Der Topstürmer des FC Aarau ist nur auf Durchreise

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Ihr Urteil entscheidet, für welche Spieler es in Aarau weitergeht: Sportchef Sandro Burki (links) und Trainer Stephan Keller. (Bild: Freshfocus)

Wintertransfers? Plant der FC Aarau keine, obwohl täglich Dossiers von interessanten Spielern auf dem Schreibtisch von Sportchef Sandro Burki landen. «Die Qualität der vereinslosen Spieler ist viel höher als in den vergangenen Winter-Transferperioden. Eine Folge des Spardrucks bei den Vereinen, der viele Profis arbeitslos gemacht hat», sagt er. Doch Burki und Trainer Stephan Keller wollen keine Neuzugänge tätigen, solange sich kein Schlüsselspieler verletzt oder den FCA verlässt.

Was nicht heisst, dass Burki sich mangels Arbeit in die Skiferien verabschiedet. Wie jedes Jahr beginnen im Januar die Vorbereitungen für die kommende Saison. Ein Traktandum: Die Zukunft der Spieler mit auslaufendem Vertrag, von denen der FC Aarau gleich zehn hat. Die neue Klubstrategie sieht eine nachhaltigere Personalpolitik als zuletzt vor, weshalb es nicht überraschen würde, wenn die Mehrheit auch in der Saison 2021/22 das FCA-Trikot tragen wird. Bis Ende März soll die Zukunft der Spieler mit auslaufendem Vertrag geklärt sein. Eine Auslegeordnung:

Simon Enzler:

Ende Saison wird der Goalie zum sogenannten «Free Agent», sowohl Enzlers Leihvertrag beim FC Aarau als auch jener bei seinem Stammklub FC Luzern laufen aus. Der 23-Jährige fühlt sich wohl in Aarau, passt charakterlich zum Verein, geniesst das Vertrauen des Trainers und hält bislang stark – was spricht gegen eine definitive Übernahme Enzlers durch den FCA? Aus Spielersicht ein allfälliges Angebot aus der Super League oder aus dem Ausland. Aus Klubsicht die Tatsache, dass mit Nicholas Ammeter (20), Marvin Hübel (17) und Joel Bonorand (18) drei Eigengewächse auf den Platz im Tor aspirieren – und Regionalität ist im Brügglifeld bekanntlich hoch im Kurs. Trotzdem gilt primär das Leistungsprinzip. Und das führt zur Annahme: Finden sich Enzler und der FC Aarau, dürfte er auch nächste Saison das Tor hüten.

Elsad Zverotic:

Der Captain hat es so gewollt, und auch im Sinn des FC Aarau war es, den eigentlich bis 2022 laufenden Spielervertrag des Montenegriners frühzeitig aufzulösen bzw. in einen Anschlussvertrag umzuwandeln: Reibungsloser als jene von Zverotic kann eine Profikarriere nicht enden. Umso mehr, als dass der 34-Jährige die neu geschaffene Stelle des Scouts übernehmen wird, der im In- und Ausland nach Spielerperlen tauchen soll.

Raoul Giger:

Die Gespräche über eine Vertragsverlängerung ziehen sich schon länger hin. Der FCA möchte Giger unbedingt behalten, der 23-jährige Gränicher und sein Umfeld indes liebäugeln mit dem Sprung in die Super League. Wer weiss, vielleicht gelingt dieser ja mit Aarau. Denn: Giger dürfte in Kürze nun doch einen neuen Vertrag unterschreiben.

Mats Hammerich:

Gut möglich, dass der Trainerwechsel im vergangenen Sommer Hammerichs Profikarriere gerettet hat. Stephan Kellers Vorgänger Patrick Rahmen war kein Hammerich-Fan, Keller jedoch zieht den 22-Jährigen im zentralen Mittelfeld sogar dem Captain Elsad Zverotic vor. Eine Garantie für eine Vertragsverlängerung ist Hammerichs neue Rolle indes (noch) nicht, für eine solche muss er in den kommenden Wochen weiter Überzeugungsarbeit leisten. Es gilt also: Setzt der Blondschopf im neuen Jahr seinen Steigerungslauf fort, wird Hammerich auch nächste Saison ein FCA-Spieler sein.

