Die Römer haben es Albert Jauch angetan

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Alles andere als ein Ferienlager: Albert Jauch bei der Arbeit als Hobby-Archäologe Bilder: zvg
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Die Ausgrabung fand in Gebenstorf statt. Hier vermutet man das Hauptversorgungsdorf des Römerlagers Vindonissa.
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Exaktes Arbeiten: Alles wird vermessen und dokumentiert, damit die Archäologen die Hinweise analysieren können.

Geschichte und Archäologie sind seine Leidenschaft. Darum hat Albert Jauch, 69, kürzlich an einer Freiwilligengrabung der Kantonsarchäologie Aargau teilgenommen. Der dreiwöchige Feldkurs auf einem Feld in Gebenstorf brachte neue, wertvolle Erkenntnis über Vindonissa, das ehemalige grosse Römerlager in der heutigen Gemeinde Windisch, zutage. 

Bereits letztes Jahr engagierte sich Jauch an derselben Grabungsstelle. Das Auswahlverfahren der 15 Freiwilligen war streng. In einer gut einstündigen Sitzung prüften ihn die Verantwortlichen der Kantonsarchäologie. Sie wollten ergründen, wie gross sein Geschichtswissen ist, wie interessiert er an der Sache ist, wie gross sein Durchhaltewillen und wie belastbar er ist. Denn was viele nicht wissen: Eine archäologische Ausgrabung ist ein Knochenjob. Tonnen von Erdmaterial müssen von Hand mit Spaten und Schaufel abgetragen werden und mit Schubkarren wegtransportiert werden. Dennoch hält sich das Bild vom Archäologen mit Pinsel in der Hand hartnäckig. 

Jeder Tag brachte etwas Neues zutage 

Albert Jauch, ehemaliger Polizeichef von Zofingen, wurde ausgewählt für die Grabung. «Es war äusserst spannend», schwärmt Jauch. «Jeder Tag brachte etwas Neues hervor.» Und während die Freiwilligen ob jeder Tonscherbe oder römischen Münze schier ausflippten, waren die Profi-Archäologen eher daran interessiert, ob sie beweisen können, dass sich in Gebenstorf der Hauptvicus von Vindonissa befand. Die Forscher sind also auf der Suche nach der grössten zivilen Siedlung, welche die Versorgung des Römerlagers gewährleistet hat. Auch wenn ihm die Arbeit grosse Freude bereitete, so war der Feldkurs keinesfalls ein Ferienlager, wie Albert Jauch betont. 

Bei 30 Grad buddelten die Hobby-Archäologen nebst Grundmauern von Häusern diverse Münzen, Tonscherben und eine Fibel aus. «Eine besondere Entdeckung war der Fund eines Unterkiefers von einem Rind in einer Ecke eines Hauses», sagt Jauch. Die Archäologen vermuten, dass es sich um eine Opfergabe handelt. Die Grabungsfunde werden nun ausgewertet. Für Albert Jauch ist bereits jetzt klar, dass er beim nächsten Mal gerne wieder bei den Grabungen dabei wäre. In der Zwischenzeit engagiert er sich auch als Prospektor für die Kantonsarchäologie. Er besucht Orte, an denen die Archäologen Funde vermuten. Teilweise ist Jauch mit dem Metallsuchgerät unterwegs. Funde muss er genau dokumentieren und der Kantonsarchäologie zur Verfügung stellen. 

Die römischen Bauten beeindrucken ihn 

Die Römer haben es Albert Jauch besonders angetan. Es fasziniert ihn, wie dieses grosse Reich funktionieren konnte, wie Nachrichten von der einen Grenze an die andere gelangten ohne die heutigen technischen Möglichkeiten. Auch die Bauten beeindrucken den 69-Jährigen. Erst kürzlich besichtigte er die bekannte römische Wasserleitung in Hausen AG. Von der Geschichte der Stadt Zofingen hat er ebenfalls grosse Ahnung. Hier sei vor allem das Mittelalter sehr interessant, meint er, der zehn Jahre in der Museumskommission tätig war. 

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Tonscherben von römischen Gefässen werden sortiert.
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