«Heli» beisst sich mit der «Futterstube» auf dem Rastplatz Knutwil durch

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Helmut Angst ist Gastgeber auf dem Rastplatz Knutwil Nord. Bild: Dominik Wunderli

Die Autoparkplätze vor dem Truck-Stop-Imbiss auf dem Autobahn-Rastplatz Knutwil Nord sind zu Dreiviertel besetzt, und auch einige Lastwagen parken vor der Bude auf der Knutwilerhöhe. Der 60-jährige Helmut Angst («Heli») hat alle Hände voll zu tun, die Leute sind hungrig.

Einige Gäste sind Stammkunden. So etwa Nati, der in Altishofen arbeitet und extra die Zusatzschlaufe über die A2 via Sursee machte, weil er Lust auf einen Burger aus dem Truck-Stop hat. «Wir kennen uns seit 20 Jahren. Ich mag Helis Menüs und seine Imbisse. Zudem liegt hier immer ein Schwätzchen drin», sagt der Mann aus Obergösgen. Der eine und andere Chauffeur drückt beim Vorbeifahren auf das Horn seines LKW, ein paar halten auf einen Kaffee oder eine Wurst an.

Auch neue Gäste treffen um die Mittagszeit auf dem Rastplatz ein. Etwa Doris, die mit einem Galliker-Sattelschlepper aus dem Tessin hochgefahren ist und sich den Tipp eines Kollegen zu Herzen nimmt. «Dein Country Cheeseburger wurde mir wärmstens empfohlen», sagt die junge Frau. Oder der ehemalige Chauffeur Andi aus Wohlen, der den Imbiss nur vom Vorbeifahren kennt. «Gesehen habe ich den Container schon oft. Heute habe ich Zeit und Lust auf einen Kaffee, darum bin ich hier», sagt der Aargauer, der die Lust auf der Strasse nach über 20 Jahren verloren hat und heute Lokführer bei der Bremgarten-Dietikon-Bahn ist.

Als Gastgeber hartes Brot gegessen

Helmut Angsts Geschichte hat ähnliche Züge wie jene des neuen Gastes. Der gelernte Gartenbauer aus Hellbühl betreibt seinen Truck-Stop-Imbiss seit 14 Jahren. Auch er fuhr 15 Jahre Lastwagen, bevor er Gastgeber auf der Knutwilerhöhe wurde. Hier lernte der aufgestellte Typ, der immer ein Tuch als Kopfbedeckung trägt, hartes Brot zu essen. «Die LKW-Fahrer und Touristen halten nicht mehr so fleissig an wie früher», sagt er. Im Dezember 2019 schloss er den Imbiss, da der Rastplatz im Rahmen des Erhaltungsprojekts A2 Reiden–Sursee umgebaut wurde. Heli fand Arbeit als Belader von Camions in der Region Luzern. Ob er seinen Imbiss wieder öffnen würde oder den sicheren Job behalten würde, wusste er damals nicht.

Die Instandstellung wurde von Februar bis Juli ausgeführt (diese Zeitung berichtete am 3. August). Es entstanden neue sanitäre Anlagen und zusätzliche Parkplätze. Auf dem Rastplatz Richtung Norden wie auch auf jenem in der Gegenrichtung wurden je vier Ladestationen für Elektrofahrzeuge installiert. In die beiden Rastplätze hat der Bund drei Millionen Franken gesteckt. Die Arbeiten auf der A2 begannen 2019 und dauern gemäss Astra bis 2022. Kosten für das Trassee Sursee–Reiden: 100 Millionen Franken. Neben der Instandsetzung des Trassees auf einer Länge von 16 Kilometern entstanden unter anderem auch Lärmschutzbauten, und es werden neue Wildtierquerungen erstellt. Auch der Autobahnanschluss Dagmersellen wird erneuert.

Am 29. November schickte Heli seinen Stammgästen und Freunden eine Nachricht: «Liebi Gäscht. De Knutwiler Imbiss esch weder för üüch do.» Die Arbeit als Belader war ein Knochenjob. Also entschloss sich Heli, die «Kafi ond Fueterstobe» wieder zu eröffnen. Wenige Tage vor dem Gastro-Lockdown. Doch er hält die Stellung. Der Truck-Stop-Imbiss ist nun halt ein Take-Away. Wie sich die Situation entwickelt, weiss der Gastgeber nicht. Vielleicht erweist sich die Situation für ihn als Chance. Die erste Zeit war zumindest vielversprechend. «Heute war ein guter Tag», sagt Heli zum Abschied. «Ich denke, ich beisse mich durch.»

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