Liridon Balaj:

Der Kosovare hat in dieser Saison wie erhofft die nächste Stufe erklommen – vom Newcomer zur Stammkraft. Balaj kommt der Offensivfussball von Trainer Keller entgegen, im Gegenzug zahlt er das Vertrauen mit bislang vier Assists und zwei Toren (in 10 Einsätzen) zurück. Balaj hat im Vertrag eine Option auf Verlängerung bis 2022, die aktiviert wird, sofern er auch in der Rückrunde regelmässig zum Einsatz kommt. Doch FCA-Sportchef Burki will Balaj langfristig binden und ist diesbezüglich in Gesprächen mit dem Berater des 21-Jährigen. Knackpunkt ist der Umfang der Lohnerhöhung.

Filip Stojilkovic:

Stojilkovic hat dem Leihtransfer von Sion in die Challenge League nach Aarau zugestimmt, um sich hier ins Schaufenster zu stellen und um sich mit vielen Einsatzminuten die Teilnahme mit der Schweiz an der U21-EM in diesem Frühjahr zu sichern. Beide Vorhaben setzt er bislang bestens in die Tat um: Stojilkovic ist Stammspieler und kompensiert mit fünf Toren den Ausfall von Shkelzen Gashi mehr als recht. So wertvoll er für den FCA ist und so gern die Verantwortlichen ihren Topstürmer behalten würden: Durch seine guten Leistungen sinken die Chancen auf einen Verbleib des 21-Jährigen gen null. Stojilkovic will jedoch nicht zurück ins Wallis, er hofft auf Angebote aus Deutschland oder Italien. Wenn der Preis stimmt, dürfte ihn Sion-Präsident Constantin im Sommer ziehen lassen.

Petar Misic:

Würde der Kroate sein Potenzial konstant ausschöpfen – er wäre längst in eine höhere Liga gewechselt. Doch weil seine einzige Konstante die Inkonstanz ist, steht nun auch der Verbleib in Aarau auf dem Prüfstand. Beim 24-Jährigen gilt: Es liegt in seinen Füssen, in der Rückrunde die Zweifel der Verantwortlichen zu beseitigen.

Randy Schneider:

Als FCA-Trainer Stephan Keller in der vergangenen Saison hin und wieder ein Training von GC besuchte, fiel ihm Schneider auf, nun ist der 19-Jährige an Aarau ausgeliehen. In neun Teileinsätzen bewies er seine feine Technik, punkto Torgefährlichkeit und Robustheit muss er zulegen. Schneiders Vertrag bei GC läuft aus. Wie bei Hammerich und Misic gilt auch für ihn: Er hat die Chance auf einen neuen Vertrag, die er im Frühjahr nutzen muss.

Miguel Peralta:

Der 25-Jährige kuriert seine sechste schwere Knieverletzung aus (vier Kreuzbandrisse, zwei Meniskusrisse), Ziel ist die Rückkehr in den Spielbetrieb. Diese ist jedoch erst in der kommenden Saison realistisch – also nach Vertragsende. Medizinische Studien besagen leider, dass nach der Genesung Peraltas nächster Kreuzbandriss eine Frage der Zeit sei. Dieses Wissen hat in den Überlegungen der Verantwortlichen längst genauso viel Gewicht wie der Fakt, dass ein Peralta in Hochform zu den besten FCA-Spielern gehört. Der Verlauf der Rehabilitation in den kommenden Monaten wird darüber entscheiden, ob eine Vertragsverlängerung überhaupt in Frage kommt. Übrigens: Seit einigen Wochen arbeitet Peralta halbtags auf der Geschäftsstelle im Brügglifeld – das Herantasten auf eine FCA-Zukunft in anderer Funktion?

Nicolas Schindelholz:

Im vergangenen Sommer erhielt der 32-jährige Innenverteidiger die niederschmetternde Diagnose Lungenkrebs. In seinem Fall geht es nicht um die Frage, wo und wie lange noch er in Zukunft Fussball spielt, sondern darum, ob er jemals wieder gesund wird. Eine Vertragsverlängerung steht nicht zur Diskussion, der FC Aarau wird Schindelholz so lange wie nötig auf andere Art und Weise unterstützen.

Profivertrag für Abwehrtalent Binjamin Hasani

Nachdem sich Hasani in den Weihnachtsferien der Berateragentur von Ex-Nationalspieler Philipp Degen angeschlossen hat, dürfte er in den kommenden Tagen seinen ersten Profivertrag beim FC Aarau unterschreiben. Der 17-jährige Innenverteidiger bestritt die letzten vier Spiele vor der Winterpause als Ersatz für den verletzten Jérôme Thiesson von Beginn an und überzeugte – nun also die erwartete vertragliche Bindung an den FCA.

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