So reagiert die Aargauer Wirtschaft: Handelskammer wünscht Klarheit, Gewerbeverband lehnt Verschärfung ab

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«Was zurzeit passiert, ist ein Drama für viele Betriebe», so Benjamin Giezendanner. © Keystone (Jean-Christophe Bott)

Wie kommt die Neuposi­tionierung der Aargauer Regierung betreffend Corona-Massnahmen bei der Aargauer Wirtschaft an? Die AZ hat bei den beiden grossen Verbänden nachgefragt. Marianne Wildi, Präsidentin der Aargauischen Industrie- und Handelskammer (AIHK), begrüsst grundsätzlich einen landesweit ausgerollten Plan: «Ein nationaler Vorgehensplan über die nächsten Wochen mit Eskalationsstufen würde sicher zu mehr Planungssicherheit für alle führen.»

Für die aktuell diskutierten weiteren Massnahmen gelte es, den betroffenen Betrieben möglichst rasch Planungs­sicherheit und Klarheit zu geben, sagt Wildi und betont: «Aus Sicht der Wirtschaft ist es wichtig, dass bei allen geplanten Massnahmen gesundheitspolitische und gesamtwirtschaftliche Aspekte sorgfältig abgewogen werden.»

«Ein nationaler Vorgehensplan über die nächsten Wochen mit Eskalationsstufen würde sicher zu mehr Planungssicherheit für alle führen.» - Marianne Wildi Industrie- und Handelskammer

«Ein nationaler Vorgehensplan über die nächsten Wochen mit Eskalationsstufen würde sicher zu mehr Planungssicherheit für alle führen.» - Marianne Wildi Industrie- und Handelskammer © Alex Spichale

Das heisse: Gesundheit maximal schützen und dabei wirtschaftlichen Schaden minimal halten.

Die AIHK-Präsidentin und Chefin der Hypothekarbank Lenzburg nimmt auch die Bevölkerung in die Pflicht: «Für jede und jeden von uns gilt weiterhin: im privaten Umfeld alle Regeln strikte einhalten, um die weitere Verbreitung von Covid-19 zu verhindern. Das hilft der Wirtschaft am meisten.»

«Was zurzeit passiert, ist ein Drama»

Eine andere Tonalität schlägt der Aargauische Gewerbeverband an. Dessen neuer Präsident Benjamin Giezendanner sagt: «Im Gegensatz zur Aargauer Regierung hat der Gewerbeverband seine Position nicht geändert. Statt Restaurants zu schliessen, müsste man das Gegenteil machen: die Öffnungszeiten wieder ausdehnen.» Das verteile die Gäste besser und sei überlebenswichtig.

«Statt Restaurants zu schliessen, müsste man das Gegenteil machen: die Öffnungszeiten wieder ausdehnen; das verteilt die Gäste besser.» - Benjamin Giezendanner Gewerbeverband

«Statt Restaurants zu schliessen, müsste man das Gegenteil machen: die Öffnungszeiten wieder ausdehnen; das verteilt die Gäste besser.» - Benjamin Giezendanner Gewerbeverband © Chris Iseli

«Was zurzeit passiert, ist ein Drama für viele Betriebe», so der SVP-Nationalrat und Transportunternehmer. Im November und ­Dezember würden die grössten Einnahmen fürs Jahr erwirtschaftet. Der Staat werde die entgangenen Gewinne nie ausgleichen.

«Selbstverständlich sollen Restaurants die Schutzkonzepte anpassen, wenn das die Pandemie bedingt, mehr Abstand etc.», betont der Gewerbeverbandspräsident, sagt aber auch: «Es gibt keine Evidenz dafür, dass Gastrobetriebe Hotspots sind, wie Basel-­Stadt zeigt.» Die Restaurant-Schliessung dort habe nichts gebracht. Zudem zweifle er stark an der lindernden Wirkung eines Lockdown für die Intensivstationen.

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