Nicht alle Aargauer Lokale beachten Berset-Aufruf: «Wir halten uns an Gesetze und nicht an Empfehlungen»

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Die Gastronomie durchlebt schwierige Zeiten. (Symbolbild) © Martial Trezzini / Keystone

Es sollen sich nur noch Menschen aus zwei Haushalten treffen. Dies empfiehlt Gesundheitsminister Alain Berset dringlich. Ursprünglich wollte er noch weiter gehen und aus der Empfehlung eine Anordnung machen. Mit dieser Idee scheiterte er aber offenbar im Bundesrat. So war es in verschiedenen Medien zu lesen.

Manche Kantone haben daraufhin reagiert. So hat etwa der Thurgau aus der Empfehlung eine Anordnung gemacht. Nicht so der Aargau. Wie Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati am Montag sagte, werde man im Moment keine Verschärfungen der Massnahmen anordnen, sondern abwarten. 

Die Empfehlung des Bundesrates gilt auch für Restaurants. Dort gilt bereits die Regel, dass maximal vier Personen an einem Tisch sitzen dürfen. Und nun sollen diese vier Personen auch noch aus maximal zwei Haushalten stammen. Ein gemeinsames Mittagessen von vier Freunden oder Arbeitskollegen würde es somit nicht mehr geben. Theoretisch. Denn weil die Lage für die Gastrobetriebe sowieso angespannt ist, setzen nicht alle Restaurants diese Empfehlung um.

«Ich will die Gäste nicht auch noch vergraulen»

So etwa ein eher kleineres Restaurant im Bezirk Lenzburg. Dort werden die Gäste auf die Empfehlung hingewiesen. Wenn sie sich dennoch entscheiden, essen zu gehen, können sie das. «Ich verbiete den Gästen nicht, zu kommen. Die Situation ist für uns sowieso schon schwer, da will ich nicht auch noch Gäste vergraulen. Sonst gehen sie woanders essen», sagt der Chef des Restaurants.

Weil die Empfehlung noch neu ist, habe man bisher nicht festgestellt, dass weniger Gäste kommen würden, so der Chef weiter. Er warnt aber auch: «Wir sind sowieso schon am Anschlag. Wir brauchen alle Gäste. Wenn jetzt nochmals weniger kommen, macht das die Situation nochmals schwerer für uns.»

Gleich tönt es aus einem – ebenfalls kleineren – Restaurant im Bezirk Brugg. Die dringliche Empfehlung ist hier kein Thema. Wenn die Leute wollen, können sie weiterhin zusammen essen gehen. Da nur vier Personen pro Tisch sitzen dürfen, komme es sowieso selten vor, dass Personen von mehr als zwei Haushalten zusammen essen gehen würden.

Wer Bedenken hat, kann an Zweiertische sitzen

Doch nicht nur in kleineren Restaurants tönt es so. Sondern auch im Aarauer Schützen. «Wir halten uns an Gesetze und nicht an Empfehlungen», sagt Gastgeberin Manuela Schmid. «Wenn Gäste sich entscheiden, weiter essen zu gehen, fragen wir sie nicht, aus welchen Haushalten sie stammen.» Und weiter: «Lieber haben wir Gäste und kommen finanziell gerade so durch, als dass wir keine Gäste haben und definitiv Minus machen.»

Weniger Gäste habe man bisher auch nicht gehabt, so Schmid weiter. Die Verunsicherung sei aber riesig. In solchen Fällen könne man den Gästen anbieten, aus einem Vierertisch zwei Zweiertische zu machen. Schmid betont aber auch: «Wir haben Plexiglas, halten die Abstände ein und unser Personal trägt Masken. Wir führen seit Mai Kontaktlisten unserer Gäste. Kein einziges Mal musste ich sie dem Kanton herausgeben, weil sich jemand angesteckt hatte. Bei uns zu essen ist sicher.

Gastro-Präsident: Empfehlungen sollten schon eingehalten werden

Etwas anders handhabt es das Hotel Krone in Aarburg, das von Gastro-Aargau-Präsident Bruno Lustenberger geführt wird. Stammen die Gäste aus mehr als zwei Haushalten, werden sie an Zweiertische gesetzt. «Das führt zur paradoxen Situation, dass vier Arbeitskollegen, die im Geschäft und im Auto auf dem Weg zu uns zusammen waren, nun separat sitzen müssen.» Er findet aber auch: «Diese Empfehlung sollte schon einhalten werden.»

Dass es nicht alle Restaurants tun, dafür hat er aber ebenso Verständnis. «Die Situation ist aktuell so schwierig wie noch nie. Andauernd müssen die Restaurants ihre Konzepte überarbeiten. Wir haben keine Planungssicherheit.»

Diese neuste Empfehlung sei nun, so Lustenberger, allerdings nicht ganz so einschneidend. Zwar macht auch er sich Sorgen, dass nochmals weniger Gäste kommen werden. Gravierender für die Restaurants sei aber die Massnahme, dass sich nur vier Personen an einen Tisch setzen dürfen.

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