Last-Minute-Sieg, aber der Motor stottert beim EHC Olten

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Grosser Jubel beim EHC Olten 16 Sekunden vor Schluss dank dem Gamewinner von Dan Weisskopf. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus)

«Wer findet aus dem Tief?», fragte sich der EHC Olten in der klubeigenen Vorschau vor dem Spiel gegen das nicht weniger taumelnde EHC Visp. Nun, die Antwort ist: Die Powermäuse. Und zwar auf äusserst spektakuläre Art und Weise: 16,5 Sekunden vor Schluss hatte Verteidiger Dan Weisskopf den siegbringenden 3:2-Treffer erzielen können, worauf Dion Knelsen mit der Schlusssirene noch zum 4:2 erhöhte.

Für das von Kampf und Krampf geprägte Spiel liess sich Trainer Fredrik Söderström einige denkwürdige und einschneidende Massnahmen überlegen: So entzog er etwa Philipp Rytz nach dessen Disziplinlosigkeiten der letzten Spiele kurzerhand das Captainamt, welches Assistent Dion Knelsen übernahm und versetzte zusätzlich den eigentlichen Verteidigungsminister gemeinsam mit dem ebenso unsicher wirkenden Simon Lüthi in die vierte Verteidigerlinie.

Die Hintergründe dazu? Fredrik Söderström sagte nach dem Spiel: «Dieser Entscheid war vorerst mal für dieses Spiel. Ich schätze Phippu Rytz sehr, er ist ein grossartiger Mensch, der aber inakzeptable Fehler beging. Er weiss das und er entschuldigte sich. Ich wollte damit ein Statement setzen an die Jungs, dass solche Sachen nicht toleriert werden können. Ich denke, es ist angekommen.»

Zuerst war viel Geduld gefordert 
Angekommen bei den Spielern erscheint auch, dass es keine individuellen Fehler dulden mag, die auf simplen Unkonzentriertheiten basieren. Hierfür hatte Söderström in der ersten Powerplaylinie auf fünf Stürmer umgestellt. Wir erinnern uns: Dan Weisskopf stand mit seinem kapitalen Fehler gegen Sierre am Ursprung der 1:5-Niederlage. Es ist etwas Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet er nun den Siegtreffer erzielte.

Nach dem Spiel zeigte sich Weisskopf überglücklich: «Es tut gut. Ich habe mich nach dem Sierre-Match sehr schlecht gefühlt und sah mir zu Hause die Szene mehrmals an, aber solche Sachen gehören dazu. Ich freue mich auch fürs Team. Wir hatten uns gesagt: Jetzt ist fertig mit Ausreden suchen, wir müssen unser Eishockey spielen. Und ich denke, die Zuschauer haben den wahren EHC Olten gesehen.»

Doch um diesen wahren, kämpferischen EHC Olten zu sehen, brauchten die 1567 Zuschauer im Kleinholz viel Geduld. So zogen die Powermäuse einen denkbar schlechten Start ein: Visp-Ausländer Troy Josephs nutzte nach nur 71 Sekunden ein Missverständnis zwischen Torhüter Silas Matthys und Verteidiger Jens Nater mit der ersten Chance resolut aus. Dem EHC Olten war in der Folge mangelnde Einsatzbereitschaft nicht zu unterstellen, doch trotzdem stotterte der Motor lange Zeit, weit über Spielhälfte hinaus, arg und heftig vor sich hin.

Initialzündung dank Powerplaytoren
Es brauchte ein Glückstor von Dion Knelsen, damit der EHCO so etwas wie eine Portion Selbstvertrauen wiederfand. Es fiel im bislang miserablen Oltner Powerplay, ein Flatterschuss des Kanadiers rutschte Torhüter Sascha Rochow über den Fanghandschuh. Der Ausgleichstreffer erwies sich als die viel gesuchte Initialzündung.

Und mit dieser kam aufseiten der Oltner endlich auch das Überraschende, die für den Gegner nicht zu durchschauenden Spielzüge. Wie etwa beim 2:1-Führungstor, das wiederum im Powerplay fiel. Garry Nunn hatte den cleveren Pass auf Leonardo Fuhrer zentral vor dem Tor stehend gespielt, worauf dieser herrlich ins hohe Toreck traf.

Der EHC Olten liess mit der Führung im Rücken im Schlussabschnitt gefährlich nach und konzentrierte sich auf das Behaupten der Führung. Fünf Minuten vor Schluss nutzte Troy Josephs einen Oltner Wechselfehler wiederum äusserst kaltblütig aus.

Es ist dem EHC Olten mit stotterndem Motor zugutehalten, dass sie trotz des 2:2-Ausgleichs den Siegeswillen aufrecht hielten. Nur – mit diesem Knorzsieg gegen ein Krisen-Visp hat sich der EHC Olten bei weitem noch nicht aus dem Tief gespielt. Da kommt der Test am Freitag auswärts im Derby in Langenthal gerade recht.

Olten - Visp 4:2 (0:1, 1:0, 3:1)
Kleinholz. – 1567 Zuschauer. – SR: Urban (Oe)/Hendry, Humair/Francey. – Tore: 2. Josephs (Haas, Ritz) 0:1. 34. Knelsen (Schirjajew/Powerplaytor) 1:1. 41. (40:46) Fuhrer (Nunn, Knelsen/Powerplaytor) 2:1. 56. Josephs (Steiner, Eggenberger) 2:2. 60. (59:43) Weisskopf 3:2. 60. (59:59) Knelsen (Nunn) 4:2. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Olten, 8-mal 2 Minuten gegen Visp.
Olten: Matthys (S. Rytz); Heughebaert, Gurtner; Elsener, Nater; Maurer, Weisskopf; Philipp Rytz, Lüthi; Schirjajew, Knelsen, Nunn; Hüsler, Fuhrer, Carbis; Schwarzenbach, Recha, Wyss; Oehen, Fogstad Vold.
Visp: Rochow (Saikkonen); Steiner, Furrer; Wiedmer, Eggenberger; Blaser, Pilet; Wyss, Burgener; Merola, Brügger, Holdener; Haberstich, Hofstetter, Sterchi; Josephs, Ritz, Haas; Spinell, Petrig, Riatsch.
Bemerkungen: Olten ohne Weder, Fuss, Portmann (alle verletzt) sowie Daneel, Melnalksnis (beide abwesend). Visp ohne Camperchioli, Berger, Lory, Van Guilder, Heynen (alle verletzt) sowie Ranov, Lütolf (beide überzählig).

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