Und sie hamstern wieder – erneut längere Lieferfristen bei Lebensmittelhändlern

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Schweizer kaufen Lebensmittel wieder mehr online ein. © Keystone

Es geht wieder los: Schweizerinnen und Schweizer bestellen seit ein paar Tagen wieder mehr Lebensmittel online. Bei Leshop, Coop.ch und anderen Online-Lebensmittelhändlern ist die Nachfrage im Zuge der steigenden Corona-Fallzahlen gestiegen. «Seit vorletztem Freitag – und der damals angekündigten Sondersitzung des Bundesrates – haben die Bestellungen bei Leshop wieder deutlich angezogen», schreibt ein Migros-Sprecher auf Anfrage.

Seit der Sondersitzung gilt unter anderem wieder die strikte Homeoffice-Empfehlung. Wer von zu Hause aus arbeiten kann, soll dies zwecks Pandemieeindämmung auch tun. Gut möglich, dass die Leute deswegen häufiger zu Hause kochen und sich entsprechend mit mehr Pasta, Reis und Gemüse eindecken. Darüber hinaus lassen auch die zunehmend leeren Restaurants darauf schliessen, dass Schweizerinnen und Schweizer vermehrt wieder daheim statt auswärts essen.

Migros hat die Kapazitäten verdoppelt

Wer über leshop.ch Lebensmittel einkaufen will, muss laut der Migros jedenfalls mehrere Tage auf ein freies Lieferfenster warten. In der Stadt Zürich ist es teils sogar über eine Woche. Und dies obwohl die Migros ihre Kapazitäten enorm erhöht hat: «Wir können mittlerweile eine Verdoppelung der Bestellungen handhaben. Die vollen Massnahmen greifen allerdings erst Ende November mit der Eröffnung eines dritten Verteilzentrums», schreibt der Sprecher.

Regionale Unterschiede sind bei der Nachfrage laut der Migros kaum auszumachen. «In der Deutschschweiz sind wir über mehrere Tage ausgebucht, in der Romandie sind die Wartezeiten etwas kürzer.» Das Wachstum sei über alle Produktkategorien zu beobachten – insbesondere bei den Hygienemasken.

Die meisten Kunden verhalten sich «normal»

Auch bei Coop «steigt die Nachfrage kontinuierlich an». Das Unternehmen spürt aktuell eine «leicht erhöhte Nachfrage nach Toilettenpapier und Backzutaten». Grundsätzlich könnten Liefertermine bis zu sieben Tage in die Zukunft ausgewählt werden, deren Verfügbarkeit könne «regional variieren». Für einen weiteren Anstieg ist Coop nach eigenen Aussagen gerüstet: «Die Logistik von Coop ist flexibel und gibt uns die Möglichkeit zu skalieren.» Wartezeiten sind aber nicht auszuschliessen: «Extremsituationen können auch in Zukunft, vor allem in urbanen Räumen, zu Verzögerungen führen.»

So schlimm wie während des Lockdowns sind die Verhältnisse also nicht. Aufgrund der rasant gestiegenen Nachfrage mussten Kunden damals mehrere Wochen lang auf ein freies Lieferfenster warten. «Die Situation zeigt sich derzeit nicht so extrem wie noch im Frühjahr», bestätigt der Migros-Sprecher.

Die gleiche Erfahrung macht der Lebensmittel-Lieferservice Farmy: Bis auf wenige Hamsterkäufe würden sich die Kunden «normal» verhalten, sagte Geschäftsführer Reto Hartmann jüngst gegenüber dem Businessblog carpathia.ch. «Es ist keine Panik ausgebrochen wie im Frühling.»

Valora testet neuen Lieferdienst

Trotzdem nehmen die Detailhändler die Gelegenheit wahr, zu mahnen. Coop: «Wir verfügen über genügend Vorräte. Es gibt keinen Grund für Einkäufe, die über den alltäglichen Verbrauch hinausgehen.» Migros: «Es hat auf jeden Fall genügend Lebensmittel an Lager. Hamstern ist definitiv nicht nötig.»

Derweil testet auch der Kiosk-Konzern Valora einen Lieferdienst. «Avec Now» wurde während des Lockdowns stark vorangetrieben und ist bisher in der Stadt Zürich verfügbar. «Mit den durch den Lockdown verstärkten Kundenbedürfnissen nach Lieferdienstleistungen haben wir das Projekt priorisiert und innerhalb weniger Wochen lanciert», schreibt eine Sprecherin. Eine übermässige Zunahme der Nachfrage stelle man nicht fest. Da es sich noch um ein Pilotprojekt handle, sei der Bekanntheitsgrad noch entsprechend gering.

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