Mörderisch auf Kurs mit der MS Opera

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Anrüchig und vergnüglich: Auch hinter Masken fällt der «Kriminal-Tango» nicht durch. Bild: mif

«Die Rebecca rückt mir gleich schon zu Anfang auf den Leib», meint die Sopranistin Mélanie Adami über ihr Gegenüber Silke Gäng. «I wo. Die Aline zwingt mich dazu, fast die ganze Zeit eine Maske zu tragen», kontert die Mezzosopranistin. Es kommt, wie es kommen muss. Die Undercover-Polizistin Rebecca und die für die Mittelmeerkreuzfahrt angeheuerte Opernsängerin Aline sehen sich genötigt, eine Kabine zu teilen. «Stell dir vor, die ist gerade einen Quadratmeter gross», mokiert sich Aline. Ein Mordfall zwingt die beiden dazu. Die Kriminalpolizei benötigt an Spaniens Küsten auch Platz an Bord. Privatsphäre ade. 

Es ist nichts so, wie es scheint 

Dabei hätten die beiden so viel voreinander zu verbergen. Die kurzsichtige Polizistin jagt auf dem Schiff undercover den international gesuchten Verbrecher José und sieht nicht immer so klar durch. Aline glaubt, ihre Compagnonne sei auf Männersuche, so kritisch wie sie die Gäste auf dem Schiff anblinzelt. Ihr selber haben es eher die Frauen angetan, was sie die Rebecca nicht so direkt wissen lässt. Neckischerweise ist es Rebecca-Darstellerin Silke Gäng, die verrät: «Ich muss dann auch mal ziemlich in die tieferen Register greifen und auch mal Tenor singen.» Die ebenso vergnügliche wie rasante Handlung enthält reichlich Drama. Und auch viel Komik. An der Probe schneuzt sich die Rebecca zunächst kräftig, was zu einem witzigen Hiatus führt, als sie sich gleich darauf unvermittelt zu «La Habanera» aus Bizets Oper «Carmen» aufschwingt. In der ganzen Mordgeschichte wimmelt es von neckischen Schmankerln, die so manchen Zuhörerinnen und Zuhörern zumindest dunkel bekannt sein dürften. Mit der «cavalleria rusticana» von Mascagni nimmt das dramatische Geschehen seinen Lauf prominent auf. Verdi ist dann fleissig mit Stücklein aus dem Trovatore präsent, Bizet trägt noch Weiteres zur mediterranen Leidenschaftlichkeit bei. 

Dazwischen lassen einen paar feine Gassenhauer wie «Ich war noch niemals in New York» von Udo Jürgens nach Luft schnappen. Und so richtig Spass am Verruchten lebt der maskierte Chor in knalligen Touristen- oder adretten Matrosenlooks mit dem legendären Kriminal-Tango aus. «Ich empfinde es als anspruchsvoll, diese reizvollen, aber doch sehr unterschiedlichen Lieder in ihrem jeweiligen Flair zur Geltung zu bringen», meint die erfahrene Opernsängerin Mélanie Adami zu ihrem Part als Aline. 

Die Frauen spielen die Hauptrolle, das gewiss. Mit Steve Nyffenegger fehlt es dann aber auch nicht an einem gesangsbegabten männlichen Solisten. Nur darf er zugleich den Kapitän, den Steward und Frauenhelden Silvio, den Kommissar geben. Neckisch ist, dass mitunter auch Personen aus dem Figurenarsenal anderer Opern auftauchen. 

Es läuft so einiges auf der Bühne. Und auch manches dahinter: Regisseurin Elja-Duša Kedveš musste das Stück von Susann Oberacker stellenweise so bearbeiten, dass sie Mélanie Adami in ihren verschiedenen Rollen genug Zeit zum Umziehen geben konnte. «Wir sind andauernd auf der Bühne, ohne uns zwei läuft nichts», schmunzelt Silke Gäng. Eine Warnung zu ihrer Rolle: Man lasse sich von der blinzelnden Gesetzeshüterin Rebecca nicht täuschen. Engelsgesang, aber böses Mädchen. Sehr böses Mädchen! 

Operngesang hinter Masken

Der Chor wie auch die Solisten treten mit Masken auf. Die IG Opera folgt dem Schutzkonzept des Schweizerischen Bühnenverbandes. Um Abstand gewähren zu können, werden nur 85 statt der 130 Plätze belegt. Es herrscht Maskenpflicht, Getränkebestellungen erfolgen möglichst vorab. Aufführungen im Palass Zofingen: Samstag 24. Oktober, 20 Uhr (Premiere); Sonntag 25. Oktober, 17 Uhr; Montag, 26. Oktober, 20 Uhr; Donnerstag, 29. Oktober, 20 Uhr; Samstag, 31. Oktober, 20 Uhr; Sonntag, 1. November, 17 Uhr. Abendkasse ist nicht vorgesehen. Weitere Informationen und Vorverkauf: www.igopera.ch 

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