Tourismus in der Schweiz: Dieses Jahr drohen 10 Milliarden Franken Verlust

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Auch in der Wintersaison rechnen die Konjunkturforscher mit deutlich weniger Übernachtungen. © Keystone

Touristiker blicken mit Sorge auf den Winter. Und auch das positivere Szenario der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) dürfte bei den Hoteliers keine Freudensprünge auslösen. «Insgesamt dürften die Logiernächte in der kommenden Wintersaison um 30 Prozent unter dem Vorkrisenniveau liegen», heiss es in der am Dienstag veröffentlichten Prognose. «Eine gute inländische Nachfrage stützt die Tourismuswirtschaft über weite Strecken, kann das Ausbleiben der ausländischen Gäste aber nur teilweise kompensieren.»

Weitaus düstere Wolken drohen allerdings auch am Himmel aufzuziehen: Sollte «die Pandemie im Herbst und Winter deutlich stärker zurückkommen und länger anhalten», so brechen die Logiernächte gar um 50 Prozent ein, so die KOF. Dieses Negativszenario, bei dem das Bruttoinlandprodukt (BIP) dieses Jahr um 4,9 Prozent absackt, tritt laut der Konjunkturforschungsstelle ein, wenn es zu «partiellen Lockdowns und der Stilllegung einzelner Geschäftszweige» kommt.

13 Millionen weniger Logiernächte

Für das ganze Tourismusjahr müsse die Branche mit einem Verlust von 10 Milliarden Franken rechnen. Dabei entfallen 1,6 Milliarden auf die Hotellerie. Gesamthaft erwartet die KOF mit 13,3 Millionen weniger Logiernächten. Preise für Übernachtungen, Pauschalreisen und Luftverkehr seien in der Krise gesunken. Erst 2022 sei hier wieder mit Preisen auf dem Vorkrisenniveau zu rechnen.

Neben den getrübten nahen Zukunftsaussichten, sind auch die längerfristigen KOF-Prognosen eher pessimistisch. Die inländische Nachfrage habe sich «rasch erholt», wogegen die Entwicklung im internationalen Tourismus «harzig verlaufe». Hier werde «das Vorkrisenniveau erst Ende 2023 wieder erreicht», heisst es in der Studie. Immerhin: Im europäischen Markt rechnet die KOF mit rascher Entspannung. «Die Schweiz profitiert dabei von ihrer günstigen geografphschen Lage und ist für viele europäische Touristen ohne Flugzeug erreichbar.»

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