Ein Neuanfang für die Feuerwehr: Fabian Bircher übernimmt das Kommando

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Der neue Kommandant Fabian Bircher (35) im Feuerwehrlokal Kölliken. © Britta Gut

Per Schlag von Faust zu Faust übergab Thomas Huber letzten Oktober das Kölliker Feuerwehrkommando an Fabian Bircher. Umringt von sämtlichen Feuerwehren der Region, die zu Hubers Abschied auf den Kölliker Dorfplatz gekommen waren, signalisierte der scheidende Kommandant damit: «Du bist der Richtige für diesen Job.»

Drei Jahre lang hatten Gemeinderat und Feuerwehr Zeit, um einen neuen Kommandanten zu bestimmen. Den Zeitraum hatte Thomas Huber (58) gesetzt, nachdem ihn die Gemeinde 2017 nach dem plötzlichen Abgang von Andreas Stoller zurückgeholt hatte. Damals wurde auch ein neuer Vizekommandant ernannt: Fabian Bircher. Mit diesem Amt war Bircher, damals über zehn Jahre bei der Feuerwehr, praktisch schon in der Kronprinzenrolle für das Kommando.

Führerlos während Jahrhunderthochwasser

Die Anfrage zum Vizekommandanten sei für ihn überraschend gekommen, sagt der heute 35-Jährige. «Ich hatte mir davor noch nie Gedanken zum Vizekommando gemacht.» Zu seinem Glück und dem der Truppe hatte der Gemeinderat ihn aber durchaus im Visier. Er habe definitiv zugesagt, als er erfuhr, dass Thomas Huber sein Kommandant sein würde, sagt Bircher. 

An ihn, der die Feuerwehr von 2001 bis 2010 zum ersten Mal geführt hatte, erinnerte sich der frisch gebackene Vize nicht nur gerne zurück – er hatte ihn auch weiterhin um Rat gefragt. Etwa im Sommer zuvor, als die Feuerwehr zwischen zwei Kommandanten kurz führerlos war und die Region von einem 300-jährlichen Hochwasser heimgesucht wurde. Damals musste sich die Kölliker Truppe selbst organisieren. «Ich griff zum Telefon und rief Thomas Huber an, damit er uns zum Vorgehen beraten konnte.»

Hilflos seien sie als Feuerwehr aber auch im führungslosen Zustand nie gewesen, sagt der neue Kommandant. Für die Einsätze habe man sich ohne Probleme organisiert. Auch habe die Kameradschaft unter den Feuerwehrleuten nicht gelitten, als es Unstimmigkeiten in den oberen Rängen gab, die schliesslich zum Führungswechsel geführt hatten.

Heizöl in der Kanalisation und brennender Müll

Um eine gute Kameradschaft muss Bircher jetzt mehr denn je besorgt sein. Denn sie ist die Geheimzutat, die dafür sorgt, dass Nachwuchs kommt – und bleibt. Das actiongeladene Werbe-Video von 2015 mit dem «Obergefreiten» Metzger Sandmeier in der Hauptrolle, bescherte zwar einen Haufen Interessenten am Infotag, doch es braucht mehr, damit jemand die Feuerwehr zum Hobby macht. «Spannende Übungen und eine gute Stimmung in der Gruppe», nennt Bircher die Eckpfeiler. Als Kommandant tritt er überdies selbst in die Rolle des Beratenden. Der ein offenes Ohr hat für feuerwehrrelevante Sorgen. Und auch für andere, wie er sagt.

Die Kameraden bestimmen auch mit, wer sie führen soll. Denn trotz Vizeposten war Fabian Birchers Aufstieg nicht in Stein gemeisselt. «Wir haben mittels Umfrage eruiert, wen die Leute als neue Leiter sähen und wer selber Vize oder Kommandant werden will», so Bircher. Die Kollegen sahen ihn. Und als neuen Vizekommandanten Roland Müller.

In seiner neuen Rolle musste er auch bereits ausrücken, unter anderem wegen Heizöl in der Kanalisation oder eines brennenden Mülleimers am Bahnhof. Es sind aber auch viele Sitzungen und Augenscheine mit einem Führungsposten verbunden. Bei Überbauungen, von denen in Kölliken mehrere geplant sind, schaut die Feuerwehr in die Pläne. Die Sondermülldeponie ist als Gefahrenviertel zwar verschwunden, inzwischen ist mit dem Tiefkühllogistiker Stef aber wieder ein grossflächiges hinzugekommen.

Ein wichtiger Wechsel steht für Fabian Bircher auch im Beruf an. Einer, der ihn auch im Job zum Feuerwehrmann macht. Noch ist er Teamleiter der Elektroabteilung bei Jura Cement. Ab Februar ist er im Team des technischen Brandschutzes des Kernkraftwerks Gösgen.

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