Der Brunnen-Tausch auf der oberen Promenade stösst nicht nur auf Begeisterung

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Noch steht der Brunnen CH91 an der Oberen Promenade. Gut zu erkennen: die wasserverteilende Kugel. Bild: kpe
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Die im Boden eingelassene Tafel weist den Brunnen als Geschenk der Berufsschule aus. Bild: kpe
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Der im Moment noch eingelagerte Scholl-Brunnen. Dieser Brunnen wird neu an der Oberen Promenade aufgestellt. Bild: zvg

Bald gibt es in der Altstadt von Zofingen einen neuen Brunnen: den Scholl-Brunnen. Diesen Brunnen haben die Angestellten von Färberei AG und Scholl AG ihrem Direktor Eugen Scholl zum 70. Geburtstag geschenkt. Das war 1965. Erst stand der Brunnen in Zofingen, später bei der Maschinenfabrik Scholl in Safenwil. Seit mehreren Jahren ist der Brunnen, den die Angehörigen von Eugen Scholl dem Museum und der Ortsbürgergemeinde Zofingen geschenkt haben, eingelagert im Bildhauer-Atelier von Fredy Scheidegger in Zofingen. Nun soll dem Brunnen neues Leben eingehaucht werden: Im Frühling wird er auf der Oberen Promenade in Zofingen aufgestellt (wir berichteten). Der bisher dort stehenden Brunnen CH91, den die Lehrlinge der Gewerbeschule gestaltet haben, wird abgerissen und eingelagert.

Lehrlingswerk, das keinen Steuerfranken gekostet hat

Nun meldet sich der Zofinger Heinz Dätwyler zu Worte. Er war damals Rektor der Gewerbeschule und gehört zu den geistigen Vätern des Brunnens CH91, der aktuell an der Oberen Promenade steht. «Der damalige Stadtammann Willy Loretan hielt in seiner Eröffnungsrede fest, dass der Brunnen zwar von moderner Art sei, sich aber ins Cachet der Altstadt und der Oberen Promenade einfüge», schreibt Heinz Dätwyler in einem Brief ans Zofinger Tagblatt. Diesem hat er die Einladung zur Übergabe des Brunnens beigelegt sowie den Bericht im Zofinger Tagblatt von diesem Anlass. Die Gästeliste dieser Einweihungsfeier liest sich wie das Who is Who der damaligen Zofinger Wirtschaftsprominenz: Unter anderem Vizedirektor und Lehrlingsinstruktor von Franke, Direktor und Ausbildungsleiter von Grapha, Geschäftsführer von G. Müller & Cie, Direktor und Lehrlingsinstruktor von Ringier. Ausserdem waren der Stadtrat, die Altstadtkommission, das Stadtbauamt und die Städtischen Werke eingeladen. «Nun plötzlich soll der Brunnen nicht mehr zu Zofingen passen», sagt Heinz Dätwyler enttäuscht und betont, dass der Bau des Brunnens CH91 damals den Steuerzahler keinen Franken gekostet habe, denn der Brunnen war ein Geschenk der Berufsschule an die Bevölkerung: «Die Lehrlinge vieler verschiedener Berufszweige haben unter Anleitung ihrer Ausbildner den Brunnen entworfen und die Arbeiten selbstständig durchgeführt.» Anlass des Brunnenbaus war das 700-Jahr-Jubiläum der Eidgenossenschaft.

Nun, nach exakt 30 Jahren, wird der Brunnen der Gewerbeschüler ersetzt. Darüber freuen sich all jene, die schon immer der Meinung waren, dass der Brunnen nicht in die Altstadt passe. Heinz Dätwyler erinnert sich zurück an die Zeit um 1991. Das Modell des Brunnens sei von der Altstadtkommission genehmigt worden. Mit keinem Wort sei damals gesagt worden, dass der Brunnen wegen seiner massigen Erscheinung wie ein Fremdkörper in der Altstadt wirke. Auch die Tatsache, dass von der wasserverteilenden Kugel nicht getrunken werden kann, sei damals kein Problem gewesen. Doch diese beiden Punkte sind nun für die Stadt ein Grund, den Brunnen zu ersetzen.

Scholl-Brunnen ist ein erhaltenswertes Kunstwerk

Bevor der Scholl-Brunnen jedoch aufgestellt werden kann, wird er vom Bildhauer Fredy Scheidegger noch überholt. Unter anderem muss der Brunnen so umgestaltet werden, dass man davon trinken kann. Das ist aufgrund der offenen Rohre im Moment aus hygienischen Gründen nicht möglich. Fredy Scheideggers Vater Edi hat den Brunnen gestaltet. Darum gehört der Brunnen laut Stadt zu den erhaltenswerten Kunstwerken Zofingens. Dagegen hat Heinz Dätwyler nichts einzuwenden. Er fragt sich nur, ob es nicht einen anderen Platz gegeben hätte, um den Scholl-Brunnen aufzustellen. «Denn am Brunnen CH91 der Gewerbeschüler haben ganz viele Menschen mitgearbeitet, die mit Sicherheit alle enttäuscht sind, wenn der Brunnen wegkommt.»

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