Ein Präsident für die Schweiz

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Die USA haben gewählt. Auch dieses Jahr hat mich die schier endlose «presidential election» mit ihrer komplexen Prozedur in den Bann gezogen. Sie erinnert mich, den begeisterten Sportfan, stark an die Atmosphäre vor und während eines Finalspiels: Welcher Kandidat setzt sich in den Bundesstaaten durch und gewinnt so am Ende das Rennen um den lukrativen Platz im Weissen Haus? Und wie bei den US-Sportevents üblich wird dieser erbitterte Kampf gekonnt von den Medien inszeniert. 

Neulich habe ich mich gefragt, ob sich dieses System auch für die Schweiz adaptieren liesse. Anstelle des Bundesrats regiert dann logischerweise ab sofort ein vom Volk gewählter Präsident die Schweiz. Analog zu den USA kommen dafür nur zwei Vertreter in Frage: Herr Meier aus der Deutschschweiz und Frau Rossi aus der französisch-italienisch-romanischen Schweiz. Diese drei Landesteile haben sich zwecks höherer Erfolgschancen zusammengeschlossen.

Am Wahltag gilt es, die Mehrheit der 246 Elektoren für sich zu gewinnen. Die Wahlmänner verteilen sich gemäss Bevölkerungsstatistik auf die 26 Kantone, so wie es bei den Nationalratssitzen der Fall ist. In Zürich sind also 37 Elektoren zu holen, während beispielsweise Appenzell-Innerrhoden nur 2 Elektoren vergeben kann. Wie in den USA gilt auch hier: «The winner takes it all». Sichert sich Herr Meier im Aargau mehr Stimmen als Frau Rossi, gehen alle 18 Elektoren auf sein Konto. 

Sie finden, das klingt abwegig? Das mag durchaus sein, schliesslich hat sich unser aktuelles Politsystem seit Jahrzehnten bewährt. Vielleicht würde die Spannung aber dazu beitragen, dass sich in der Schweiz wieder mehr Leute mit ihren Wahlunterlagen auseinandersetzen und die Beteiligung bei den Parlamentswahlen steigt. Bei den National- und Ständeratswahlen 2019 lag diese nämlich nur bei 45,1 Prozent. Letztmals wurde die 50-Prozentmarke 1975 geknackt. 

Vielleicht zeigen diese Zeilen aber, dass es gut ist, so wie es eben ist. Und was es für ein Privileg ist, als Otto Normalbürger ein solch starkes Mitspracherecht zu besitzen.

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