Wichtiges Zeichen für Sursee: Kantonsrat tagt in der Stadthalle

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Die Stadthalle Sursee: Die Parlamentssession findet in der Dreifachturnhalle auf 1000 Quadratmetern statt. Bild: zvg

Die Geschäftsleitung des Luzerner Kantonsrates hat im Oktober beschlossen, die Parlamentssessionen im ersten Semester 2021 in der Stadthalle Sursee abzuhalten. Die auswärtige Session ist nötig, weil im Kantonsratssaal in Luzern die Lüftungsanlage «Corona-konform» nachgerüstet werden muss. Die Messe stand wegen Veranstaltungen nicht mehr zur Verfügung.

Heute ist deshalb ein historischer Tag für Sursee, denn das Parlament tagt zum ersten Mal auf der Landschaft. «Dass das Kantonsparlament bei uns in Sursee zu Gast ist, freut mich als Stadtpräsidentin sehr», sagt Sabine Beck-Pflugshaupt auf Anfrage. Sie wird dem Parlament am Morgen in der Stadthalle eine Grussbotschaft überbringen. Es sei für die Stadt eine grosse Ehre und Anerkennung, als zweites Zentrum des Kantons Luzern das Parlament und die Regierung vor Ort begrüssen zu dürfen, sagt sie.

Stadtpräsidentin lädt ein, Sursee zu entdecken

Sie betont die Gastfreundschaft und die «hervorragenden Infrastrukturen» von Sursee, welche den wichtigen Anlass mit viel positiver Energie begleiten würden. «Auch nach getaner Arbeit ist Sursee der ideale Ort, den Tag mit einem erholsamen Spaziergang in einem der herrlichen Naherholungsgebiete abzurunden», wirbt die Stadtpräsidentin für ihre Gemeinde. Kantonsratspräsidentin Ylfete Fanaj (SP) ist in Sursee aufgewachsen und leitet die zweitägige Session. «In der Stadthalle habe ich während meiner Schulzeit viele Stunden mit Turnen verbracht und an Anlässen teilgenommen. Da kommen Emotionen hoch!», sagt sie.

Der Geschäftsleiter der Stadthalle Sursee, Christian Albisser, beschäftigte sich mit der Organisation. «Es ist eine Freude, dass das Kantonsparlament bei uns tagt. Wir sind froh, damit wieder einen Event zu haben, der stattfinden kann», sagt er. Neu seien solche Grossveranstaltungen nicht für die Stadthalle. Sie beherbergt in normalen Zeiten eine grosse Bandbreite an Events: Gemeinde- und Delegiertenversammlungen, Konzerte und Messen. Primär wird sie aber als Schul- und Vereinssporthalle genutzt.

Die Parlamentssession findet auf rund 1000 Quadratmetern in der Dreifachturnhalle mit Tribüne statt. «Es wird fast alles gleich sein wie in der Messe Luzern», sagt der Geschäftsleiter. Die Sitzordnung des Rats ist laut Angaben des Kantons eine Kopie der Anlage in der Messe Luzern. Da die Halle jedoch kleiner sei, werde die Atmosphäre intimer sein. «Wir nützen den Raum extrem aus, sodass die Mindestabstände jederzeit gewährt sind», erklärt Albisser.

Laut Corona-Schutzkonzept hat jedes der 120 Ratsmitglieder ein eigenes Pult. Wie an den zwei vorherigen Sessionen in der Messe Luzern müssen die Parlamentarier auch am Pult Gesichtsmasken tragen. Zum Mittagessen dislozieren sie in den Mehrzwecksaal. Es wird ein Einbahnsystem eingerichtet. Alle Personen gelangen über die Tribüne in den Mehrzwecksaal und über einen anderen Weg wieder zurück. «Das Mittagessen wird einfach sein und durch unser Catering-Unternehmen Gourmet Star ausgerichtet», erklärt Christian Albisser.

Zuschauer sind an der zweitägigen Session keine zugelassen. «Da die Debatte öffentlich ist, übertragen wir sie per Live­stream im Internet auf lu.ch», sagt der Luzerner Staatsschreiber Vincenz Blaser. Wann der Kantonsrat wieder nach Luzern zurückkehren kann, sei offen. «Der Umbau ist eine Herausforderung, auch bezüglich der Denkmalpflege», sagt er.

Das ZT berichtet am Dienstag und Mittwoch über die Session.

Parlamentarier der Luzerner Landschaft begrüssen die Session in Sursee

Die Kantonsräte und -rätinnen aus Sursee, dem Oberen Wiggertal und Umgebung freuen sich, dass das Parlament für einmal in ihrer Gegend tagt. Ein Vorteil: Ihr Anfahrtsweg wird kürzer. «Mein Geschäft befindet sich in Sursee und ich bin in Triengen zuhause. Also findet die Session sozusagen in meiner Heimatstadt statt», sagt FDP-Kantonsrat und Fraktionspräsident Georg Dubach. Die SP-Kantonsrätin Isabella Schwegler (SP) ist 2020 von Reiden nach Wauwil gezogen. «Wenn es keinen Schnee hat, werde ich die acht Kilometer nach Sursee mit dem Velo zurücklegen», erklärt sie. Ihre Parteikollegin Sara Muff wohnt direkt in Sursee. «Ich freue mich rüüdig, dass der Standortentscheid auf Sursee gefallen ist», sagt sie, «nicht nur, weil ich länger ausschlafen kann», fügt sie mit einem Augenzwinkern hinzu. CVP-Kantonsrätin Inge Lichtsteiner begrüsst, dass der Kantonsrat einmal aus der Stadt Luzern hinaus auf die Landschaft und zu ihrer Bevölkerung kommt. «Sursee ist doch eines der grösseren Einzugsgebiete», sagt Lichtsteiner. Sie wohnt in Egolz­wil. «Wenn es Schnee hätte, würde ich die Langlaufski nehmen, schreiben Sie das ruhig.» Schade findet sie, dass coronabedingt keine Zuschauer zugelassen sind. «Nicht, weil wir für die Galerie reden wollen, aber die Bevölkerung könnte so das Parlament kennenlernen.» Vielleicht wird dies ja später im Jahr wieder möglich sein. Der Dagmerseller FDP-Kantonsrat Philipp Bucher sagt auf Anfrage, im Kantonsratssaal in Luzern seien die Platzverhältnisse beengt gewesen. Zu eng, in der Corona-Pandemie. «Man ist eingepfercht.» In der Messe Luzern war und in Sursee sei das hoffentlich besser. Es sei ein gutes Zeichen, dass das Parlament einmal auf dem Land tage. SVP-Kantonsrat Robi Arnold aus Mehlsecken ist wegen einer Rückenoperation im Spital und musste sich entschuldigen. (ben)

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