Der Kürbismarkt war der Startschuss für den Hofladen

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Speisekürbisse, wohin man blickt: Schon der Empfang am Jubiläumsmarkt hat einen feierlichen Charakter. Patrick Lüthy © Oltner Tagblatt

Vielleicht war’s seinerzeit ein Glücksfall. «Kühe waren eigentlich nie so meine Sache», sagt Michael Studer im Rückblick. Eine Kollege aus dem Militärdienst hatte «Blumenware» übrig, wie er sagt. So entstand als Nebenbetriebszweig für seinen Kreuzplatzhof in Boningen ein Blumenbeet zum Selberpflücken. Eine gelungene Sache.

Etwas später kamen Kürbisse dazu. Manchmal hatten Studers bald 120 Sorten im Angebot. Heute sind noch rund deren 80, wie der einstige Milchbauer erzählt. Auch die Sache mit den Kürbissen lief gut, obwohl «wir zeitlich zwei, drei Jahre nach dem beginnenden Kürbisboom einstiegen», wie Studer sagt. Mit Konsequenzen. «Aus dem Markt entstand so nach und nach der Hofladen», erzählt Karin Studer. Mit Gemüse aus eigenem Anbau. Studers wurden Schritt für Schritt zur Gemüsebauernfamilie.

Karin und Michael Studer, Erfinderduo des Kürbismarktes.

Karin und Michael Studer, Erfinderduo des Kürbismarktes. © Oltner Tagblatt

Bevorzugte Sorten von einst sind geblieben

20 Jahre nach der ersten Ausgabe des Kürbismarktes drängt sich ein kleiner Rückblick auf. «Die bevorzugten Sorten sind eigentlich dieselben geblieben», sagt Studer. «Butternuss», «Orange Knirps» und «Muscat» sind die beliebtesten. Allesamt Speisekürbisse. Andere heissen «Snow Ball», «Rondini» oder Stripetti».

Klar lassen auch diese sich als Zierkürbisse verwenden. Aber die eigentlichen Zierkürbisse sind etwas unförmig, weisen eine warzige Oberfläche auf und sind «nicht geniessbar», wie Studer sagt. Mit Bitterstoffen versehen, dem enthaltenen Cucurbitacin und praktisch ohne Fleisch bleiben sie lediglich eines: Augenschmaus.

Was sich geändert hat in den letzten zwei Jahrzehnten? «Es ist alles viel komplexer geworden», hält Karin Studer fest. «Produktion und Verkauf gehen jetzt ineinander über.» Ein doch wesentlicher Unterschied zur einstigen Milchproduktion vor Jahren, wo vieles linear verlief.

Rund 80 Prozent des Gemüseangebots heute stammen, sauber deklariert, aus dem eigenen Anbau. Studers produzieren Brot, Sirup, Konfitüre, Quittenmarmelade, Auberginen, Stangensellerie, Peperoni, Cherrytomaten, Obst und pressen innert dreier Monate 800 Hektoliter Most in der betriebseigenen Mosterei. Die Reihe der hofeigenen Erzeugnisse ist schier endlos. Mittlerweile stehen 10 Mitarbeitende in Teil- oder Vollzeitbeschäftigung auf der Lohnliste.

Eher Kunden dazugewonnen

Man konnte das kleine Jubiläum am Boninger Kreuzplatz, wo sich auch der Hofladen befindet, nicht feiern. Lediglich ein goldfarbener Zahlenballon, der die 20 über der Eingangstür zum Hofladen markiert, zeugt vom Jubiläum. Der Grund dafür, die Coronapandemie, ist hinlänglich bekannt. Dennoch sagt Karin Studer: «Ich glaube, wir haben eher Kundschaft dazugewonnen.» Zwar würden ältere Kunde nicht mehr so oft im Laden einkaufen, dafür seien andere hinzugekommen.

Doch zurück zum eigentlichen Kürbismarkt: Mittlerweile kümmern sich Studers auch um die kulinarische Verwertung ihres Angebots. Ein Faltblatt mit sieben Rezepten liegt bereit, darunter auch «Agathas Kürbiswähe», das heimliche Schlagerrezept: «Stammt von meiner Mutter», sagt Studer. Jetzt, mit dem eher unfreundlichen Herbstwetter, rechnet er auch eher mit höherem Verkauf von Speisekürbissen. Denn wenn’s draussen unangenehm ist, haben die Leute mehr Lust auf Kürbissuppe. «Auch ein solches Rezept ist auf dem Faltblatt zu finden», sagt Studer.

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