So wahr wie die Mär, Trump habe gewonnen

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Symbolbild (AP)

Impfen oder nicht, fragen sich viele. Als Apotheker übersetze ich täglich das Fachchinesisch von Naturwissenschaften und Medizin ins Deutsch meiner Kundinnen und Kunden. Ich erachte mich als legitimiert, in dieser Frage eine Empfehlung abzugeben.

Kurz und knapp: Wer sich impfen kann und es nicht tut, handelt dumm und verantwortungslos.

Weshalb dumm?

Risiken bestehen. Meistens sind die Nebenwirkungen banal – schwere, aber behandelbare sind sehr selten. Trotzdem gibt es die mysteriösen Befürchtungen: Das Erbgut könnte sich verändern, Unfruchtbarkeit auftreten und dergleichen. Alles so realistisch wie die Mär, Donald Trump habe die Wahlen gewonnen. Das Gesamtrisiko für schwere Effekte beträgt Bruchteile von Promillen.

Demgegenüber das Risiko der Erkrankung. In Genf ist schon jede fünfte Person positiv, in der ganzen Schweiz sicher mehr als jede zwanzigste Person – bis jetzt. Das Risiko eines schweren Verlaufs oder Todes ist klein bei Jungen, wird grösser mit dem Alter, aber es besteht immer. Von Schäden an Lungen, Nieren, Blutgefässen und andern Organen weiss man bereits. Ob diese lebenslang andauern können, lässt sich nicht ausschliessen. Es ist realistisch anzunehmen, dass diese Risiken im Bereich von über einem Prozent liegen.

Wer aus Angst vor Nebenwirkungen auf die Impfung verzichtet, gleicht jemandem, der aus der Umgebung eines AKW wegzieht und in einer Lawinenschneise Wohnsitz nimmt. Also: Impfen verweigern ist dumm.

Weshalb verantwortungslos?

Wollen wir unsere Gesellschaft verkrüppeln? Bei jedem Zusammentreffen mit andern Menschen Angst haben, man komme sich zu nahe? Wollen wir jahrelang die Entwicklung unserer Kinder und Jungen im Alter zwischen drei und dreissig torpedieren? Dem ausgelaugten Spital- und Pflegepersonal die Aussicht auf Entspannung der Lage verweigern?

Nur angetönt seien die Folgen, die vor allem die Jungen tragen müssen: Verzicht auf Kontakte ausserhalb der Familie, Sport im Verein, Ausgang. Langzeitfolgen: Hunderte Existenzen zerstört, Dutzende von Milliarden Schulden angehäuft, die Entwicklung der Kinder gestört, den Lernerfolg in den Schulen verringert und Chancengleichheit aufs Spiel gesetzt.

Impfverweigerer wollen nichts dazu beitragen, solche Schäden so klein als möglich zu halten. Das ist verantwortungslos.

Also: Ärmel hoch und Arm hinhalten! Es nützt dem Einzelnen und es ist ein Dienst an der Gesellschaft.

Andreas Meder, Apotheker, Zofingen

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