt «erscheint ordnungsgemäss zum Unterricht» gehört auch, dass die Schüler für den Unterricht passend gekleidet sind. Symbolbild: Shutterstock

«Bauchfreie Tops und Trainerhosen geben Minuspunkte an der Bezirksschule Aarau. Das ist auch in Zofingen so und zwar schon in der Unterstufe», schreibt ein Leser in einem Mail ans Zofinger Tagblatt. Er nimmt dabei Bezug auf den ZT-Artikel vom 24. September, wonach an der Bez Aarau Schülerinnen und Schüler, die nicht korrekt gekleidet erscheinen, einen negativen Eintrag im Zwischenzeugnis erhalten. Am Elternabend der Schule Zofingen sei eine Folie gezeigt worden, wonach die Kinder der Unterstufe sogar benotet würden für die Kleidung, die sie tragen, ergänzt der Leser.

Schule bespricht mit Schülern, was angemessene Kleidung ist

This Rohr, Gesamtschulleiter der Schule Zofingen, hält fest, dass die Kleiderthematik nicht nur in Aarau oder Zofigen aktuell sei, sondern ein Teil der Aargauer Promotionsverordnung sei. In dieser wird nebst der Sozialkompetenz die Selbstkompetenz beurteilt, die sich aus sechs Unterpunkten zusammensetzt. Zwei davon – unter anderem «erscheint ordnungsgemäss zum Unterricht» – werden dieses Schuljahr in Zofingen genauer angeschaut. Dazu gehöre für den Unterricht passende Kleidung, aber auch, ob die Kinder nach Pausen pünktlich ins Klassenzimmer zurückkehren, ob sie das Schulmaterial dabeihaben oder ob sie keine selbstverschuldeten Absenzen haben, erklärt This Rohr. Er betont: «Die Kleidung spielt nur eine untergeordnete Rolle und ist in der Regel auch kein Problem.» Und wenn sie doch zum Problem werde, dann suche die Lehrperson das Gespräch mit der Schülerin oder dem Schüler und gegebenenfalls mit den Eltern. Denn, so merkt This Rohr an, gerade in der Unterstufe spiegle beispielsweise schmuddlige Kleidung auch ein mögliches Problem zu Hause. Was genau angemessene Kleidung ist, hat die Schule Zofingen nicht definiert. «Wir besprechen mit den Schülern, welche Kleidung für welchen Anlass die richtige ist. Gummistiefel im Hochsommer oder Jeans für den Turnunterricht sind beispielsweise nicht angemessen», sagt This Rohr.

Der ZT-Leser erinnert sich an jenen Elternabend vor einigen Wochen zurück, an dem er über den Passus mit der angemessenen Kleidung informiert worden ist. Er sei erstaunt gewesen, dass es nun für die Kleiderauswahl der Kinder Noten gebe. «Wenn unsere Tochter ihre Kleider selber aus dem Schrank nimmt, kann ich nicht garantieren, dass die Kleiderzusammenstellung immer dem ‹Standard› entspricht», sagt er.

Gesamtschulleiter This Rohr erklärt dazu, dass die Selbstkompetenz nicht mit Noten bewertet werde, sondern mit Prädikaten. Zur Auswahl stehen «Fast immer erkennbar», «oft erkennbar», «manchmal erkennbar» und «selten erkennbar». In Zofingen würden die einzelnen Aspekte in Beurteilungsteams mit Klassenlehrern und Fachlehrpersonen angeschaut. «Dabei nutzen wir den Ermessensspielraum und in der Regel wird wohlwollend beurteilt», sagt This Rohr. Auch gebe es in Zofingen selten Probleme mit der Bewertung der Sozial- und Selbstkompetenz in Zwischenberichten, da diese mit den Schülern und Eltern besprochen werden. Normalerweise würden diese Kompetenzen mit den Prädikaten «oft erkennbar» bewertet.

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