Bourbaki-Panorama lässt Besucher zum Jubiläum Grenzen überschreiten

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Das Bourbaki-Panorama in Luzern zeigt den Grenzübertritt der Bourbaki-Armee Anfang Februar 1871. Gemalt haben das riesige Ölbild Edouard Castres und Ferdinand Hodler. Bild: Bourbaki-Museum / Vera Goldsmith
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Eine Besucherin betrachtet das Rundbild mit einem Fernrohr. Bilder: Bourbaki-Museum / kathrin schulthess fotografie
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Im Vordergrund Einblick ins Faux-Terrain, im Hintergrund ist das Rundbild zu sehen.

Das Luzerner Bourbaki-Panorama erinnert in seinem Jubiläumsjahr 2021 mit einer Sonderausstellung an den Grenzübertritt der gleichnamigen französischen Armee vor 150 Jahren. Dabei dreht sich alles um Grenzen. Das Publikum wird selber Grenzüberschreitungen erleben können.

Sonderausstellung im Mai: Veranstalter optimistisch

«Über Grenzen – Neugierde, Hoffnung, Mut» heisst der Titel der Sonderausstellung, die am 11. Mai im Ausstellungsraum unter dem berühmten Panoramabild eröffnet wird. Im Zentrum stehen Menschen, die Grenzen errichten, überschreiten oder verteidigen, wie Museumsleiterin Irène Cramm an einer Medienkonferenz zum Jubiläumsjahr erklärte.

Man sei zuversichtlich, dass die Ausstellung im aktuell geschlossenen Museum im Mai trotz der Coronapandemie öffnen könne. Den kognitiven Teil der Sonderausstellung, der aus filmischen Porträts besteht, könnte man allenfalls auch digital anbieten. Beim Erlebnisbereich, wo Besucherinnen und Besucher vor Ort Grenzerfahrungen machen können, sei dies weniger gut möglich.

Das Jubiläumsjahr steht unter dem Motto «Solidarität überschreitet Grenzen». Die Ausstellungsmacher hätten sich von der Frage leiten lassen, welches damals die folgenschwersten Handlungen gewesen seien, als zwischen dem 1. und 3. Februar 1871 kurz vor Ende des Deutsch-Französischen Kriegs die französische Ostarmee von General Bourbaki mit 87 000 Soldaten vor den deutschen Truppen in die neutrale Schweiz floh. Mit der Internierung der Franzosen, bei der sie Waffen und wegen der Rinderpest auch Fleisch abgeben mussten, stieg die Bevölkerungszahl in der Schweiz um drei Prozent, wie Historiker Patrick Deicher ausführte. Sie wurden auf 190 Gemeinden verteilt. 1700 Soldaten verstarben, die anderen kehrten nach sechs Wochen in die Heimat zurück. Der Empfang durch die Bevölkerung sei herzlich gewesen. «Die Schweiz war ein armes Land, die private Hilfsbereitschaft war gross», sagte Deicher.

1881 hielt der Maler Edouard Castres, der selber als Rotkreuz-­Helfer vor Ort gewesen war, die Szene des Grenzübertritts auf einem 14 Meter hohen und 112 Meter langen Öl-Rundbild fest und legte dabei besonderes Gewicht auf die Darstellung der humanitären Schweiz. Das Bourbaki-Panorama war geboren, für das ein eigenes Gebäude am Löwenplatz im Zentrum von Luzern errichtet wurde. Das Bild, an dem auch Ferdinand Hodler mitgemalt hatte, ist ein europäisches Kulturdenkmal. Das Bourbaki-Panorama in Luzern wird jährlich von 35 000 bis 40 000 Personen besucht. (sda)

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