«Das Impfen ist keine Kampagne, es ist ein Pilotversuch»: Philipp Müller kritisiert Bundesrat scharf

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Der Aargauer alt Ständerat Philipp Müller (Screenshot Tele M1)

Der Aargauer Alt-Ständerat hatte sich bereits am Montag im «Blick» über die Corona-Strategie des Bundes enerviert und sprach von einem Debakel. Im TalkTäglich von TeleM1 erklärt er, wie es dazu gekommen ist: Er habe sich eigentlich nach seinem Rückzug aus der Politik aus der öffentlichen Diskussion heraushalten wollen; das sei ihm bis am letzten Sonntag gelungen. «Ich habe mich aber immer mehr gefragt, ob die Corona-Diskussion wirklich eine rein politische sein sollte. Politikerinnen und Politiker sollten sich etwas mehr zurückhalten und auf die Experten aus der Wissenschaft hören, obwohl sich diese leider auch manchmal widersprechen.»

Anstoss nimmt Müller besonders an der Impfstrategie. «Als im Sommer klar war, dass drei Impfstoffe möglicherweise eine Zulassung erhalten, hätte man bei allen Herstellern bestellen müssen.» Das habe die Schweiz zwar gemacht, räumt er ein, allerdings viel zu wenig. Es reiche nicht mal, um die ganze Bevölkerung zu impfen, andere Länder hätten ein x-faches bestellt.

Auf die Kosten angesprochen meint er: «Auch wenn wir bei allen drei Herstellern jeweils so viel Impfstoff bestellt hätten, dass man fünf bis sechs Millionen hätte impfen können, würden die Kosten nur ein Prozent davon ausmachen, was wir 2020 an Kosten wegen Corona hatten.» 

Im Aargau würden die bisher vorhandenen Impfdosen nur dazu reichen, um wenige Prozent der Risikopatienten zu versorgen. «Das ist zwar ein Anfang. Aber es ist keine Impfkampagne, sondern nur ein Pilotversuch.» Ob die bestellten Dosen, die man bis im Sommer erwarte, tatsächlich eintreffen werden, sei noch nicht sicher.

Bei der UBS ging's schneller

Müller spricht sich klar gegen einen Impfzwang aus, möchte sich aber selbst impfen lassen. Auf die Frage, ob er es befürworte, wenn beispielsweise der Eintritt in Bars nur noch gegen Vorzeigen des Impfausweises gewährt würde, antwortet Müller ausweichend: «Dazu habe ich keine Meinung. Allerdings müssen wir ja die Pandemie in den Griff bekommen, und das ist nur möglich, wenn sich ein gewisser Teil der Bevölkerung impfen lässt.»

Der Alt-Ständerat und Ex-Parteichef der FDP bringt schliesslich den Vergleich mit der UBS-Rettung: «Damals wurden innert weniger Tage, quasi übers Wochenende, 60 Milliarden für die Bewältigung der Krise investiert. Und jetzt warten wir ab, damit wir auch ja nicht zu viel Geld für den Impfstoff ausgeben.»

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