Sorgt das Coronavirus kurz vor der Ziellinie doch noch für den Stopp?

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Geschäftsführer Hannes Hurter und seine Mitarbeiter beim Aargauischen Fussballverband gehen die Ungewissheit, die die Coronakrise mit sich bringt, mit der nötigen Gelassenheit an. (Bild: Severin Bigler)

Gefühlt im Minutentakt teilten verschiedene Schweizer Sportverbände am vergangenen Freitag mit, dass ihre Meisterschaften aufgrund der zunehmenden Anzahl positiver Coronafälle per sofort unterbrochen werden. Auch im Regionalfussball blieben die Pfeifen am Wochenende stumm – zumindest, was die Plätze im Wallis, der Romandie und im Kanton Bern betraf. Im Aargau hingegen rollte der Ball wie gewohnt.

Gemäss Hannes Hurter, Geschäftsführer des Aargauischen Fussballverbands (AFV), sah man bisher unter Berücksichtigung von zwei Gesichtspunkten von einem Unterbruch ab. «Im Aargauer Fussballbetrieb ist es nach rund 3000 Spielen in diesem Herbst zu keinem einzigen Ansteckungsfall gekommen. Das zeigt, dass die Schutzkonzepte funktionieren», sagt Hurter. Er weist zudem auf die soziale Bedeutung des Fussballs hin: «Wir spüren eine gewisse Unruhe in der Gesellschaft und sind der Meinung, dass Sport und Fussball in dieser schwierigen Zeit einen Ausgleich bringen.»

98 Prozent aller Spiele im Herbst sind absolviert
Gleichwohl hat der AFV auf die jüngsten Entwicklungen reagiert. Er bietet allen Mannschaften, die in Halbjahresmeisterschaften spielen, für die noch offenen Begegnungen der Herbstrunde eine Wertung mit «0:0 ohne Punkte» an und verzichtet auf die fälligen Busse und Gebühren. «Wir verschliessen als Verband die Augen nicht vor der Situation», betont Hannes Hurter.

Der AFV setze sehr wohl alles daran, dass die laufende Saison am Ende sportlich gewertet werden kann. «Der gesundheitliche Aspekt kommt aber immer an erster Stelle. Da gibt es kein Rechts oder Links», sagt der studierte Diplom-Betriebsökonom aus Wettingen und verweist auf die Verantwortung gegenüber den Mitgliedern. Ein Saisonabbruch wäre insofern ein Wermutstropfen, als 98 Prozent aller Spiele der Herbstrunde absolviert worden sind. «Wir stehen kurz vor der Ziellinie, was sehr schön ist, wenn man sich erinnert, wie gross die Unsicherheit im August war», sagt Hurter.

Fortsetzung, Unterbruch oder gar ein Abbruch?
Unabhängig davon, welche weitere Massnahmen der Bundesrat heute verkündet, werde der AFV den politischen Entscheid akzeptieren. Um so gut wie möglich auf die nächsten Tage vorbereitet zu sein, sprachen gestern Vertreter der Amateurliga und der 13 Regionalverbände offene sportliche Fragen an und diskutierten verschiedene Szenarien, die die bundesrätliche Vorgabe mit sich zieht. Diese reichen von einer Fortsetzung ohne oder mit Einschränkungen über einen Unterbruch oder eine vorzeitig beginnende Winterpause bis hin zum sofortigen Abbruch. Hannes Hurter hofft, dass bald Klarheit herrscht, wie es im Amateurfussball weitergehen soll. «Erfahrungsgemäss braucht es aber seine Zeit, bis sich alle Entscheidungsträger einig sind», sagt er.

Beim AFV hat man ohnehin gelernt, mit der Ungewissheit zu leben. Auf der Geschäftsstelle in Aarau tragen die Mitarbeiter die schwierigen Tage mit der nötigen Gelassenheit. «Wir gehen die Sache pragmatisch an, schliesslich sind wir krisenerprobt. Auch im Frühling wurden wir mit viel Unbill konfrontiert», sagt Hurter. Schon damals wollte man nur das Beste für den Fussball. «Unter dem Strich steht aber die Gesundheit im Fokus», sagt Hurter, «deshalb sind wir genug demütig.»

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