Coronavirus: Schweiz spricht weitere 100 Millionen Franken für Impfstoff

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Beim deutschen Start-up Biontech herrscht Goldgräberstimmung. © Keystone

 Im Vorfeld war gemutmasst worden, dass die Schweiz vor dem Vertragsabschluss stehe mit dem deutschen Start-up Biontech und dem US-Pharmakonzern Pfizer. Die beiden Firmen hatten am Montag bekanntgegeben, dass sie mit ihrem Impfstoff kurz vor dem Durchbruch stehen. Noch hat sich die Schweiz aber keinen Deal gesichert. Der Bund stehe im Gespräch mit weiteren Herstellern von vielversprechenden Impfstoffkandidaten, um zusätzliche Verträge abzuschliessen, schreibt das Bundesamt für Gesundheit in einer Mitteilung.

Damit die Bevölkerung rasch einen Impfstoff erhält, macht der Bundesrat jedoch mehr Geld locker. Er hat am Mittwoch beschlossen, den bereits gewährten Kredit von 300 Millionen Franken um 100 Millionen zu erhöhen. Dieser Betrag erhöhe den Spielraum für weitere Beschaffungen, argumentiert der Bundesrat. Das Geld stammt aus bereits bewilligten Coronakrediten.

Weil nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, welches Unternehmen sich am Ende durchsetzen wird, setzt der Bund bei der Beschaffung von Covid-19-Impfstoffen deshalb auf mehrere Hersteller. Wie bei jeder Impfung gelte, dass der verwendete Impfstoff sicher und wirksam sein müsse, betont das BAG. Dies sind auch die Grundbedingungen für eine Zulassung durch Swissmedic. Wann ein Impfstoff zur Verfügung stehe, könne heute noch nicht gesagt werden. «Das BAG geht indes davon aus, dass im ersten Halbjahr 2021 erste Impfungen in der Schweiz durchgeführt werden können», heisst es in der Mitteilung.

Bereits Verträge mit AstraZeneca und Moderna

Bisher hat der Bund mit zwei Impfstoffherstellern Verträge abgeschlossen. Mitte Oktober gab er bekannt, einen Deal mit dem britischen Konzern AstraZeneca abgeschlossen zu haben. Via Schweden sollen 5,3 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus geliefert werden. Die Schweiz profitiert damit von einem Angebot der EU an EWR- und EFTA-Länder.

Brüssel hat mit dem Hersteller AstraZeneca die Lieferung von bis zu 400 Millionen Impfdosen für Europa vereinbart. Für Nicht-EU-Mitglieder bestellt das EU-Land Schweden die Impfdosen, sobald diese zugelassen sind. Über die Zulassung wird die Schweiz selbst entscheiden. Ein entsprechendes Gesuch von AstraZeneca liege bereits vor, so das BAG.

Im August 2020 schloss der Bund bereits einen Vertrag mit der Firma Moderna über 4,5 Millionen Impfdosen ab. Hinzu kommt die Teilnahme an der internationalen COVAX-Initiative, um Impfstoffe für bis zu 20 Prozent der Bevölkerung zu beschaffen.

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