Sollen sich bereits an Corona Erkrankte doch impfen lassen? Vier Fragen, vier Antworten

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Speicheltest: Ins Röhrchen spucken ist angenehmer als ein Rachenabstrich. © Keystone

1. Sollen sich bereits am Coronavirus erkrankte Personen trotzdem impfen lassen?

Ja. Die Impfung wird auch empfohlen, wenn jemand bereits am Coronavirus erkrankt war. Allerdings erst drei Monate danach, weil man davon ausgeht, dass Infizierte mindestens drei Monate vor einer weiteren Ansteckung geschützt sind. Die genaue Dauer des Schutzes ist noch nicht ganz klar. Wichtig ist auch, dass die Impfung medizinisch auch unproblematisch ist, wenn jemand Covid-19 bereits hatte.

2. Neu sind auch Speicheltests im Einsatz. Sind diese gleichwertig mit den herkömmlichen Nasen-Rachen-Abstrichen?

Aktuell verwendete PCR-Tests, die auf Speichel basieren, sind gemäss dem BAG gleichwertig mit einer Diagnostik nach einem Nasen-Rachen-Abstrich. Eine Studie der Universität Zürich hat gezeigt, dass der angenehmere Speicheltest gleich zuverlässig ist wie der herkömmliche Abstrich. Allerdings gibt es aktuell keine validierten Schnelltests auf der Basis von Speichel, nur PCR-Tests. Die PCR-Analyse von Speichel ist bewilligten Labors vorbehalten, die Probenentnahme muss jedoch nicht notwendigerweise im Labor stattfinden.

3. Mit den beiden mutierten Stämmen B.1.1.7 (Grossbritannien) und B.1.351 (Südafrika) verbinden sich eine gute und eine schlechte Nachricht. Sie sind zwar nicht bösartiger, aber viel infektiöser. Das bedeutet mehr schwere Verläufe und mehr Tote.

Für beide Mutanten fehlen Laborversuche. Im Moment gibt es nur Mutmassungen. Für die erhöhte Infektiosität gibt es Hinweise, weil beim Spike-Protein des Virus die Region betroffen ist, welche mit dem Rezeptor an der Zelle interagiert. Epidemiologische Berechnungen deuten auf einen Wert um 50 Prozent hin. Das ist viel. Und schlimmer, als wenn das Virus um den gleichen Wert gefährlicher geworden wäre. Die Pathogenität wirkt sich jeweils nur bei einem Angesteckten aus. Ein höherer R-Wert hingegen vergrössert die Basis und zwar exponentiell. Denn jeder Angesteckte steckt seinerseits wieder mehr neue an. Das führt bereits nach wenigen Ansteckungen zu deutlich mehr Toten und schweren Verläufen.

4. Nachgedacht wird über die optimale Impfstrategie, wenn der Impfstoff knapp ist: Soll man zuerst möglichst vielen Leuten eine Dosis verpassen, also breit impfen, und dafür auf die zweite Dosis vorderhand verzichten?

Dafür spricht: Wenn wir die breite Immunität der Bevölkerung erhöhen, verlangsamen wir die Verbreitung des Virus. Im besten Fall kriegen wir die Pandemie wieder unter Kontrolle. Dagegen spricht, dass wir nicht wissen, was passiert, wenn wir nur oberflächlich impfen. Konkret: Es sind weniger Anti-Körper da, als nötig wären, um sicher eine Ansteckung zu verhindern. Unser halbstimuliertes Immunsystem braucht länger, um das Virus wieder loszuwerden, wir verbreiten es deshalb länger. In einem Antikörper-Umfeld werden Virus-Mutationen begünstigt, welche mit den Anti-Körpern gut zurechtkommen. Nicht gut fürs Impfen und die Immunität.

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