Nur ein kleiner Lohn für den FC Aarau trotz grossem Aufwand

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Die Aarauer Erkenntnis: Allein mit zirkusreifen Tricks, wie hier von Shkelzen Gashi, lässt sich ein Spiel nicht gewinnen. (Bild: Pascal Muller/Freshfocus)

Wie heisst eines der ältesten Sprichwörter so schön: Geduld bringt Rosen. Der FC Aarau brauchte gegen Stade-Lausanne-Ouchy viel Geduld. Es dauerte mehr als eine Stunde, bis die Gäste für ihren grossen Aufwand belohnt wurden. Nach einem Energieanfall über mehr als 20 Meter traf Donat Rrudhani nach unfreiwilligem Doppelpass mit dem Gegner per smartem Flachschuss zum 1:1.

Der Ausgleichstreffer war hoch verdient. Die Mannschaft von Trainer Stephan Keller war bis zu diesem Zeitpunkt die spielbestimmende, klar dominierende Mannschaft und hatte dank Kevin Spadanuda (2. Minute), Shkelzen Gashi (24.), Rrudhani (61.) bereits drei Topchancen auf einen früheren Treffer. Beim vierten Anlauf in der 63. Minute klappte es endlich. Und hätte Joker Marco Aratore seine hochkarätige Möglichkeit nach 87 Minuten genützt, wäre sogar mehr als ein Punktgewinn möglich gewesen.

Das Unentschieden entspricht aber insofern dem Spielverlauf, als dass Stade-Lausanne-Ouchy nach Rrudhanis Tor den Verwaltungsmodus ablegte, zwei Gänge höher schaltete und in der Schlussphase dem zweiten Treffer näher war als der mit Fortdauer der Partie abbauende Gegner. So ist es kein Wunder, dass der kleine Quartierverein aus dem Waadtland nach vier Spieltagen in der Challenge League noch ungeschlagen ist und bereits acht Punkte auf seinem Konto hat. Das sind immerhin vier Zähler mehr als der FC Aarau.

Zwiespältige Gefühle und gute Ansätze von Stojilkovic
Dieser FC Aarau übernahm von Beginn an die Initiative und hatte schon nach 100 Sekunden eine Riesenchance zur Führung: Nach einer Massflanke von Gashi scheiterte Spadanuda mit einem Kopfball aus vier Metern an Ouchy-Torhüter Dany Da Silva. Statt 1:0 für die Aarauer hiess es vier Minuten später 1:0 für die Waadtländer. Yanis Lahiouel startete nach einem Freistoss von Mergim Qarri aus abseitsverdächtiger Position und erwischte Simon Enzler mit einem Schuss aus kurzer Distanz.

Der Führungstreffer von Stade-Lausanne-Ouchy fiel aus dem Nichts und spielte dem vermeintlichen Aussenseiter in die Karten. Die Aarauer hatten in der ersten Halbzeit zwar gefühlte 70 Prozent Ballbesitz, kombinierten bis zum Strafraum gefällig, waren aber im Abschluss viel zu harmlos. Gleiches Bild zu Beginn der zweiten Hälfte: Bis zum Ausgleichstor spielte Kellers Team auf ein Tor. Dieser Effort kostete aber enorm viel Kraft, die gegen Ende der Partie fehlte.

Aus Aarauer Sicht kommen nach dem 1:1 zwiespältige Gefühle auf: Die Mannschaft lässt den Ball gekonnt laufen und kombiniert gefällig. Die Mannschaft spielt schön Techniker wie Spadanuda, Gashi und Rrudhani geizen nicht mit zirkusreifen Tricks und sorgen für beste Unterhaltung. Solche Kunststücke reichen aber nicht, um gegen kämpferisch und physisch starke Teams wie Stade-Lausanne-Ouchy zu gewinnen. Zu Hoffnungen Anlass gibt Filip Stjikovic. Der 20-jährige Mittelstürmer zeigte in seinem ersten Spiel für den FC Aarau gute Ansätze und ist ein Versprechen für die Zukunft.

Stade-Lausanne-Ouchy - Aarau 1:1 (1:0)
Pontaise. – 243 Zuschauer. – SR: Jancevski. – Tore: 6. Lahiouel 1:0. 63. Rrudhani 1:1.
Stade-Lausanne-Ouchy: Da Silva; Dalvand (76. Efendic), Albizua, Routis, Perrier; Qarri (65. Abdullah), Bamba, Laugeois, Ndongo; Ramovic (65. Mutombo); Lahiouel (76. Amdouni).
Aarau: Enzler; Giger, Thiesson, Bergsma, Qollaku; Spadanuda (59. Aratore), Jäckle, Hammerich, Rrudhani (71. Misic); Gashi (87. Schneider), Stojilkovic (87. Zverotic).
Bemerkungen: Stade-Lausanne-Ouchy ohne Mbombo (verletzt). Aarau ohne Schindelholz (krank), Balaj, Hajdari, Peralta und Thaler (alle verletzt). – Verwarnungen: 44. Spadanuda, 75. Giger, 77. Gashi (alle Foul), 94. Hammerich (Unsportlichkeit).

Alle Resultate und die Tabelle der Challenge League finden Sie hier.

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