Am Wahlkampf ist Christiane Guyer gewachsen

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In besonders guter Erinnerung hat Christiane Guyer die Begegnungen auf der Strasse während des Wahlkampfs.

Als Achtungserfolg wurde das Abschneiden von Christiane Guyer, 57, an den Regierungsratswahlen gewertet. Die Grüne aus Zofingen erhielt 60 103 Stimmen und schaffte so ebenfalls das absolute Mehr. Als Sechstplatzierte schied sie aber aus. Die bisherigen vier Regierungsräte schafften die Wiederwahl, der Windischer Dieter Egli (SP) ersetzt den bisherigen Regierungsrat Urs Hofmann.

Damit sind weder die Frauen noch der Westaargau in der Aargauer Regierung vertreten. «Das bedauere ich sehr. Und auch die Stimme der Grünen fehlt», sagt Christiane Guyer. Denn sie habe nicht nur die Unterstützung ihrer Partei gehabt, sondern auch jene der Grünliberalen. Beide Parteien sind als grosse Sieger aus dem Grossratswahlkampf hervorgegangen.

Die Frauensolidarität funktionierte nur bedingt

Mit etwas Abstand zum intensiven Wahlkampf sagt Guyer heute: «Ich habe kandidiert, um die Wahl zu schaffen. Entsprechend gross war die Enttäuschung, als es nicht reichte.» Inzwischen könne sie sich aber über das Resultat freuen, vor allem über das gute Abschneiden in ihrer Heimatstadt Zofingen, wo sie von allen Regierungsratskandidaten am meisten Stimmen holte. «Dort, wo ich tätig bin, wird meine Arbeit offenbar geschätzt. Das freut mich sehr und ich danke allen für diese Unterstützung», sagt Christiane Guyer.

Unterstützung erhielt sie parteiübergreifend von vielen Frauen. Auf dem politischen Parkett setzten sich bekannte Persönlichkeiten wie alt Ständerätin Christine Egerszegi für sie ein. Hier funktionierte die Frauensolidarität. Allerdings schaffte sie es nicht in die breite Masse der Wählerinnen. «Ansonsten wäre ich jetzt Regierungsrätin», konstatiert Guyer. Obwohl sie im Wahlkampf immer wieder auf die Frauenfrage fokussierte, ist das nicht wie gewünscht aufgegangen. «Im Nachhinein würde ich wohl früher mit dem Wahlkampf beginnen», sagt sie. Zumal ihr attestiert wurde, dass sie zu wenig bekannt sei.

Am Wahlkampf ist die Zofinger Stadträtin gewachsen. Besonders in der Medienarbeit habe sie an Erfahrung dazugewonnen, sagt sie. Sie habe dazugelernt, wie sie ihre Botschaften so platzieren könne, dass sie ankommen. «Ich habe zudem sehr viel Solidarität gespürt, hatte tolle Begegnungen auf der Strasse. Das zeigt mir, dass es sich lohnt, sich für etwas einzusetzen», sagt sie. Auch wenn der Wahlkampf unter den aktuellen Bedingungen speziell gewesen sei, habe er bei ihr auch einen Motivationsschub ausgelöst. Christiane Guyer fühlt sich bestärkt darin, sich weiter für grüne Anliegen und soziale Gerechtigkeit einzusetzen.

Resultat ist ein wichtiges Signal für die Zukunft

Auf die Frage, ob links-grün besser nur auf ihre Kandidatur gesetzt hätte, damit sicher eine Frau den Sprung in den Regierungsrat schafft, sagt sie: «Es waren Gesamterneuerungswahlen, und links-grün gab es auch schon mit Susanne Hochuli. Jede Partei muss letztlich für sich selber entscheiden, wen sie ins Rennen schickt.» Ein wichtiges Signal – auch für künftige Wahlen – sei gewesen, dass der Abstand auf Jean-­Pierre Gallati (SVP) nicht sehr gross war. «In 20 Städten und grösseren Gemeinden wäre ich anstelle von Jean-Pierre Gallati gewählt worden. Das heisst: grüne Politik muss zukünftig auch eine Option für ländlichere Gemeinden werden.»

Ob sie es sich jetzt, da sie im Aargau an Bekanntheit gewonnen hat, vorstellen kann, erneut für dieses Amt zu kandidieren, will Christiane Guyer offenlassen. «Politik ist grundsätzlich spannend und ich engagiere mich gerne», sagt sie. «Zuerst möchte ich aber das Vergangene gut reflektieren und dann die verschiedenen Optionen prüfen.» Allenfalls auch die Option, als Stadtammann in Zofingen zu kandidieren, wo noch nie eine Frau Stadtoberhaupt war? Auch hier lässt sich Christiane Guyer nicht auf die Äste hinaus: «Das ist eine mögliche Option», führt sie aus. «Die Aufgabe ist spannend. Ich bin amtierende Stadträtin, die Arbeit bereitet mir nach wie vor Freude. Ich werde mich nächstes Jahr zuerst auf die Wiederwahl konzentrieren.» Sie wolle sich dort engagieren, wo sie Wirkung erzielen und mitgestalten könne.

 

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