Innert sieben Jahren von einem Spagat zum nächsten

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Für Erwin Grossenbacher überwiegen beim Rückblick auf seine Amtszeit als Zentralpräsident des Schweizerischen Turnverbands die schönen Momente. (Bild: pd)

«Es ist Zeit für neue Leute», antwortet Erwin Grossenbacher auf die Frage, warum er Ende 2020 nach sieben Jahren sein Amt als Zentralpräsident des Schweizerischen Turnverbands (STV) abgibt. Zusammen mit den fünf Jahren als Finanzverantwortlicher im Zentralvorstand ist Grossenbacher nun schon seit 2009 Mitglied im obersten Exekutivorgan des STV, das in etwa vergleichbar ist mit einem Verwaltungsrat. «Wechsel tun immer gut, und es ist auch für den Verband wichtig, dass es keine Sesselkleber gibt», erklärt Grossenbacher weiter.

Für den bald 61-jährigen Banker aus Neuenkirch, der in Reiden aufgewachsen ist und in Zofingen gelebt hat, überwiegen beim Rückblick die schönen Momente. Als Höhepunkt bezeichnet Erwin Grossenbacher das Eidgenössische Turnfest 2019 in Aarau. «Es ist toll, dass ich das als Verbandspräsident miterleben durfte», sagt er. Auch die vielen Reisen in ferne Länder wie Usbekistan oder Japan, um den STV an Kongressen des Weltturnverbandes oder an Welt- und Europameisterschaften zu vertreten, werden ihm in positiver Erinnerung bleiben. «Man kommt viel herum in der Welt und reist an Orte, die als Privatperson nicht zuoberst auf der Liste stehen», sagt Grossenbacher.

Ebenso interessant seien die Besuche bei den Regional- und Kantonalverbänden gewesen. «Ich nahm immer gerne an Verbandsleiterkonferenzen und an der Abgeordnetenversammlung teil», sagt Grossenbacher, «ich konnte reiche Erfahrungen sammeln und werde den direkten Kontakt zu den Menschen vermissen.»

In vielerlei Hinsicht gefordert worden
Das letzte Amtsjahr als Zentralpräsident forderte Erwin Grossenbacher nochmals einiges ab. Neben der Coronapandemie sah sich der STV mit Problemen in der Sparte Rhythmische Gymnastik konfrontiert, als ehemalige Athletinnen in der Öffentlichkeit über schwere Verfehlungen ihrer Trainerinnen berichtet hatten. Später wurden weitere Vorwürfe im Bereich Ethik publik, weshalb der STV eine externe Untersuchung in Auftrag gab. «Hier haben wir von Verbandsseite nicht alles ganz richtig gemacht», sagt Erwin Grossenbacher, «mit der Einsetzung einer Ethikkommission und weiteren wichtigen Massnahmen im Bereich der Ethik sind wir aber auf gutem Wege.»

Als grösste Herausforderung nennt der verheiratete Vater von drei erwachsenen Kindern aber die Schwierigkeit, als oberster Schweizer Turner alles unter einen Hut zu bringen. «Wir sind ein Verband mit 380 000 Mitgliedern und müssen Dutzenden Sportarten gerecht werden», sagt er. Hinzu kämen die Differenz zwischen Breiten- und Spitzensport sowie der Spagat zwischen Ehrenamtlichkeit und professioneller Tätigkeit. «Da ist es manchmal schwierig, bis alle vom Gleichen sprechen», sagt Grossenbacher.

So überrascht es nicht, dass sich Grossenbacher darauf freut, im kommenden Jahr wieder etwas mehr Ruhe und Zeit für die Familie zu haben. «2020 hatten wir praktisch keine Anlässe, Kurse, Kongresse oder Versammlungen. Trotzdem war es ein strenges Jahr mit vielen Sitzungen wegen der Coronapandemie und der Problematik rund um die Rhythmische Gymnastik», sagt Grossenbacher.

Die nächste präsidiale Aufgabe wartet bereits
Ganz von der Turn-Bühne wird er nach seinem Rücktritt nicht verschwinden – im Gegenteil. Erwin Grossenbacher, der aktives Mitglied beim Männerturnverein Neuenkirch ist, engagiert sich als OK-Präsident für das Verbandsturnfest 2024 des Turnverbands Luzern, Ob- und Nidwalden, das in Neuenkirch ausgetragen wird. «Momentan sind wir in einer schwierigen Phase und wissen nicht, ob wir mit der Planung beginnen sollen oder nicht», sagt Grossenbacher.

Der frühere Präsident des STV Reiden und des Kantonalverbands ist aber guten Mutes, dass der Grossanlass in vier Jahren in seinem Wohnort durchgeführt werden kann. «Wir hoffen schwer, dass die Coronapandemie bis dann überstanden ist», sagt er.

Erstes digitales Turnfest mit imposanten Zahlen
Turnovation, das erste digitale Turnfest, ist zu Ende. 52 Vereine mit 761 Teilnehmenden beteiligten sich am Event der anderen Art, der wegen der Coronapandemie anfang August ins Leben gerufen wurde, und erzielten 5852 Resultate. In der Kategorie Video-Challenge, bei der die Vereine Geräte-, Aerobic- und Gymnastikvorführungen auf die Homepage hochladen konnten, erhielt der SC Biel-Benken im Onlinevoting die meisten Stimmen, gefolgt von der GR Schinznach Dorf und dem STV Roggliswil. Die Meter-Challenge, die sich an die Leichtathletik-Spezialisten richtete, sammelten 31 Vereine mit ihren Leistungen 291530 Meter. Am meisten Meter generierte der STV Unterkulm (48867) vor der DR Hendschiken (35590) und dem SV Wohlenschwil (28177). Bei der Spiele-Challenge brachten 16 Vereine 18351 Punkte zustande. Sieger wurde der MTV Wölflinswil (6436) vor dem TSV Frauenkappelen (2566) und dem TV Gachnang Islikon (2187).

Mehr Infos dazu unter www.turnovation.ch.

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