Das Johanniter-Dorf Reiden und seine Anfänge vor 750 Jahren

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Die ehemalige Johanniter-Kommende (rechts) ist das Wahrzeichen von Reiden, links die katholische Kirche von 1796. Bild: lee
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Das Organisationskomitee des Jubiläumsjahrs: (v.l.) Lisbeth Morgenthaler, Sarah Wicki, Mario Russo, Angelika Naydowski, Jarosław Płatuński, Johannes Pickhardt, Beatrix Bill, Guido Valcanover. Auf dem Bild fehlt Samuel Baer.Bild: zVg

Die katholische Pfarrei Reiden ist eine stolze alte Dame. Vor 750 Jahren, im Jahre 1271, wurde sie das erste Mal urkundlich erwähnt; sie ist also 20 Jahre älter als die Eidgenossenschaft. In Dokumenten der Fraumünsterabtei aus Zürich ist zu lesen: «Prior und Konvent der Prediger in Zürich treten ihren Brüdern, den Predigern in Bern, von ihren Pastoralbezirken die Kilchhören (Gemeinwesen) Ruswil, Geiss, Uffikon, Dagmersellen, Reiden, Zofingen ab, was der Provinzprior Wolfram am 10. April 1271 bestätigt.» 

Das 750-Jahr-Jubiläum 2021 feiert die heutige Pfarrei Reiden-Wikon mit einem bunten Strauss an Aktivitäten (siehe Kasten). Auf den offiziellen Start am 28. Juni dieses Jahres musste wegen Corona verzichtet werden. Doch im Oktober gehts nun doch los – mit einem Mal-, Foto- und Kurzfilm-Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler. 

Eine Wegmarke in der Dorfgeschichte Reidens 

Diese Tage ist eine Festschrift an alle Haushaltungen verschickt worden, in der man mehr über die Geschichte erfährt. «750 Jahre Pfarrei Reiden, das ist eine Wegmarke, nicht nur Geschichte», schreibt Markus Husner, Präsident der katholischen Kirchgemeinde Reiden. Das Jubiläum stehe auch für 750 Jahre Dorfgeschichte. Die Kommende, in der einige Aktivitäten stattfinden werden, spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte von Pfarrei und Gemeinde. Ein kinderloser Ritter schenkte die einstige Burg der Herren von Reiden laut Überlieferung den Johannitern, einem in Jerusalem gegründeten wohltätigen Orden (heute Malteserorden genannt). Kommenden nannten die Johanniter ihre Stützpunkte in der Schweiz und ganz Europa. 1284 wurde die Johanniterkommende Reiden gegründet. Der Johanniterorden wirkte danach über 500 Jahren hier. Die Ordensleute hätten aber den Pfad der Tugend zunehmend verlassen, heisst es in der Festschrift. 

Nach der Französischen Revolution und Napoleon setzte die Säkularisierung der Gesellschaft ein. 1806 übernahm der Kanton Luzern die Kommende und die 1796 erbaute Kirche von Reiden. So wie ihm auch das aufgelöste Kloster St. Urban gehörte. Erst im Jahr 1951 gingen die Kommende und die Pfarrkirche durch einen Ablösungsvertrag wieder ins Eigentum der katholischen Kirchgemeinde Reiden über. Dazu gehörten auch die Gemeindegebiete von Reiden und Wikon sowie Mehls­ecken und der nördliche Teil von Langnau. In der Zwischenzeit ist Langnau ein selbständige Pfarrei und Kirchgemeinde. 

«Die Geschichte der Pfarrei Reiden zeigt eindrücklich die Verbindung von Kirche und Staat in diesen 750 Jahren. Positives, aber auch Unrecht wie ein Regime der Angst, kirchliche Autorität, Drohungen», schreibt Reidens Gemeindepräsident Hans Kunz im Grusswort. «Es liegt heute an uns, mit Sozialkompetenz und Entschlossenheit für die Rechte und Würde eines jeden Menschen einzustehen.» Auch die Wikoner Gemeindepräsidentin Michaela Tschuor kommt zu Wort. Dass Wikon 1964 eine eigene Kirche erhalten habe und heute zur Pfarrei Reiden gehöre, sei nicht selbstverständlich und dem Mut vieler Beteiliger zu verdanken. Die heutige Pfarrei Reiden-­Wikon wird seit 2010 durch Pfarradministrator Jarosław Płatuński kompetent geleitet, zählt rund 3700 Katholiken und hat ein lebendiges Gemeinde­leben.

Der Malteserorden ist übrigens nach Reiden zurückgekehrt. Er hat in der Kommende ein Büro gemietet, wo sich das Generalsekretariat des Ordens für die Schweiz befindet. 

 

Überblick über die Jubiläumsaktivitäten

Samstag, 17. Oktober, 14 Uhr: KUBB-Turnier (nordisches Wurfspiel) bei der Johanniterhalle, organisiert von der Pfadi Reiden

Sonntag, 18. Oktober, 11 Uhr: Tag der Völker – zweisprachiger Gottesdienst mit der vietnamesischen Mission

Sonntag, 22. November, 11 Uhr: Gottesdienst mit Bischof Felix Gmür. Die Organisten Bruno Kaufmann und Walter Ziörjen lassen beide Orgeln erklingen

Sonntag, 29. November, 11 Uhr: Ministrantenaufnahme

Freitag, 1. Januar 2021, 17 Uhr: Gemeinsam feiern – Anstossen aufs neue Jahr

Sonntag, 10. Januar, 11 Uhr: Vortrag im Anschluss an den Gottesdienst – der Malteserorden stellt sich vor

Sonntag, 31. Januar, 17 Uhr: Konzert brass@church der Brass Band und Junior Brass Band MG Reiden

12.-14. März: Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten

Samstag, 10. April, 10 Uhr: Festgottesdienst 750 Jahre Pfarrei Reiden

Sonntag, 2. Mai, 9 bis 11 Uhr: Ein Treffpunkt für alle – sich kennenlernen beim Kultur(en)-café

Sonntag, 16. Mai, 11 Uhr: Pantomimenpredigt mit Christoph Schwager, organisiert durch die Frauen Reiden

Sonntag, 30. Mai, 11 Uhr: Vielseitig und talentiert –
Feldgottesdienst beim Pfadiheim und Kochen nach
Pfadiart

Sonntag, 20. Juni, 11 Uhr: Patrozinium – feierlicher Schlussgottesdienst des Jubiläumsjahres

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