Impf-Widerstand: Wie viele Pflegekräfte in Altersheimen auf eine Impfung verzichten

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Diese Angestellte des Wohn-Pflegeheims Egelsee in Bergdietikon hat sich impfen lassen. Severin Bigler

m Dienstag ist es auch im Regionalen Pflegezentrum Baden so weit: Die Angestellten und die Bewohnerinnen und Bewohner können sich impfen lassen. Wie viele nehmen die Möglichkeit wahr? Während in vielen Deutschschweizer Institutionen die Impfbereitschaft beim Personal laut einer Umfrage der Tamedia-Zeitungen im Schnitt nur bei ungefähr 30 Prozent liegt, ist die Quote in Baden ungleich höher.

«Von den Angestellten werden sich über 60 Prozent impfen lassen», sagt Direktor Hans Schwendeler. «Eine hohe Quote. Bei Grippeimpfungen lassen sich jeweils nur rund 30 bis 40 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter impfen.» Warum die höhere Impfbereitschaft als anderswo? Schwendeler sagt: «Wir hatten Coronainfizierte bei uns, sowohl im Team als auch bei den Bewohnerinnen und Bewohnern.» Und er ergänzt:

«Die Angestellten haben gesehen und erlebt, welche Folgen das Coronavirus haben kann.»

Die Mehrheit schätze das Risiko von negativen Folgen einer Impfung deutlich kleiner ein als die Gefahren nach einer Infektion mit dem Virus. Der Teil der Belegschaft, der sich nicht impfen lässt, erachte es zum Beispiel als problematisch, dass es noch nicht so viele Erfahrungswerte gebe mit dem neuartigen Impfstoff; manche Frauen hätten auch Angst davor, dass der Impfstoff die Fruchtbarkeit beeinträchtigen könnte, auch wenn dies wissenschaftlich widerlegt worden ist. Bei den Bewohnerinnen und Bewohnern liegt die Impfquote «deutlich über 90 Prozent», sagt Schwendeler.

Würenlingen: Geschäftsleitung hat Impfung empfohlen

Im Alters- und Pflegeheim WirnaVita AG in Würenlingen haben Bewohnende und Angestellte vor wenigen Tagen bereits die zweite Impfung erhalten. «Bei uns haben sich rund 60 Prozent der Angestellten impfen lassen, ich würde von einer hohen Quote sprechen», sagt Geschäftsführer Martin Weissen. Die Geschäftsleitung habe im Vorfeld so transparent wie möglich über die Impfthematik informiert.

Die Pflegeverantwortlichen und die Hausärzte haben ergänzend individuell aufgeklärt, sagt Weissen. Von Seiten der Geschäftsleitung wurde die Impfung empfohlen, ebenso wurde aber auch auf die Freiwilligkeit hingewiesen. Weissen ergänzt:

«Wir sehen in der Impfung einen weiteren Meilenstein im Umgang mit der Pandemie. Wir weisen aber auch darauf hin, dass uns die Impfung noch nicht von den anderen bekannten Massnahmen entbindet.»

Bei den Bewohnerinnen und Bewohnern liege die Impfbereitschaft über 90 Prozent. Allerdings sei bei der Interpretation der Quoten Vorsicht geboten, sagt Weissen: «Persönliche und gesundheitliche Gründe sind zu akzeptieren, wenn im Moment auf eine Impfung verzichtet wird.» Jene, die sich schon mit dem Virus angesteckt hatten, sind aufgrund der vorgegebenen aktuellen Prioritäten nicht geimpft worden.

«Glücklicherweise gab es bei uns im WirnaVita bis dato bei Bewohnenden keine und bei Mitarbeitenden sehr wenig Covid-19-Erkrankungen.» In Würenlingen ist der Impfstoff von Pfizer/Biontech verabreicht worden. «Bisher gab es erfreulicherweise keinerlei Komplikationen», so der Geschäftsführer.

Tiefe Quote in Wettingen

Im Alterszentrum St.Bernhard in Wettingen haben sich zwischen 35 und 40 Prozent der insgesamt 120 Angestellten impfen lassen. Am Donnerstag fand der erste Durchgang statt. Ein möglicher Grund für die im Vergleich zu Baden oder Würenlingen tiefere Quote: Das Team in Wettingen sei verhältnismässig sehr jung, teilen die Verantwortlichen des Alterszentrums auf Anfrage mit. Weil junge Personen nicht zur Risikogruppe gehören, sei die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, womöglich tiefer.

Hinzu komme, dass im St.Bernhard viele Lernende ausgebildet werden, die noch nicht 18-jährig sind und vom Kanton nicht geimpft wurden. Von den 103 Bewohnerinnen und Bewohnern haben sich ungefähr 30 nicht impfen lassen. Einige von ihnen, die bereits im fortgeschrittenen Alter sind, hätten bewusst auf eine Impfung verzichtet.

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