Norbert Bossart: «Der Preis ist ein Ansporn, weiterzumachen»

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«Einen Teil des Preisgeldes will ich der Kultur zurückgeben», sagt der Kulturveranstalter Norbert Bossart. Bild: zvg

Der Kanton Luzern hat diese Woche Norbert Bossart den Kulturförderpreis verliehen und würdigt damit sein Engagement für die kulturelle Vielfalt auf der Luzerner Landschaft. Der 55-Jährige ist Gründungsmitglied des Kulturvereins «Träff Schötz» und setzt kulturelle Akzente als Medienverantwortlicher des Verbunds Kulturlandschaft Luzern sowie als Journalist des «Willisauer Boten». 

Fühlen Sie sich durch die Auszeichnung geehrt? 

Norbert Bossart: Es ist eine überraschende Ehrung, eine Wertschätzung für das jahrelange Schaffen als Texter, Veranstalter und Vernetzer auf und für die Landschaft. Der Preis ehrt nicht nur mich, sondern auch meine Kolleginnen und Kollegen vom Träff Schötz, von dem ich ein Puzzleteil bin. 

Haben Sie die Auszeichnung erwartet? 

Nein, sie kam aus heiterem Himmel. 

Die Auszeichnung erfolgt zu einem Zeitpunkt, da sich die Arbeit für viele Kulturschaffende schwierig gestaltet. 

Die Auszeichnung gibt mir in diesem Moment viel Motivation. Der Preis ist ein Ansporn, weiterzumachen. 

Was bedeuten die aktuellen Einschränkungen fürs Kulturleben auf dem Land? 

Die Kulturangebote auf dem Land sind im Vergleich zu denjenigen in der Stadt nicht professionell, sondern meist ehrenamtlich geführt. Das bedeutet: Wir haben keine bis wenig Lohnkosten. Veranstaltungen mit wenig Gästen können wir deshalb ein paar Mal verkraften. Eine längerfristige Krise werden aber auch diese Institutionen nicht überleben, wenn die Unterstützung durch die öffentliche Hand fehlt. 

Wie ist die Stimmung? 

Ich kann nur für die Organisation Träff Schötz reden. Wir sind alles andere als in einer Schockstarre, beteiligen uns zurzeit an Projektausschreibungen und hecken neue Ideen aus. Beispielsweise wollen wir das Altersheim Schötz zwischennutzen, bevor es abgerissen wird. 

Sind Anlässe noch möglich? 

Ja, kleinere Anlässe beispielsweise im Kleinkunst-Bereich. Ansonsten wird es schwierig mit einer Publikumsbeschränkung von 50 Personen. Ende Oktober fanden die 13. Tage der Kulturlandschaft statt. Zwei Drittel der Veranstaltungen konnten durchgeführt werden und waren meist ausgebucht. 

Sie haben erwähnt, dass Kulturarbeit auf dem Land vor allem ehrenamtlich ausgeführt wird. Wird diese Arbeit dort zu wenig wertgeschätzt? 

Das würde ich so nicht sagen. Die Wertschätzung ist einfach ein andere als bei professionellen Veranstaltungen. Gute Besucherzahlen und Begegnungen mit Künstlerinnen und Künstlerin sind für mich schon eine grosse Wertschätzung. 

Sie wurden unter anderem ausgezeichnet für Ihr langjähriges Engagement für den Träff Schötz, der seit über drei Jahrzehnten besteht – hatten Sie nie die Nase voll? 

Es gab schon Ups und Downs. Aber im Träff-Team war mir immer wohl. Viele Mitglieder sind gute Freundinnen und Freunde geworden. Der Träff ist wohl auch der Grund, weshalb ich in Schötz wohnhaft blieb. 

Wie ist der Träff entstanden? 

Als Jugendlicher hatte ich mit meinem Kollegenkreis Freude an Rockkonzerten. Aber wir wollten für dieses Erlebnis nicht immer in die Stadt. Also gründeten wir den Träff Schötz. Der wurde sehr schnell zu einem Szenentreffpunkt auf dem Land. Unser Angebot wurde seither immer breiter. Wir organisieren am liebsten buchstäblich einmalige Projekte, bei denen wir etwa Literatur, Kleinkunst und Musik verbinden. 

Was machen Sie mit dem Preisgeld von 15 000 Franken? 

Einen Teil davon will ich der Kultur zurückgeben, der ich auf meinem Lebensweg viel zu verdanken habe. Vielleicht kaufe ich mir das eine oder andere Kunstwerk oder gönne mir eine kleine Auszeit. 

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