Zeit, etwas Neues anzufangen: Die Zofinger Kinderkleiderbörse ist Geschichte

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Für Corinne Giannelli und Rita Läderach war es kein einfacher Entscheid, die Kinderkleiderbörse am Thutplatz zu schliessen. Bild: lbr

Nein, leicht ist es Rita Läderach und Corinne Giannelli nicht gefallen, die Kinderkleiderbörse am Thutplatz zu schliessen. Die beiden Frauen sind das Gesicht der kleinen Börse, die gefüllt ist mit Kleidern aller Art. Im Winter etwas mehr Jacken, im Sommer etwas mehr T-Shirts. In einer Ecke hat es Spielsachen und Spiele. Wer in den Schnee möchte, findet in der Börse auch Schlitten, Skier und Helme für einen kleinen Preis. Mindestens vier Generationen sind hier ein- und ausgegangen. «Meine Mutter hat für uns hier eingekauft, ich für meine Kinder und meine Kinder nun für ihre Kinder», sagt Corinne Giannelli. Für den letzten Drittel dieser 50-jährigen Geschichte ist sie zum Team dazugestossen. Rita Läderach hat die Börse schon 20 Jahre früher von den Gründerinnen übernommen.

Wieder mehr über die eigene Zeit verfügen

Doch nun ist Schluss. Ende Februar, wenn der nächste Saisonwechsel ansteht, werden keine Frühlings- und Sommerkleider mehr angenommen. Die nicht verkauften Winterkleider gehen zurück an die Besitzerinnen und was dann noch übrig ist, wird gespendet. «Mit Corona hat das alles nichts zu tun», machen die beiden Frauen gleich klar. Vielmehr mit dem Wunsch, wieder mehr über die eigene Zeit zu verfügen und noch anstehende Projekte zu realisieren. Rita Läderach will ihre Pension geniessen. «Dann habe ich endlich wieder mehr Zeit für den Garten, für einen Spaziergang in der Natur», sagt sie. Corinne Giannelli möchte gerne eigene Projekte realisieren und wieder mehr Zeit für die Familie haben. Die beiden Frauen sind sich einig: Der Betrieb der Börse war aufwändiger, als viele dachten. Und trotzdem wird ihnen die Börse fehlen – und die Börse den Kunden. Rund 500 Konten von Verkäufern haben Rita Läderach und Corinne Giannelli geführt. Manchmal standen sich die Kunden auf den Füssen, weil es so eng war im kleinen Verkaufsladen. «Hier gingen alle sozialen Schichten ein und aus. Nicht alle mussten aufs Geld achten, viele wollten einfach Kleider wiederverwerten», sagt Rita Läderach.

Die Hoffnung, noch einmal öffnen zu dürfen

Für Rita Läderach und Corinne Giannelli war klar: Wir hören zusammen auf. In den vergangenen 18 Jahren haben sie so viele gemeinsame Stunden verbracht, dass nun nicht eine von ihnen mit einem neuen Partner von vorne beginnen will. «Und leider macht es auch keinen Sinn, ein Nachfolge-Team zu suchen», sagt Corinne Giannelli. Die Stadt Zofingen möchte den Raum künftig selber nutzen. Trotzdem sind die beiden der Stadt dankbar: Ohne diesen Raum hätte es die Kinderkleiderbörse in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Dank der fairen Miete war es möglich, kleine Preise für Kleidung und Spielwaren zu machen, den Lieferanten der Kleider einen grossen Teil des Verkaufspreises auszuzahlen und alles, was übrig blieb, zu spenden. «Wir hatten das Glück, mit der Börse nicht unseren Lebensunterhalt verdienen zu müssen», sagen die beiden Frauen. «Wir haben die Arbeit in der Börse als soziale Tätigkeit betrachtet.» Von der Schliessung der Börse betroffen sind somit auch diverse Hilfswerke, die von Kleiderspenden profitiert haben.

Nun hoffen Rita Läderach und Corinne Giannelli, dass sie ihre Börse vor Ende Februar nochmal öffnen dürfen. Damit sie noch möglichst viele Kleider verkaufen und den Kleiderlieferanten ihre Konten auszahlen können. Wenns doch nicht klappt mit der Wiederöffnung vor Ende Februar haben die beiden Frauen bereits einen Plan B: Gewisse Sachen sollen im nächsten Herbst der Brocki gespendet oder am Flohmarkt in der Altstadt zugunsten von Hilfswerken verkauft werden. Und so rückt der eigentliche Plan, wieder mehr Zeit für sich zu haben, ganz schnell in den Hintergrund.

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