Aargau ist gegen kürzere Quarantäne: «Für das Gesundheitswesen nicht tolerierbar»

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Der Aargauer Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati ist gegen kürzere Quarantänen.

Wer engen Kontakt mit einer positiv getesteten Person hatte, muss seit März 2020 zehn Tage in Quarantäne. Im letzten Herbst forderten verschiedene Wirtschaftsverbände, die Quarantäne zu verkürzen. Damit sollen unter anderem Absenzen am Arbeitsplatz reduziert werden.

Das eidgenössische Innendepartement hat den Kantonen mehrere Vorschläge unterbreitet, um diese Forderung umzusetzen. Gemäss den Unterlagen kam die Task Force des Bundes zum Schluss, dass die Quarantänedauer durch eine sogenannte Test- und Freigabestrategie verkürzt werden könnte.

Im Oktober verzichtete der Bundesrat noch auf eine Verkürzung der Kontaktquarantäne, nun schlägt das Innendepartement die Reduktion auf sieben Tage vor. Dies aber nur, sofern die Kantone in der Lage seien, die Testung Tagen durchzusetzen oder zumindest stichprobenweise zu kontrollieren.

So könne bei geringem Risiko für zusätzliche Infektionen und wenig kantonalem Zusatzaufwand ein grosser Nutzen für Personen erzielt werden, welche die Quarantäne früher beenden können, heisst es in den Unterlagen aus Bern.

Der Aargauer Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati sieht dies anders. Gemäss der Swiss National COVID-19 Science Task Force liessen sich mit einer siebentägigen Quarantäne nur 75 Prozent der möglichen Infektionen verhindern.

Dies könne eine akzeptable Lösung sein, wenn die Pandemie sehr gut kontrolliert sei, schreibt Gallati in einer Stellungnahme an die Konferenz der Gesundheitsdirektoren. Jetzt die Quarantäne zu verkürzen, würde «zu einer relevanten Fallzahlerhöhung – insbesondere im Hinblick auf die Mutationen - führen, was für das Gesundheitswesen nicht tolerierbar ist», hält er fest.

Der Kanton lehne deshalb eine Verkürzung der Quarantäne auf sieben Tage momentan grundsätzlich ab. Überdies wäre der Kanton laut Gallati auch erst in rund vier bis sechs Wochen in der Lage, die Tests nach sieben Tagen zu kontrollieren.

Am Samstag machte die AZ publik, dass der Aargau mehrfach von anderen Kantonen um Impfstoff angefragt worden ist. Der Aargauer Impfchef Andreas Obrecht sagte, man habe teilweise ausgeholfen, Nationalrätin Ruth Humbel kritisierte dies als «zuviel der Solidarität».

Nun hält der Aargauer Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati fest: «Es war nur ein Kanton, dem wir mit einer sehr geringen Menge Impsstoff kurzfristig ausgeholfen haben.» Die dem Kanton ausgeliehenen Impfdosen stammen laut Gallati aus dem für die Zweitimpfung zurückbehaltenen Teil.

«Die Versorgung der Aargauer Bevölkerung war zu keiner Zeit negativ beeinflusst», hält Gallati weiter fest. Mit der Einberechnung der Zweitimpfung in die bisher gelieferten Impfdosen folge der Kanton der Empfehlung des Bundesamtes für Gesundheit vom 31. Dezember 2020.

Die Aargauer Impfkampagne basiert laut Gallati auf zwei Pfeilern. Der erste Pfeiler besteht aus zehn mobilen Impfteams, welche die Pflegeheime versorgen. «Der zweite Pfeiler sind die Impfzentren, in denen wir bereit wären mehr Personen zu impfen, als es der verfügbare Impfstoff zurzeit zulässt», hält Gallati fest.

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