Mason McTavishs erster Tag zwischen Jetlag und Gitterhelm

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Mason McTavish hinterliess bei seinem ersten EHCO-Training einen sehr guten Eindruck. (Bild: Bruno Kissling)

Die Coronapandemie macht sich derzeit unter anderem auch am Flughafen markant bemerkbar. Betritt man morgens gegen 8 Uhr die Ankunftshalle in Kloten, dann herrscht dort eine irritierende Leere. Wo sich normalerweise die Menschen tummeln, um die Passagiere der früh ankommenden Interkontinentalflüge Willkommen zu heissen, verirren sich an diesem Montagmorgen vielleicht ein Dutzend Leute. Darunter auch Lisa McTavish, die ihren Neffen Mason McTavish in Empfang nimmt. Die in Zug wohnhafte Kanadierin ist die Schwester des ehemaligen ZSC-, Rapperswil- und Zug-Söldners Dale McTavish. Dessen Sohn Mason ist in die Schweiz gereist, um endlich wieder Eishockey spielen zu können. Und zwar beim EHC Olten.

Aber wieso landet ein Spieler, der weltweit zu den zehn Besten seines Jahrgangs zählt und gute Perspektiven hat, dereinst in der besten Eishockey-Liga der Welt, der nordamerikanischen NHL, zu spielen, ausgerechnet in der Provinz der Swiss League? Corona macht’s möglich. McTavish spielt – wie übrigens der schon im November zum EHCO gestossene Brennan Othmann (18) – normalerweise in der kanadischen Juniorenliga OHL (Ontario Hockey League) bei den Peterborough Petes (Othmann bei den Flint Firebirds). Doch die hat den Meisterschaftsbetrieb noch gar nicht aufgenommen. Und daran wird sich wahrscheinlich auch nichts mehr ändern.

Im November musste er wieder umkehren

Deshalb suchte das Management für McTavish und Othmann eine Spielgelegenheit in Europa. Der EHC Olten bot für die beiden Talente sportlich die besten Perspektiven. Während Brennan Othmann bereits im Spätherbst die Reise über den Atlantik antreten durfte, musste McTavish damals beim Check-in am Flughafen in Montreal unverrichteter Dinge wieder umkehren. Er hatte weder Aufenthalts- noch Arbeitsbewilligung für die Schweiz und im Gegensatz zu Othmann auch keinen Schweizer Pass. Also musste er sich bis zu seinem 18. Geburtstag am 30. Januar gedulden, ehe er grünes Licht für seinen Wechsel nach Olten erhielt.

Nach einer gut einstündigen Fahrt vom Flughafen zu seiner Gastfamilie, wo auch Brennen Othmann untergebracht ist, wird Mason McTavish von Marc Thommen, dem VR-Präsidenten der EHC Olten AG, höchstpersönlich ins Kleinholz-Stadion chauffiert. Mit seinen Stöcken und der Hockeytasche beladen betritt McTavish zum ersten Mal die Garderobe seines neuen Klubs. Dort wird er von Trainer Fredrik Söderström, Sportchef Marc Grieder und seinen zukünftigen Mannschaftskollegen herzlich in Empfang genommen.

Teambetreuer Jan Lehmann holt den Kanadier, der als Junior eine Schweizer Lizenz gelöst hat und deshalb nicht als Ausländer gilt, zu sich in die Materialkammer. Der neue Gitterhelm muss sitzen. Mit zwei, drei Handgriffen ist alles justiert. Und McTavish damit auch bereit, etwas mehr als zwei Stunden nach seiner Landung schon am ersten Mannschaftstraining teilzunehmen.

«Ein Training nach einem siebenstündigen Flug ist ganz schön hart. Aber ich habe mich recht gut gefühlt auf dem Eis», erzählt der Mittelstürmer, dem die NHL-Talentspäher eine hohe Spielintelligenz und feine Hände attestieren, nach der gut 75 Minuten dauernden Trainingssession, während welcher er seine Klasse einige Male aufblitzen lässt. Der Höhepunkt: ein einhändiger Handgelenkschuss ins Lattenkreuz beim abschliessenden Penaltyschiessen. «Mason ist ein grosser, junger Mann, der sich gut bewegt auf dem Eis. Er hat einen sehr guten ersten Eindruck hinterlassen», zeigt sich auch Sportchef und Assistenztrainer Marc Grieder angetan von dem, was er von McTavish gesehen hat,

Wann Mason McTavish das erste Mal für den EHCO auflaufen wird, ist noch offen. «Natürlich möchte ich so schnell wie möglich spielen», sagt er nach seinem ersten Eistraining in Olten. Ob er schon am Dienstag im Aufgebot für die Partie bei den Ticino Rockets stehen wird, werden die Coaches erst am Spieltag nach dem Warm-up am Vormittag entscheiden. Dann wird man auch sehen, ob und wie ihm der Jetlag zusetzt oder eben nicht. «Ich konnte im Flugzeug immerhin ein paar Stunden schlafen», sagt McTavish, packt seinen Gitterhelm und verschwindet in die Garderobe. Jetzt ist erst einmal Durchatmen und Erholung angesagt. Sein Trikot mit der Nummer 32 ist jedenfalls bereit.

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