Michael Barth (54) erfüllt die Impfkriterien nicht – trotzdem bekommt er einen Termin

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Michael Barth erfüllt die Impfkriterien nicht. Er wurde gestern ohne Impfung nach Hause geschickt. © Britta Gut

Der Covid-Impfstoff ist nur begrenzt verfügbar. Deshalb können sich im Moment nur über 75-Jährige und besonders gefährdete Personen impfen lassen. Sie haben Priorität, weil in dieser Gruppe das Risiko für Komplikationen am höchsten ist.

Die ersten Impftermine waren schnell weg. Und nicht alle, die einen ergattert haben, erfüllen die Kriterien. Michael Barth zum Beispiel ist erst 54 Jahre alt. Trotzdem habe er sich im Impfzentrum des Kantonsspitals Aarau (KSA) anmelden können und eine Terminbestätigung erhalten.

Er rechnete damit, dass er kontaktiert und darauf hinweisen wird, dass man ihn nicht impfen könne, weil er zu jung sei. «Schliesslich habe ich mein richtiges Geburtsdatum angegeben und meine Kontaktdaten standen auf dem Formular», sagt er. Doch sein Telefon blieb stumm. Also beschloss er, seinen Termin wahrzunehmen.
 
«Es müsste möglich sein, das zu programmieren»

«Entweder impfen sie mich oder sie schicken mich nach Hause», sagt Barth knapp eine halbe Stunde vor dem Termin am Telefon. Ein Wegschicken werde er nicht einfach so akzeptieren. «Eine Terminbestätigung ist eine Terminbestätigung», findet er. Wohlwissend, dass er die Impfkriterien nicht erfüllt. «Aber die IT hat eine Anmeldung schliesslich ermöglicht», sagt er. Und das ist es, was ihn am meisten stört. «Es müsste doch möglich sein, das richtig zu programmieren und zu organisieren», kritisiert er.

Allerdings ist bei der Software nicht alles nach Plan gelaufen. Die vom Bund auf den 4. Januar versprochene IT-­Lösung steht den Kantonen noch nicht zur Verfügung. «Leider ist es unserem Programm, das wir nun anwenden müssen, nicht möglich, aus dem Geburtsdatum automatisch das Alter zu berechnen und dann eine Fehlermeldung zu generieren», sagt KSA-Chef-Infektiologe Christoph Fux. Die Spitäler hätten wenig zusätzliche Ressourcen und versuchten, die Probleme mit einfachen Lösungen effizient zu lösen. Neben dem Tagesgeschäft.

Barth wurde am Mittwoch nicht geimpft. Christoph Fux habe ihn nach einem Gespräch wieder nach Hause geschickt, erzählt er. Der Infektiologe hat ihm die Impfkriterien erklärt und ihn darauf hingewiesen, dass er mit seiner Anmeldung bestätigt habe, älter als 75 zu sein. Bevor er nämlich das richtige Geburtsdatum im Anmeldeformular eintrug, hatte er ein Häkchen gesetzt. Als Bestätigung dafür, dass er gelesen und akzeptiert habe, dass sich nur Personen ab 75 Jahren, die im Aargau wohnen, für die Impfung anmelden können.

Es sind Einzelfälle, die trotzdem einen Termin buchen

Dass sich Personen für die Impfung anmelden, welche die Kriterien nicht erfüllen, sei im KSA an den ersten beiden Tagen nur vereinzelt vorgekommen, sagt Fux. Er stellt fest, dass die Leute wütend sind über die geringen Chancen auf eine schnelle Impfung. «Das Hauptproblem dabei ist, dass vorgängig ungenügend kommuniziert worden ist, wie wenig Impfstoff effektiv vorhanden ist», sagt er. Trotzdem werden Patientinnen und Patienten, welche die Kriterien nicht erfüllen, nicht geimpft. «Der Impfstoff wird für den nächsten Patienten gebraucht», sagt Fux. Der aufgetaute Impfstoff könne fünf Tage im Kühlschrank bleiben. Ein Fläschchen reicht für fünf Impfdosen. Ist der Impfstoff in der Spritze aufgezogen, muss er innert sechs Stunden verimpft werden. Wenn abends einzelne Dosen überzählig sind, werden laut Fux Mitarbeitende von den Covid-­Stationen, die dem Virus den ganzen Tag ausgesetzt sind, damit geimpft.

Das Kantonsspital Baden (KSB) kontrolliert die Angaben der Impfkandidaten systematisch. Bis auf eine Ausnahme seien keine Schummeleien festgestellt worden. Das KSA wird die Liste mit den Anmeldungen für den Folgetag künftig auch auf das Alter kontrollieren und unter 75-Jährige, die sich online angemeldet haben, telefonisch kontaktieren, sagt Fux. Auf der Terminbestätigung werde neu ausserdem mit ausgedruckt, dass die Person bestätigt hat, 75 oder älter zu sein.

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