Sensationsfund bleibt für immer in der Erde – Kritiker sprechen von «unheiliger Allianz»

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Im Mai wurde das römische Verenabad-Becken freigelegt. (Bild: Severin Bigler)
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Das Becken nahe des Eingangs des ehemaligen Bäderhotels Verenahof wurde wieder zugeschüttet. (Bild: Kantonsarchäologie/zvg)

Vor vier Wochen verschwand das Becken des Verenabads wieder im Erdboden unter dem Kurplatz im Bäderquartier. Es handelte sich um eine Schutzmassnahme, damit die Witterung dem Sensationsfund vom Mai keinen Schaden zufügen kann. Im Raum stand aber weiterhin, ob der Fund langfristig einer breiten Öffentlichkeit gezeigt werden kann. Genau das war die Hoffnung der Stadt Baden. Sie rief deshalb eine Arbeitsgruppe mit diversen Fachexperten ins Leben. Ihr Auftrag: abklären, ob und unter welchen Rahmenbedingungen das Sichtbarmachen möglich ist.

Das Resultat liegt nun vor: Das Becken bleibt im Erdboden. Das entspricht der Empfehlung der Kantonsarchäologie. «Das Becken ist dort gut geschützt und nimmt keinen Schaden», sagt Kantonsarchäologe Thomas Doppler. Er stützt sich bei seiner Sicht auf das Gutachten eines Experten aus Avenches, der viel Erfahrung mit solchen Objekten habe, so Doppler.

«Es käme zu einem Treibhauseffekt»

Im Raum stand, das Becken mit einer Glasabdeckung auf dem Kurplatz sichtbar zu machen. «Es macht keinen Sinn, das Becken so zu zeigen», sagt Doppler. «Der ganze Untergrund beim Verenabad ist feucht.» In einem gläsernen Schaukasten würde sich zwangsläufig Feuchtigkeit sammeln. Durch die Kondensation würde man gar nichts sehen, erklärt er.

«Es käme wegen Feuchtigkeit und Wärme zu einem Treibhauseffekt. Es bräuchte laufend eine aufwendige Pflege, um das Algen- und Pflanzenwachstum zu verhindern.» Dagegen befänden sich die Überreste des Beckens unter dem Boden in einem stabilen klimatischen Gleichgewicht. «Dies gewährleistet eine langfristige Erhaltung dieses wertvollen Kulturerbes.» Genau dies fordert das Kulturgesetz.

Katrin Reimann war als stellvertretende Leiterin Planung und Bau der Stadt auch in der Arbeitsgruppe vertreten. «Eine gute Sichtbarkeit des Kulturguts im Erdboden bedingt eine möglichst schmutzfreie, glatte Klarglasscheibe.» Diese Anforderung sei, nebst der erforderlichen Tragfähigkeit von 42 Tonnen, nicht mit der nötigen Rutschfestigkeit für die Sicherheit von Fussgängern und Fahrradfahrern gegeben. Sie ergänzt, dass gerade im Bereich des Thermalwasservorkommens auch von einer Auskristallisierung von Mineralien wie Salzen, welche die Bausubstanz angreifen, auszugehen sei. «Die Sicherstellung des langfristigen Erhalts des Kulturerbes und dessen Sichtbarkeit ist auch mit aufwendiger Technik und sehr hohem Unterhaltsaufwand nicht gewährleistet.»

Analoges Betrachten hinterlasse einen tieferen Eindruck

Die beiden FDP-Einwohnerräte Mark Füllemann und Stefan Jaecklin verlangten nach dem Fund in einer parlamentarischen Anfrage, dass Baden den Fund für die Öffentlichkeit sichtbar macht und vermarktet. Sie sprachen von einer «ausgezeichneten Marketingmassnahme». Vor der vergangenen Sitzung, an der die Anfrage beantwortet wurde, wurden die Einwohnerräte vorinformiert.

Im Bauschutt fand sich das Fragment einer Monumentalinschrift, die ehemals wahrscheinlich in einem Gebäude eingemauert war. (Bild: Kantonsarchäologie)
Seit Frühling 2020 begleitet die Kantonsarchäologie die Leitungsarbeiten im Bereich des Kurplatzes in Baden. (Bild: Kantonsarchäologie)
Im Bauschutt fanden sich wiederholt steinerne Architekturfragmente, darunter Gesimse und Elemente von Altären. (Bild: Kantonsarchäologie)
Diese weisen darauf hin, dass hier der Abbruchschutt eines Kultgebäudes deponiert wurde. (Bild: Kantonsarchäologie)
Bei den Grabungen am Kurplatz kommen weitere historische Funde zum Vorschein. (Bild: Severin Bigler)
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