Grossrätin Renata Siegrist: Bald mit einem Fuss in Südafrika

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Renata Siegrist wollte mit ihrem Rücktritt den Generationenwechsel in der GLP unterstützen. Bild: lbr

Nach fast acht Jahren im Amt hat Renata Siegrist Mitte Dezember ihre letzte Grossratssitzung absolviert. Zusammen mit 31 weiteren Grossräten sowie Regierungsrat Urs Hofmann wurde sie in der Umwelt-Arena in Spreitenbach verabschiedet. Es sei eine spezielle Situation gewesen, sagt sie, denn der Saal in Spreitenbach ist um einiges grösser als der altehrwürdige Saal im Grossratsgebäude inAarau. Coronabedingt sitzen die Grossräte in der Umwelt-Arena weiter auseinander und spontane Gespräche werden seltener. Trotzdem hätten nicht nur Fraktionskollegen auf Wiedersehen gesagt, sondern auch Grossräte aus anderen Parteien. «Über diese persönlichen und sehr herzlichen Verabschiedungen habe ich mich sehr gefreut», sagt Renata Siegrist.

Von der Schulpflegerin bis zur Grossratspräsidentin

23 Jahre war die Zofingerin mit südtiroler Wurzeln in einem Amt politisch tätig. Gestartet hat sie in der Schulpflege – damals noch für die FDP. Nach ihrem Parteiwechsel wurde sie für die GLP in den Einwohnerrat gewählt und später dann in den Grossen Rat. Sie habe in der GLP eine politische Heimat gefunden, in der sie sich sehr wohl fühle.

Da Renata Siegrist in der Kommission Gesundheit und Soziales die einzige Vertretung der GLP war, habe die Vorbereitung für die Sitzungen einige Zeit in Anspruch genommen. «Ich konnte mich hinter niemandem verstecken», sagt sie und fügt an: «Die Politik hat viel Platz in meinem Leben eingenommen – aber nie den ganzen.» Umso mehr freut sie sich nun, dass die anderen Punkte in ihrem Leben wieder mehr Platz bekommen. Das ist ihre Arbeit als Feldenkrais-Pädagogin, die Familie in der Schweiz und im Südtirol und natürlich das Reisen mit ihrem Mann. Eigentlich wäre das Paar schon seit einem halben Jahr in seiner zweiten Heimat Südafrika unterwegs. Geplant gewesen wäre, dass Renata Siegrist bereits im Sommer von ihrem Amt zurücktritt. Doch Corona hat diese Pläne durchkreuzt. Nun muss sich Renata Siegrist gedulden und abwarten, wann es wieder möglich sein wird, nach Südafrika zu reisen.

Präsidialjahr war geprägt von der Causa Roth

Höhepunkt in Renata Siegrists Amtszeit als Grossrätin war ihr Präsidialjahr 2019. «Das war eine grosse Ehre», sagt Siegrist, denn auf ein solches Amt könne man nicht hinplanen. Sie hat es während dieses Jahres genossen, mit ganz vielen verschiedenen Menschen aus den unterschiedlichsten Parteien und Hintergründen gute Gespräche zu führen. Das Präsidialjahr sei aber auch geprägt gewesen von der Causa Roth, erzählt Renata Siegrist. Das war für sie als Ratspräsidentin nicht immer einfach. «Ich musste mich einige Male fragen, was ich machen soll, als aus dem Departement Gesundheit und Soziales keine Geschäfte traktandiert wurden», erzählt Renata Siegrist. Darunter seien auch wichtige Geschäfte gewesen wie beispielsweise die Kostengutsprachen für die Krankenkassenvergünstigungen.

Sie engagierte sich bis zum letzten Tag als Grossrätin

Bis zum letzten Tag als Grossrätin hat sich Renata Siegrist engagiert und auch noch eine letzte Motion mitunterzeichnet: Der Kanton soll eine gesetzliche Grundlage für die ambulante Kinder- und Jugendhilfe schaffen. Behandelt wird die Motion erst im nächsten Jahr – ohne Renata Siegrist. «Das können meine Kollegen auch ohne mich», ist sie überzeugt und freut sich, dass sie mit ihrem Rücktritt auch den Generationenwechsel in ihrer Partei unterstützen kann. Die Fraktion der GLP sei nach den Wahlen im Herbst von sieben auf dreizehn Personen gewachsen. «Darum ist nun der beste Zeitpunkt gekommen für die Jungen, zu übernehmen.»

Grossrats-Serie

Wir porträtieren die abgetretenen Grossrätinnen und Grossräte des Bezirks Zofingen.

Bisher erschienen:

Regina Lehmann-Wälchli (SVP) Reitnau

Grösster Erfolg

Renata Siegrist freut sich, dass ab nächstem Jahr Frauen ab 50 Jahren ein gratis Brustscreening bekommen. Und dass das Kinderbetreuungsgesetz endlich unter Dach und Fach ist.

Grösste Niederlage

Niederlage habe sie keine erlitten, sagt Renata Siegrist. Allerdings empfindet sie es immer wieder als negativ, wenn dem Klimawandel nicht mit der nötigen Seriosität begegnet wird.

Neun Vorstösse

Neun Motionen, sechs Interpellationen, vier Postulate und einen Antrag auf Direktbeschluss hat Renata Siegrist während ihrer Zeit im Grossen Rat unterzeichnet.

Acht Dienstjahre

Renata Siegrist sass während zwei Amtsperioden für die Grünliberalen im Grossen Rat. Im Jahr 2019 präsidierte sie den Rat – sie war die erste Grossratspräsidentin der GLP.

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