Martin Lerch: Mit Gott und Pukelsheim

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Martin Lerch freut sich darauf, mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu können. Bild: zvg

Am 15. Dezember richtete Martin Lerch das letzte Mal offiziell seine Stimme an die anderen Mitglieder des Grossen Rates. Nach seinem Eintreten zum Betreuungsgesetz richtete der gläubige Roth­rister einige private Worte an seine Kolleginnen und Kollegen. Jetzt, am Ende seiner langen Amtszeit, gehe ihm das Lied «Ich wünsche mir Frieden» von Semino Rossi durch den Kopf. «Diesen Frieden aber, der von der Geburt Jesu Christi ausgeht, wünsche ich nicht nur mir, sondern auch Ihnen allen. Wir stehen ja kurz vor Weihnachten und Weihnachten wird abgehalten!»

Dass er an seiner letzten Sitzung das Eintreten zum Betreuungsgesetz lesen konnte, sei ein kleiner Erfolg für ihn, sagt der 68-Jährige. «Das Gesetz lag mir am Herzen und war ein langfristiges Projekt», fügt er an. Schade sei nur, dass die letzten Sitzungen wegen den Masken und den Abständen zwischen den Ratsmitgliedern eher unpersönlich ausfielen. Besonders der Austausch mit den Sitznachbarn sei kaum mehr möglich gewesen. «Der Kanton hat aber alles tipptopp organisiert.»

2009 hatte er kaum mit seiner Wahl gerechnet. Da es das erste Mal war, dass der doppelte Pukelsheimer – der Kleinparteien wie die EDU unterstützt – zur Anwendung kam, wusste niemand so genau, wie die Sitze am Schluss verteilt würden.

In seiner Amtszeit etablierte sich Martin Lerch als Bildungspolitiker. Er war die ganze Zeit über Mitglied der grossrätlichen Kommission im BKS. In den letzten vier Jahren war er Vizepräsident dieser Kommission. Bildungspolitisch interessiert bleibe er auch nach seiner Zeit als Grossrat, sagt Lerch. Besonders die anstehende Abschaffung der Schulpflegen beobachte er genau. Lerch war selbst 14 Jahre Mitglied, Vizepräsident und zum Ende hin Präsident der Schulpflege Rothrist. Den ersten Schritt zur Abschaffung des Gremiums – die Schaffung einer Schulleitung – fiel in seine (Vize-)Präsidentschaft. Einige Schulpfleger hätten damals schon Mühe gehabt, als das operative Geschäft wegfiel und lediglich der strategische Part bei der Schulpflege blieb, sagt er. Für ihn ist es nun wichtig, dass die Volksschule auch ohne Schulpflege stark bleibt. «Es gilt ganz klar, amerikanische Verhältnisse zu verhindern», so Martin Lerch. Denn bei einer Verschlechterung der Volksschule würden wie in den USA immer mehr Privatschulen entstehen, eine gute Bildung wäre schlussendlich nur noch den Wohlhabenden vorenthalten. «Gute Bildung soll für alle sein.» Dazu gehöre, dass ein Schulleiter, der die Schule mit dem Gemeinderat leitet – und durch den Gemeinderat angestellt wurde – sich auch getraue, eine andere Meinung als der Gemeinderat zu haben. «Quasi die Hand zu beissen, die ihn füttert.»

Der pensionierte technische Fachspezialist für Maschinenbau freut sich, nach seinem Engagement als Grossrat mehr Zeit für seine Familie zu haben. «Bei vier Söhnen und neun Enkelkindern fällt sicher immer etwas an.» Auch generell möchte sich Lerch mehr Zeit nehmen und nicht mehr unter Zeitdruck stehen. «Mal spontan den Nachbarn über den Zaun zu treffen, ein Bierchen zu nehmen und dann nicht gleich aufspringen und wegrennen zu müssen, das habe ich mir fest vorgenommen.» Als Präsident der EDU Bezirk Zofingen und Mitglied des Kantonalvorstandes bleibt er vorläufig politisch aktiv. So freut es ihn, dass sein Sitz mit Martin Bossert in Rothrist bleibt.

Grossrats-Serie

Wir porträtieren die abgetretenen Grossrätinnen und Grossräte des Bezirks Zofingen.

Mit dem Porträt über Martin Lerchbeenden wir diese Serie. Der abtretende Grossrat Herbert H. Scholl äusserte den Wunsch, auf einen Rückblick zu ver­zichten.

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