Sie macht Weihnachtsgeschichte erlebbar

P1050737_preview.jpg
Die Krippe kann während den Öffnungszeiten der Kirche in Wikon zwischen 9 und 17 Uhr besichtigt und eingeschaltet werden. Bis 23 Uhr läuft eine Automatik weiter und man kann sie durch die Fenster betrachten. Bilder: Beatrix Bill
IMG_9632_preview.jpg
Die Weihnachtsgeschichte mit einem Engel, Maria und Josef vor der Krippe. Das Jesuskind wird am 24. Dezember hineingelegt.
IMG_9558_preview.jpg
Die israelitische Hausfrau jagt eine Maus aus der Küche.

In der katholischen Kirche von Wikon ist seit November eine Krippe mit beweglichen Figuren aufgestellt. Eigentlich ist es mehr als eine Krippe – eine ganze Krippenlandschaft tut sich vor dem Betrachter auf. Sie zeigt eine bildhafte Darstellung des Lebens vor 2000 Jahren in Bethlehem, dem überlieferten Geburtsort von Jesus. Die Menschen lebten damals in Wohnhöhlen. Das heutige Bethlehem liegt im palästinensischen Westjordanland.

23 Figuren bewegen sich auf Knopfdruck

Im Zentrum der Krippenlandschaft steht die Geburtsgeschichte Jesu mit Maria, Josef und einem Engel. Das Jesuskind fehlt. Es wird an Heiligabend in die Krippe gelegt. 23 der 17 Zentimeter grossen Figuren sind beweglich, insgesamt hat die Krippe über 60 Figuren. Man sieht beispielsweise eine Hausfrau in der Küche, die gerade eine Maus mit dem Besen verjagt. Bäcker, Töpfer, Fischer bei der Arbeit. Hirten sitzen am Feuer, einer spielt Gitarre. Es gibt unzählige, zum Teil amüsante, Details zu entdecken. Das spricht vor allem Kinder sehr an, die zurzeit in Scharen in Wikon anzutreffen sind. Wenn man auf einem Tablet vor der mit 200 Dioden beleuchteten Krippe einen Knopf drückt, fangen die Figuren an, sich zu bewegen. Das Gesamtkunstwerk ist drei Meter breit, viereinhalb Meter lang und eineinhalb Meter hoch. Fünf Männer waren nötig, um die 360 Kilo schwere Krippe bei ihrer Anlieferung aus Polen auszuladen und aufzustellen.

Leben in Bethlehem auf bildhafte Weise nahebringen

Bei der Krippe handelt es sich um ein Herzensprojekt von Pfarrer Jaroslaw Platunski, der in Wikon wohnt. «In meinem polnischen Heimatdorf Wizna gab es in meiner Kindheit eine kleine Krippe mit einem Engel, der die Flügel bewegte, an die ich mich jeweils gerne erinnerte.» Die Wikoner Krippe solle den Kindern das Leben in Bethlehem auf bildhafte Weise näherbringen. «Sie führt auf spielerische Weise zurück zu den Ursprüngen von Weihnachten», sagt Platunski.

Platunski hat lange recherchiert, wer ein solches Werk herstellen könnte. «Bewegliche Krippen sind eigentlich eine italienische Tradition aus Napoli», erklärt er. Dort wurde er aber nicht fündig. Er fand schliesslich das Künstler-Ehepaar ​Adam und Agneszka Miernik aus dem südpolnischen Wallfahrtsort Tschenstochau. Es war bereit, die Einzelanfertigung an die Hand zu nehmen. «Ich musste sie richtig überreden», erzählt der Pfarrer, «sie hatten noch nie im Leben eine so grosse Krippe kreiert.» Platunski schätzt, dass das Werk einmalig ist in der Schweiz, zumindest in dieser Grösse. Die Kosten beliefen sich auf 21 000 Franken. Möglich gemacht hat dies die Frauen- und Müttergemeinschaft Wikon. Bei der Auflösung des Vereins vermachten die Frauen der Pfarrei 10 000 Franken. 11 000 Franken hat die Kirchgemeinde beigesteuert. Kirchenratspräsident Markus Husner ist sehr angetan von der Krippe. «In der Corona-Zeit setzen wir damit ein Zeichen, das Freude bereitet.»

Weihnachtsgeschichte auf 13 Sprachen

Die Krippe ist zudem ein Gesamterlebnis: Kinder aus Reiden und Wikon haben die Weihnachtsgeschichte in vielen Sprachen auf Band gesprochen. Man kann die Geschichte auf Mundart und Hochdeutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesch hören; nur Rätoromanisch konnte niemand. Dazu kommen Albanisch, Kroatisch, Polnisch, Slowakisch, Tschechisch, Ungarisch und Vietnamesisch.

Bis zum 31. Januar ist die Krippe in der Bruder-Klausen-Kirche in Wikon aufgestellt. Dann wird sie versorgt und erst Ende 2021 wieder aufgestellt. Pfarrer Platunski wird dann nicht mehr da sein, er hat seine Stelle auf August 2021 gekündigt. «Ich werde aber sicher wieder kommen, um die Krippe auch nächstes Jahr zu sehen», verspricht er. Eine neue Stelle habe er momentan noch nicht gefunden.

 

 

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.
Keine Kommentare vorhanden
Heute auf zofingertagblatt.ch
Frage des Tages
Marktplatz
regiostellen.ch
Alberati Architekten AG
Architekt|in 60-80% / dipl. Bauleiter|in HF 80%, Mitarbeiter, Zofingen
Leiter/in Finanzen ( 100%), Mitarbeiter,
Hugo Willimann AG
Fleischfachfrau/Charcuterie, Mitarbeiter, Dagmersellen
Teilzeitselle im Stundenlohn, Mitarbeiter,
Teilzeitselle im Stundenlohn, Mitarbeiter,
Exquisina-Küchen
Schreiner-Monteur, Mitarbeiter, Gerlafingen
regioimmo.ch
Abo-Service

Normal-Abo (e-Paper/Digital inkl.)

Schnupper-Abo / Probe-Abo

Digital-Abo

Leserangebote
Partner