St. Urbanhof: Ein Altstadt-Bijou erstrahlt in neuem Glanz

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Der Hof des Gebäudes erstrahlt in neuem Glanz. (Bilder: rwi)
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Die Kunstmalerin beim Wiederherstellen des Adlers.
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Die beteiligten Handwerker arbeiteten mit viel Liebe zum Detail.

Seit Mitte Juni ist das unter Denkmalschutz stehende Gebäude eine Baustelle – nun sind die Arbeiten fast abgeschlossen. «Es fehlen noch nur Kleinig­keiten», sagt Roland Schmid, der verantwortliche Architekt. Zusammen mit verschiedenen Handwerksbetrieben aus der Region wurde aussen vom Dach bis zum Sockel alles saniert.  

Philipp Kunz von der Firma Kunz Holzbau und Dachtech in Brittnau hat mit seinem Team nicht nur einen grossen Teil des Dachs neu eingedeckt und die diversen schadhaften Holzelemente geflickt oder ersetzt, sondern auch die alten Dachritter originalgetreu nachgebaut. Der erste von drei Rittern, die ersetzt werden mussten, thront bereits wieder über der Altstadt. Ein Kran beförderte die rund 15 Kilogramm schwere Spitze zur Montage aufs Dach. Der Tradition entsprechend wurde eine Zeitkapsel in diesem Dachritter platziert. Darin befinden sich diverse Dokumente über die beteiligten Firmen, Bilder von vor der Sanierung, Beschriebe der ausgeführten Arbeiten und vieles mehr.

Die komplette Fassade, die Gewände und das gesamte Holzwerk erhielten einen neuen Anstrich. Auch die beiden Schriftzüge wurden neu platziert und durch die Firma Sutermeister wieder aufgemalt.

Mit viel Liebe zum Detail restauriert

Auch die Fenster wurden grösstenteils ersetzt – gemäss den Auflagen des Denkmalschutzes. Hier kam eine ausserregionale Firma zum Zug. Roland Schmid erklärt: «Nicht jeder Fensterbauer kann solche historischen Fenster noch herstellen. Die strengen Vorgaben der Denkmalpflege und die Sicherheitsnormen mussten umgesetzt werden.» 

Für die Farbbestimmungen wurden Proben entnommen und gemeinsam mit dem Denkmalpfleger Reto Nussbaumer ein neues Farbkonzept erstellt. Insgesamt fielen die Farbtöne ein wenig heller aus als vorher. 

Die Firma Bär Gipserei aus Zofingen war für die Sanierung der Fassadenputze zuständig. Sie entfernte den alten Putz teilweise und zog eine bis zu fünf Zentimeter dicke Schicht neu auf. Viel Interessantes kam unter der alten Putzschicht zum Vorschein, wie zum Beispiel gemauerte Fensterbögen und Holzeinlagen. Die wenigen Risse wurden geöffnet und wieder sauber geschlossen. 

Wappen leuchten in den richtigen Farben 

Der alte Handlauf beim Eingang aus Chromstahl konnte durch einen von Bernhard Bühler in Zofingen handgeschmiedeten ersetzt werden. Alle Gewände und Eckststeine im Turm aus Sandstein wurden geflickt und teilweise reprofiliert, die Eckpfeiler erhielten neue Sandsteinquader, die Naturstein­sockel und Treppentritte hat ein ausgewiesener Steinmetz aus Rothrist repariert. 

Die Wandmalerei mit Adler, die Ornamente im Bernerbogen und die Ziermalerei im Eingangsbogen wurden und werden noch durch zwei Kunstmalerinnen der Firma Ambühl & Vogelsang neu aufgemalt. Die vier Wappen erhielten nach einer heraldischen Abklärung nun die richtigen Farben in Öl. 

Das Gebäude, das sich in Privatbesitz befindet, erstrahlt in einem wundervollen neuen Gewand, das die historische Seite Zofingens betont. Die Stadt erhielt ein eindrückliches und besonderes Bijou zurück, das die Blicke auf sich zieht. 

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Vieles war am Gebäude im Argen und musste ersetzt werden.
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Die komplette Fassade, die Gewände und das gesamte Holzwerk erhielten einen neuen Anstrich.
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Der erste von drei Rittern, die ersetzt werden mussten, thront bereits wieder über der Altstadt.

Kloster gab dem Gebäude seinen Namen

Der St. Urbanhof an der Ecke Vordere Hauptgasse und Engelgasse steht unter Denkmalschutz. Das Kloster St. Urban unterhielt enge Beziehungen zu Zofingen. Seit 1254 besass es Lagerhäuser in der Stadt, in denen die Zehnten aufbewahrt wurden. 1285 erwarb das Kloster eine 20 Jahre zuvor errichtete Liegenschaft, die fortan als Verwaltungszentrum der umliegenden Lehen genutzt wurde. Selbst nachdem 1528 in Zofingen die Reformation eingeführt worden war, behielt der St. Urbanhof seine Funktion bei. Mit der Aufhebung des Klosters im Jahr 1848 ging das Gebäude in Privatbesitz über. 

Die ältesten Gebäudeteile im Kern des St. Urbanhofs stammen aus dem 13. Jahrhundert, sind aber durch verschiedene An- und Umbauten verdeckt worden. Sein heutiges Erscheinungsbild erhielt das markante Eckhaus im Wesentlichen im Jahr 1625, als der Hof überbaut und mit den aufgestockten Flügeln unter einem Dach zusammengefasst wurde. Dieses weist eine für das einstige Berner Herrschaftsgebiet typische Ründe auf. Überwiegend aus dem 18. Jahrhundert stammen die profilierten spätgotischen Stichbogenfenster. (rwi) 

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