Eine Flasche Sekt für eine lange Eiche

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Michael Wacker gibt am Taufanlass der Stileiche im Rosengarten neben dem Kunsthaus eine Flasche Sekt. Bild: Michael Flückiger

45 vergoldete Eichenblätter zum Mindestpreis von 80 Franken haben neue Besitzerinnen und Besitzer gefunden. Der Erlös dient der Finanzierung der Stileiche, die am Sonntag im Rosengarten neben dem Kunsthaus feierlich gepflanzt worden ist. «20 Jahre lang ist diese Eiche im Topf eingesperrt gewesen», meint der für die Pflanzung zuständige Michael Wacker. «Jetzt wird sie sich erst mal ein bis zwei Jahre ruhig halten, bis sie es wagt, sich in die Tiefe auszubreiten.» Zum Gedeihen braucht es Wasser. Ein Bewässerungssystem mit Schlauchleitungen garantiert, dass das zugeführte Nass genügend tief in den Boden dringen kann. Viele Beteiligte und Zugewandte werfen Schaufel um Schaufel in die ausgehobene Grube bis sie gut gefüllt ist. Zum Auftakt seines neuen Lebensabschnitts könne der Eichenjungspund gut und gerne eine Flasche Sekt gebrauchen, meint Wacker zum Taufanlass, und lässt den kostbaren Saft restlos in den Zulauf der Drainage gluckern. 

Drei bleibende Spuren zu Baumfänger 

Die Pflanzungsaktion markiert den Abschluss der Ausstellung «Baumfänger» im Kunsthaus, die im August mit starker Verspätung eröffnet werden konnte. Die Eiche ist ein Hoffnungszeichen der Kooperative von Kunsthaus und der Stadt Zofingen. Unter günstigen Umständen darf sie 400 bis 600 Jahre leben. Damit überdauert sie die Lebensspanne der rund 50 versammelten Personen um ein Mehrfaches. Stummer Zeuge ihres Wachstums direkt gegenüber ist der massive Eichenstrunk, der mehrere Monate unübersehbar vor dem Kunsthaus gethront hatte und der Verboten zum Trotz reichlich bestiegen worden war. Wie lange er mit der sich ausbreitenden Jungeiche Schritt halten kann und der Verwitterung standhält, muss sich erst noch weisen. Baumkünstler Beat Breitenstein hinterlässt im Rosengarten eine weitere nachhaltige Spur zur Ausstellung. Bereits vor Monatsfrist hat er dort eine Buche mit Eichenstäben eingekleidet. Holz für Holz hat er die Stäbe mit der Motorsäge aus einem Stamm ausgesägt und mit Stahldraht verknüpft um die Baumrinde gelegt. Die Konstruktion wächst mit der Buche mit. Die Eichenverkleidung zieht sich bei Nässe zusammen und schmiegt sich enger an. Bei Trockenheit löst sie sich wieder. 

Gelungene Kooperation Kunst und Natur 

700 bis 800 Besucher sind währen der letzten beiden Monate für «Baumfänger» gezählt worden. «Für uns ist das ein guter Erfolg», meint Claudia Waldner, Kuratorin des Kunsthauses Zofingen. «Die Leute haben es geschätzt, hier Kunst geniessen zu können, während dies andernorts nicht möglich war.» Besonders angetan ist die Kuratorin von der Zusammenarbeit mit der Stadt. «Natur und Kunst sind einander sonst nicht so nahe. Das Kunsthaus, die Fachstelle Natur und Landschaft sowie der Werkhof und die Gärtnereibetriebe haben hier gemeinsam etwas erreicht, an dem alle Beteiligten ihre Freude haben können.»  

Schon ruft die nächste Ausstellung «Odyssee» mit Start am 14. November. Darin untersuchen die Künstler huber.huber mit ihren raumgreifenden Installationen und einer klaren formalen Sprache auf unterschiedliche Art und Weise die Rolle des Menschen in Bezug auf Wassermangel in einer im Überfluss lebenden Gesellschaft.  

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