Eine sportliche Prinzessin muss anpassungsfähig sein

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Auf der Online-Plattform «Zwift» kämpft Melanie Maurer in virtuellen Rennen gegen Topathletinnen um Preisgeld. (Bild: zvg)

Während viele Menschen in den letzten Wochen Winterzauberbilder in den Sozialen Medien streuten, zieren Melanie Maurers Accounts Fotos aus wärmeren Gefielden. Mit dem Schweizer Rad-Nationalteam weilte die Zofinger Athletin auf Gran Canaria im Trainingslager, strampelte Kilometer ab. «Ich habe extrem viel gelernt», sagt die 32-Jährige und zählt etwa die Abfahrtstechnik auf.

Die Radcracks und ihr Staff hatten in Maspalomas aber nicht nur Sonne. Melanie Maurer zieht sonst bei Dauerregen die Rolle einer Ausfahrt auf der Strasse vor. «Ich habe im Trainingslager gemerkt, dass ich diesbezüglich eine ziemliche Prinzessin bin», sagt die gebürtige Wikonerin und lacht. Aber für Radprofis gebe es nun mal nichts ausser Velofahren. «Diese Einstellung hat mir sehr gutgetan und die Touren im Regen waren nicht so schlimm.» Dann setzt Melanie Maurer, die eigentlich aus dem Duathlon und Triathlon kommt und bei der Langdistanz-WM am Powerman Zofingen Silber zu verteidigen hätte, künftig voll auf Radsport? «Schwierig zu sagen», meint sie. Letztes Jahr sei es so gewesen, dass Radrennen eher durchgeführt wurden als Du- und Triathlons. «Ich würde es so formulieren: Ich setze auf jene Wettkämpfe, die am ehesten zur Austragung kommen.»

So kompliziert wie die Wettkampfplanung scheint die Trainingskoordination. Melanie Maurer, selbständige Sporttherapeutin, schreibt ihre Pläne selber, «weil das mehr Sinn macht, als einem Coach immer alles zu erklären, was ich wann für welche Sportart üben und feilen sollte und will.» Auf vier Wochen hinaus plant sie. «Alles andere wäre frustrierend, weil sich die Rahmenbedingungen durch Covid-19 ständig ändern.» Ihr Saisonstart steht aktuell in zwei Wochen auf dem Programm, ein Radrennen in Spanien. «Ein bisschen fit bin ich also aktuell», stapelt sie tief, «es ist speziell, wenn du nie weisst, wann du in Topform sein solltest und wann eine Aufbauphase noch o.k. ist.»

Freiräume zwischen den Radrennen und Flexibilität

Zehn Radevents im In- und Ausland füllen derzeit ihren Kalender. Melanie Maurer steht beim französischen UCI-Team Stade Rochelais Charente-Maritime Women Cycling unter Vertrag. Sie handelte mit dem Teammanager Freiräume aus, um eventuell im Mai am Powerman Zofingen oder im Herbst an den Duathlon-Mitteldistanz-EM und WM teilnehmen zu können. Ihre Triathlon-Profilizenz konnte Melanie Maurer von 2020 auf 2021 umschreiben lassen, auch hier wären also Wettbewerbe möglich. «Es geht mir wie vielen Menschen aktuell, wir müssen es vorneweg nehmen und das Beste aus der Situation machen, anpassungsfähig bleiben.» Im Wasser sei sie seit gut acht Wochen nicht mehr gewesen, da die Hallenbäder geschlossen sind.

Für die polysportive Kaderathletin heisst es, nicht nur bezüglich des Schwimmens alternative Trainings- und Wettkampfsegmente suchen. Letzten Frühling absolvierte Melanie Maurer mehrere digitale Rennen auf der virtuellen Plattform Zwift. Dabei fuhr sie daheim in ihrem «Sportzimmer» an mehreren Abenden drei 20- bis 30-minütige Rennen auf dem Indoorbike. Anders als in anderen Online-Angeboten traf sie zeitgleich sprich direkt auf Konkurrentinnen, wodurch sich eine Renndynamik entwickelte. «Das macht Spass, auch wenn es echte Fights nicht ersetzen kann.»

Dynamische virtuelle Jagd nach Preisgeld

In Kürze stehen ähnliche Formate an. «Diesmal ist es wie ein umgekehrter Duathlon, zweimal pedale ich, einmal renne ich auf dem Laufband», erklärt die mehrfache Duathlon-Schweizer-Meisterin.

Sie hofft, ähnlich erfolgreich abzuschneiden wie letzten Sommer – bei den Zwift-Rennen gibt es nämlich Preisgeld. Dieses fehlt den Profisportlern in der wettkampfarmen Corona-Zeit ansonsten als Einnahme-Quelle, ebenso wie Startgagen. «Deshalb bin ich froh, dass ich noch einen Job habe neben dem Sport», sagt die Sporttherapeutin und Athletenbetreuerin.

Der letzte Wettkampf, den Melanie Maurer bestritt, war die Rad-WM letzten September in Imola. Das Aufgebot dafür hatte sie erhalten, weil sie an den Schweizer Meisterschaften zuvor überzeugt hatte. «Es ist cool, was sich daraus entwickelt hat», findet sie. Und hofft, statt Trainingsimpressionen bald wieder mal ein Podest-Bild posten zu können. Ob nach einem Rad-, Duathlon- oder Triathlon-Rennen spielt dabei keine Rolle.

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Im Trainingslager auf Gran Canaria pedalte Melanie Maurer nicht nur bei solch guten Bedingungen. (Bild: Ramona Forchini)
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