Manche gehen weiter als Gallati: Das tun Aargauer Schulen, um Ansteckungen unter Schülern zu vermeiden

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Unsere Nachfrage zeigt: Mehrere Aargauer Schulleitungen haben zusätzliche Weisungen oder Empfehlungen für den Umgang der Schülerinnen und Schüler untereinander erlassen. (Archivbild) © Sandra Ardizzone

Die zweite Welle der Coronavirus-Pandemie hat die Schweiz fest im Griff. Auch im Aargau sind die Fallzahlen in den letzten Tagen massiv angestiegen. Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati reagierte darauf mit verschärften Massnahmen. Unter anderem gibt es erstmals eine Maskenpflicht in Schulgebäuden. Diese gilt für alle Erwachsenen, wobei Lehrpersonen die Maske während des Unterrichts auch abnehmen können, sofern der nötige Sicherheitsabstand eingehalten werden kann.

 

Für die Tausenden Schülerinnen und Schüler an Aargauer Volksschulen bleibt hingegen alles beim Alten. Trotz der immer angespannteren Situation dürfen sie sich im Klassenverband, auf dem Schulweg und auf den Pausenplätzen weitgehend normal verhalten und bewegen. Dies, weil Kinder laut Auffassung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS) des Kantons bei der Übertragung des neuen Coronavirus keine wesentliche Rolle spielen. Gänzlich belegt ist das allerdings nicht. 

Diskussion um Chor und Turnunterricht

 

Eine Nachfrage bei den Aargauer Schulen zeigt dennoch: Mehrere Schulleitungen haben zusätzliche Weisungen oder Empfehlungen für den Umgang der Schülerinnen und Schüler untereinander erlassen. So hat etwa die Schule Menziken in gewissen Bereichen des Schulhauses eine Maskenpflicht für ihre Schüler eingeführt. Dies, weil im Menziker Schulhaus nicht nur die Primarschule, sondern auch die Klassen der Oberstufe untergebracht sind. «Überall wo sich Schüler der beiden Stufen begegnen, etwa auf den Gängen oder den Toiletten», erklärt Schulleiter Bruno Schaller, «müssen sie eine Schutzmaske tragen.» Darüber hinaus hat die Schule alle Klassenlager und Exkursionen bis auf weiteres abgesagt. 

Auch in Zofingen wurden Massnahmen für die Schülerinnen und Schüler ergriffen und etwa der alljährliche «Heimattag» abgesagt. Weiter hat die Schule eine Maskenpflicht für ihr «Lernatelier» erlassen. Dies, weil dort Kinder heilpädagogisch betreut werden und der nötige Sicherheitsabstand nicht gewahrt werden kann, wie Gesamtschulleiter This Rohr auf Anfrage erklärt. «Für Diskussionen sorgt derzeit unser Chor», führt Rohr weiter aus. «Wir beobachten derzeit die Situation und prüfen einen Umzug in eine grössere Räumlichkeit.» Für den Sportunterricht habe die Schule ein Merkblatt verfasst, das auf die Abstandsregeln und den Verzicht auf Vollkontaktsportarten hinweist.

Maskenpflicht des Kantons erweitert

An der Schule Lenzburg wird nicht nur auf Sportarten mit Körperkontakt verzichtet, der Turnunterricht wird, wann immer möglich, im Freien durchgeführt. «Ansonsten halten wir uns an die Regeln des BKS, weisen Schüler auf die Hygienemassnahmen des BAG hin und lüften vermehrt auch während des Unterrichts die Klassenzimmer», erklärt Edgar Kohler, Schulleiter der Real- und Sekundarschule.

In Frick hat die Schulleitung die vom Kanton verordnete Maskenpflicht gar erweitert und verlangt von den Lehrpersonen, die Schutzmaske auch während des Unterrichts und auf dem ganzen Schulareal aufzusetzen. Darüber hinaus hat die Schule den diesjährigen Räbeliechtliumzug abgesagt und führt ihre Lesenacht mit reduzierter Teilnehmerzahl durch, wie Peter Boss, Schulleiter Primarschule und Kindergarten ausführt.   

Kreative Lösungen gefragt

Für Christina Kruthoff, Schulleiterin der Schule Bad Zurzach, ist klar: «Derzeit sind kreative Lösungen gefragt.» Weil laut dem BKS kein Essen geteilt werden darf, wird in Bad Zurzach während der Znünipause etwa vorgelesen, damit die Kinder in der Verpflegungspause nicht sich selbst überlassen sind. «So verbinden wir den Znüni gleich mit der Lesekompetenz», so Kruthoff.

Ansonsten ist die Schulleiterin froh, dass das Schulhaus in Bad Zurzach ein so grosszügiges Raumkonzept bietet. «Wir haben hier gute Möglichkeiten, mit viel Abstand zu unterrichten.» Aus diesem Grund hat die Schule bislang auch kaum Hilfsmittel gegen Ansteckungen mit dem Coronavirus angeschafft. Kruthoff ist überzeugt: «Es braucht jetzt von allen Flexibilität und man muss die Ruhe bewahren.» Wichtig sei ausserdem eine gut funktionierende, transparente Kommunikation mit den Eltern. Und den Alltag für die Kinder so normal wie möglich zu gestalten.

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