Buchvernissage: Als Pfaffnauer über Wasserrechte stritten

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Sandra Cellarius und Josef Blum bei der Präsentation. Bild: mam
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Das Luftbild aus dem Jahr 1950 zeigt Pfaffnau von Westen. Bild: zvg

Er hat Agronomie studiert, sich mit Tiergenetik befasst, beim Kanton Luzern über Jahrzehnte die Ökologisierung der Landwirtschaft vorangetrieben, ein Beratungsunternehmen geführt, Geschichte studiert und daneben im Nebenerwerb einen Hof bewirtschaftet: Josef Blum. Und jetzt hat der 71-Jährige auch noch ein Buch geschrieben, das er gestern auf der Pfaffnauer Gemeindekanzlei zusammen mit Gemeindepräsidentin Sandra Cellarius (FDP) vorstellte. Es heisst «Pfaffnau, ein Dorf in der Frühen Neuzeit 1500 bis 1800» und zeigt wie sich der Gemeindeteil zwischen dem Mittelalter und dem Industriezeitalter entwickelt hat. «Ich bin selber in Pfaffnau auf einem kleinen landwirtschaftlichen Betrieb im Grünboden aufgewachsen», sagt Blum. Er habe in seiner Jugend noch erlebt, wie man das Korn mit der Pferdemähmaschine geschnitten und zu Garben gebunden habe. Angesichts der enormen Veränderungen in der Landwirtschaft, habe er sich gefragt, wie das Dorf früher organisiert hat, wie die Einwohner ihr Leben gestaltet haben.

Gute Quellenlage dank ehemaligem Kloster

Grundlage für Blums 150 seitiges Buch, das auf seiner Masterarbeit für die Uni Luzern aufbaut, sind Dokumente des Klosters St. Urban, das in der Neuzeit den meisten Grund in Pfaffnau besass. «Die Quellenlage ist erstaunlich gut», sagt Blum, der nachzeichnet, wie sich die Rechtsgemeinschaft des Dorfes den Anbau von genau festgelegten Ackerflächen teilte, die grossen Allmendflächen gemeinsam nutzte, und sich die Ressourcen des Waldes teilte. Er beschreibt, wie die Pfaffnauer über Wasserrechte stritten, wer das Sagen hatte und was für ihre Ernährung wichtig war.

«Mein Anliegen ist es, die Wertschätzung für unser Erbe neu zu beleben», sagt Blum. Das Erbe ist für ihn die durch Wälder eingerahmte hügelige Landschaft, welche Pfaffnau einzigartig mache. Er hoffe auch, dass es gelingen werde, den Charakter des Ortsteils Sagen zu erhalten, dessen Entstehung er in seinem Buch beschreibt. Sagen wurde im frühen 17. Jahrhundert als Taunerdorf gegründet. Die alteingesessenen Bauern vergaben damals einen Teil des Allmendlandes an Kleinbauern mit handwerklichen Fähigkeiten. Diese konnten alleine von der Landwirtschaft nicht leben, sondern mussten ihre sonstigen Kenntnisse einsetzen, weshalb in Sagen etwa Sattler, Zimmerleute und andere Teilzeitgewerbler ansässig wurden. «Offensichtlich wohne ich im richtigen Ortsteil», sagt Gemeindepräsidentin Sandra Cellarius, die Weinhändlerin ist. Der Gemeinderat sei sehr interessiert gewesen am Buchprojekt und habe das Zustandekommen finanziell unterstützt, sagte Cellarius, die sich während Blums Buchpräsentation in die Lektüre vertieft. «Ich kann als Zugewanderte in diesem Buch sehr vieles lernen.» Es sei detailreich recherchiert und eigne sich als Weihnachtsgeschenk hervorragend. «Es ist mir wirklich eine Ehre», sagt sie zum Abschied zu Blum. Klar, denn eine solch tiefschürfende Ortsgeschichte haben nur wenige Dörfer. 

Erhältlich ist die Pfaffnauer Ortsgeschichte auf der ­Gemeindekanzlei oder per E-Mail beim Autor: blum.sempach@bluewin.ch 

 

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