Etwas Demut wäre angebracht

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Eine Krise ist auch immer eine Chance, sich und sein Tun zu hinterfragen. Wenn alles problemlos läuft, bleiben solche Gedanken meist aussen vor. In dieser Beziehung ist der Mensch oft bequem und beweist wenig Weitsicht. Wir alle sind mittlerweile coronamüde, befürchten stets neue Vorschriften und Verbote und vermissen den Alltag. Wieder ohne Maske und ohne weitere Beschränkungen ein Rennen oder einen Match besuchen, darauf freue ich mich – und die Vereine selbst wahrscheinlich noch mehr. Vor allem die professionellen Klubs bangen um ihre Existenz, wenn in fast jedem sonst einigermassen lukrativen Bereich die Einnahmen einbrechen. Und sie büssen damit – zumindest zum Teil – für die Überheblichkeit der Vergangenheit. Grösser, schneller, weiter – und teurer – hiess die Devise lange Jahre. Selbstverständlich gab und gibt es auch die weitsichtig geführten Sportunternehmen, aber wenn der Fischschwarm freiwillig Richtung Wal schwimmt, macht auch er einfach nur sein Maul auf.

Ich hoffe, es überstehen möglichst viele Verbände, Vereine und «normalverdienende» Sportler die unerwartete Krise – eventuell mit Unterstützung des Staates. Ich hoffe, sie tragen keine bleibenden Schäden davon. Ich hoffe aber auch, dass Demut einkehrt. Spielergehälter, wie sie in den letzten Jahren – vor allem im Ausland – gezahlt wurden, haben nichts mehr mit gesundem Menschenverstand zu tun. Sie entbehren jeglicher Grundlage und sind ein Schlag ins Gesicht des «gewöhnlichen» Arbeiters – und damit auch eines Grossteils der Fans. Diese Unsummen sind weder gerechtfertigt, noch sind sie auf Dauer dem System zumutbar. Am Grab wird schon längst geschaufelt, bis jetzt sind überraschenderweise einfach noch nicht so viele reingefallen. Das heisst aber nicht, dass immer weitergegraben werden darf.

Nicht zuletzt geht es doch auch im Profisport um viel mehr als die publikumswirksamen Topligen. Es geht, und das ist für mich das Wichtigste, um den Nachwuchs und was aus den Kindern von heute morgen wird. Verzichten wir in Zukunft auf Lohnexzesse und geben wir ihnen damit auch in ein paar Jahren noch die Chance, sich organisiert körperlich betätigen zu können. Schliesslich zeigt uns doch die Coronakrise deutlich, wie wichtig es ist, der Gesundheit Sorge zu tragen.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Stimmt.

Ueli Bühler
schrieb am 03.11.2020 09:29
Ja Herr Wyss. Sie sprechen mir aus der Seele. Die Exorbitanten Spieler Gehälter und der Reichtum der einige Sportler hervorgebracht haben ist einfach nur noch mit erstaunen zur Kenntnis zu nehmen. Das vermögen von Roger Federer wird zum Beispiel mit 1 000 000 000 Dollar geschätzt. Damit ist er noch nicht der reichste Sportler. Der ist Michael Jordan mit 1 700 000 000 Dollar. Die Vereine Verschulden sich um die Gehälter Zahlen zu können. An erster Stelle ist Manchester United hat 536 Millionen schulden. An 20 zigster Stelle ist Schalke 04 mit 137 Millionen Schulden. Und die Spieler gehören viele den Investoren und werden den Vereinen nur zur Verfügung gestellt. Moderner Sklaven Handel könnte man auch sagen. Der Artikel ist gut geschrieben und Informativ.
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