Chef-Infektiologe Christoph Fux: «Der Rückgang der Fallzahlen beruhigt mich nur halb»

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Sorgen bereiten Christoph Fux auch die Mutationen des Coronavirus. © Britta Gut (Aarau, 13. Oktober 2020

Der Kanton hat für Mittwoch 274 neue Coronafälle gemeldet. Das sind 72 mehr als am Vortag. Im Vergleich zum Mittwoch vor einer Woche haben sich aber deutlich weniger Aargauerinnen und Aargauer mit Covid-19 angesteckt. Damals meldete der Kanton 401 neue Fälle. Im Vergleich zum Dezember ist die Zahl der täglichen Neuansteckungen im Aargau im neuen Jahr gesunken. Und auch an den Spitälern hat sich die Situation leicht entspannt: Am Mittwoch waren 152 Covid-Patientinnen und Covid-Patienten im Spital. 36 von ihnen lagen auf der Intensiv- oder Überwachungsstation.

Der Rückgang der Fallzahlen und der Hospitalisationen beruhigt Christoph Fux, Chef-Infektiologe am Kantonsspital Aarau (KSA), nur halb. «Es gibt den Spitälern etwas Luft, das Personal kann ein bisschen durchatmen und wir können gewisse verschobene Operationen endlich nachholen», sagt er.

Gleichzeitig warnt er davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. «Die Positivitätsrate ist immer noch viel zu hoch.» Möglicherweise sei sie sogar noch viel höher, weil sich vor den Festtagen viele Personen ohne Symptome haben testen lassen, damit sie verreisen oder etwas sorgloser ihre Familie treffen konnten. «Wir haben im KSA-Testzentrum am 1. Januar die Termine bewusst kurzfristig freigeschaltet, weil wir verhindern wollten, dass zu viele asymptomatische Personen zum Test kommen», sagt Fux. Tatsächlich seien an diesem Tag 35 Prozent der Tests positiv gewesen.

Sorgen bereiten Christoph Fux auch die Mutationen des Coronavirus. «Die Virusvarianten machen zwar nicht kränker und nach heutigem Wissensstand wirkt auch die Impfung», sagt er. «Aber das Virus verbreitet sich viel schneller, wie das Beispiel Wengen eindrücklich zeigt.» Deshalb begrüsst er, dass der Bundesrat die Massnahmen verschärft. «Ich habe das Gefühl, die Schweiz ist das erste Mal seit Beginn der Pandemie einen Schritt voraus», sagt er und hofft gleichzeitig, dass sich das frühe und harte Durchgreifen auszahlt und die Zahlen in der Schweiz nicht so explodieren, wie es beispielsweise in Irland passiert ist.

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