Über 20% mehr Absatz: Die Region im Zweirad-Boom

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Der Zofinger Robert Weishaupt ist Präsident von 2rad Mittelland. Bild: bkr

Nach dem Lockdown überlastete Velo-Werkstätten und ein Mangel an Ersatzteilen – das haben viele Zweiradfahrer selbst erlebt. Einen Boom gab es auch beim Verkauf neuer Velos. Robert Weishaupt ist Inhaber des gleichnamigen Velo-Fachgeschäfts in Zofingen und Präsident der Sektion Mittelland von 2rad Schweiz, dem Branchenverband der Velo- und Töff-Händler. Er beziffert den Mehrumsatz für die Sparte Velo auf 20 bis 25 Prozent. 

Für den Bereich der Motorräder verfügt Motosuisse – die Vereinigung der schweizerischen Fabrikanten, Grossisten und Importeure von Motorrädern und Rollern – über konkrete Zahlen. Bis Ende September wurden 26 868 Roller und Motorräder frisch in Verkehr gesetzt. Verglichen mit demselben Zeitraum des Vorjahres sind das 20,26 Prozent mehr. In den Hubraumklassen der schweren Motorräder sind es sogar 43,77 Prozent (Klasse 501 bis 750 ccm) und 22,39 Prozent (Klasse 751 bis 1000 ccm) mehr. 

«Dies ist weniger Corona-bedingt als die Folge einer Gesetzesänderung», sagt Daniel Schärer, Geschäftsführer von 2rad Mittelland. Anders als in den meisten EU-Ländern wird in der Schweiz bei den grossen Motorrädern der Direkteinstieg ab 25 Jahren in die unlimitierte Klasse wieder abgeschafft – und zwar ab dem 1. Januar 2021. Konkret: Wer den Lernfahrausweis für den Führerschein Typ A nicht bis spätestens 31. Dezember 2020 in der Tasche hat, muss ab 2021 erst zwei Jahre lang einen Töff mit maximal 48 PS Leistung fahren, bevor er zur «grossen» Prüfung antreten darf. «Entsprechend gross ist aktuell das Interesse an schweren Töffs», sagt Schärer. Die Theoriekurse der Motorradfahrlehrerinnen und -fahrlehrer seien «pumpenvoll». Die praktische Prüfung hingegen kann bis Ende Juni 2021 abgelegt werden. 

Gesetzesänderung für schwere Motorräder 

Den Boom verspürt man nicht nur im Verkauf, sondern auch bei der Vermietung schwerer Motorräder, heisst es im Fachgeschäft von Rolf Wullschleger in Zofingen. Bei Motosuisse tröstet man jene, die nicht mehr direkt schwere Motorräder fahren dürfen: «Die modernen, auf 48 PS limitierten Motorräder machen selbst am Berg oder zu zweit gefahren viel Spass.» 

Verbot für neue Zweitakt-Scooter und -Töffli 

Auf den ersten 1. Januar 2021 gibt es zwei weitere Änderungen im Moto-Bereich. «Zuckerwasser»-Motörchen – neue konventionelle Zweitakter mit 50 ccm Hubraum – sind nicht mehr erlaubt. Der Grund sind Lärm- und Abgasemissionen, welche über den aktuellen Grenzwerten liegen. Im Sinne einer Besitzstandswahrung sind Fahrzeuge in Betrieb nicht betroffen und werden noch lange auf unseren Strassen verkehren. «Ein Mofa», sagt Weishaupt, «hat gut und gerne eine Lebenserwartung von bis zu 40 Jahren.» Dies, weil die Technik einfach ist und es genügend Ersatzteile gibt. 

Quasi im Gegenzug erlaubt es der Bundesrat, dass 16-Jährige neu Roller und Motorräder mit 125 ccm Hubraum fahren – allerdings mit maximal 15 PS, aber ohne technisches Tempolimit. Zudem müssen die Fahrzeuge modernste Sicherheitsvorschriften (Bremsen mit ABS) erfüllen. Und: Im Gegensatz zu E-Bike-Fahrern haben die Töff-Lenker eine theoretische und praktische Prüfung abzulegen und so ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu beweisen. Heute liegt das Mindestalter für die Führerausweis-Kategorie der 125-ccm-Maschinen bei 18 Jahren – allerdings ohne Beschränkung der Motorleistung. 

Zwei-Takt-Motor 

Eigentlich ist der Zwei-Takt-Motor eine geniale Sache. Im Gegensatz zum Viertakter ist er ventillos, technisch einfach und kostengünstig. Als Leichtgewicht treibt er Kettensägen oder Motorsensen an. Als Zweitakt-Dieselmotor gehört er zu den Wärmekraftmaschinen mit dem höchsten Wirkungsgrad. 

Als kleiner Motor (für Mofa und Co.) hat er das Problem, dass unverbranntes Kraftstoff-Öl-Gemisch ins Abgas gelangt und er so eine dominante Rolle bei der Luftverschmutzung in Städten und Agglomerationen einnimmt. Dies führte in der EU zu einem generellen Verwendungsverbot von Zweitaktern im Bereich der Kleinmotorräder. (bkr) 

 

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