Heck brach im YOU-Kreisel aus: Junger Lenker erhält Geldstrafe nach Unfall

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Das Auto, ein Audi RS3 SB quattro, erlitt Totalschaden, verletzt wurde niemand. Am Dienstag stand der Unfallverursacher vor Gericht. Bild: kpa (Archiv)

Es war an einem Sonntag im November 2019, kurz nach 15.15 Uhr, als es beim You-Kreisel in Oftringen zu einem spektakulären Unfall kam. Ein junger Italiener landete im Geländer der Fussgängerunterführung. Sein Audi RS3 SB quattro erlitt dabei Totalschaden, verletzt wurde niemand. Austretende Kühlflüssigkeit rief aber die Feuerwehr auf den Plan: Sie musste Erdreich auf einer Länge von etwa zwei Metern und 20 Zentimeter Tiefe abtragen und entsorgen. Gestern stand der junge Mann vor dem Bezirksgericht Zofingen und beteuerte immer wieder: «Ich bin nicht zu schnell gefahren. Ich bin ein guter Autofahrer, ich bin kein Raser.»

Ein Verkehrsgutachten kam zum Schluss, dass der Beschuldigte im Kreisel mit einer Geschwindigkeit von 32 bis 38 km/h unterwegs war. Dies sei innerhalb der festgelegten Geschwindigeit von 50 km/h, hielt der Anwalt des Beschuldigten fest. Das Gutachten zeigte jedoch, dass diese Geschwindigeit im Kreisel an der oberen Grenze ist. Ausserdem stellte der Gutachter fest, dass die Pneus für ihr junges Alters schon sehr stark abgenutzt waren. «Wie können Sie sich das erklären? Sind Sie sportlich gefahren?», wollte der Gerichtspräsident wissen. Der Beschuldigte konnte es sich nicht erklären. Genauso wie er sich nicht erklären konnte, wie es zum Unfall gekommen ist. Er habe gespürt, wie das Heck ausgebrochen sei, sei erschrocken, auf dem Gas geblieben, habe gegengelenkt – dann sei das Heck auf die andere Seite ausgebrochen. «Würden Sie heute in der gleichen Situation etwas anders machen?» Der Beschuldigte schüttelte den Kopf. Nein, er würde wieder so handeln. Schliesslich sei er ein guter Fahrer, habe bisher noch keine Unfälle gehabt.

Den Fahrausweis hat der Beschuldigte seit April 2017. Aufgrund einer Geschwindigkeitsübertretung war ihm der Ausweis während drei Monaten bis Ende Mai 2019 entzogen worden. Gleichzeitig wurde er auch auf Bewährung zu 30 Tagessätzen à 120 Franken verurteilt. Sechs Monate später kam es zum Unfall, weswegen er nun vor dem Bezirksgericht stand.

«Die Unfallursache ist klar: zu stark beschleunigt»

Die Staatsanwältin forderte in ihrer Anklageschrift 160 Tagessätze zu je 110 Franken, eine Busse von 200 Franken und die Bezahlung der entstandenen Kosten in der Höhe von gut 31 000 Franken. Der Anwalt forderte einen Freispruch für seinen Mandanten; seinem Mandanten werde ein rücksichtsloses Verhalten zur Last gelegt. Er sei aber nie schneller gefahren als erlaubt – von rücksichtslos könne also nicht gesprochen werden. Allenfalls habe der Beschuldigte ein falsches Fahrmanöver gemacht. «In dieser Situation würden aber auch andere genauso handeln», so der Anwalt.

Der Einzelrichter befand den Beschuldigten für schuldig. Er reduzierte aber das Strafmass von 160 Tagessätzen auf 80 Tage – erhöhte dafür aber den Satz von 110 auf 120 Franken. Hinzu kommen die Gerichtskosten. «Die Unfallursache ist gemäss dem Gutachten klar: Sie haben zu stark beschleunigt», sagte der Richter zum Beschuldigten. Sorge mache ihm, dass der Beschuldigte sage, er würde sich wieder gleich verhalten. «Sie sind über ein Trottoir gefahren, über einen Fussgängerstreifen. In der Nähe befindet sich ein Bushaltestelle. Wären Leute unterwegs gewesen, wären Sie eine Gefahr gewesen.» Neben den Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz und die Verkehrsregelordnung sprach der Richter denBeschuldigten auch der Widerhandlung gegen das Gewässerschutzgesetz schuldig. Das neue Delikt ist schwerwiegender als das alte, daher wurde die alte Strafe widerrufen und eine Gesamtstrafe gebildet. Der Weiterzug ans Obergericht steht offen.

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Bild: kpa (Archiv)
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