Ein ganz spezieller Hauptsponsor für den FC Aarau

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Finanzielle Unterstützung für den ehemaligen Erzrivalen: FC-Wohlen-Ehrenpräsident René Meier. (Bild: Fabio Baranzini)

René Meier als Sponsor des FC Aarau? Der frühere Klubverantwortliche, Verwaltungsratspräsident und Ehrenpräsident des FC Wohlen als Geldgeber für den langjährigen Erzrivalen vom Brügglifeld? Kaum zu glauben, ist aber so! Meier greift für die Werbeaufschrift von vier Spielen auf der FCA-Brust tief ins Portemonnaie und zahlt insgesamt 10000 Franken.

Da drängen sich einige Fragen auf: Schlägt Meiers Herz plötzlich für den FC Aarau? Hat er seine Liebe zum Verein vom Brügglifeld entdeckt? Warum unterstützt Meier ausgerechnet jene Aarauer finanziell, die er mit seinem FC Wohlen auf und neben dem Spielfeld jahrelang bekämpft hat? Was steckt hinter dieser Aktion?

«Es ist ganz einfach», sagt René Meier. «Ich unterstütze den FC Aarau, weil er der einzig verbliebene Profiklub im Aargau ist. Es ist klar, dass die Aarauer wegen Corona und ohne Zuschauereinnahmen mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben. Und dazu suchen sie einen Hauptsponsor: Weil Letzteres momentan äusserst schwierig, ja beinahe unmöglich ist, finde ich die Idee mit dem Sponsoring und der Werbeaufschrift auf den Trikots für jeweils vier Spiele sehr gut.»

Angesprochen auf die Frage, warum ausgerechnet er als früherer Präsident des Kantonsrivalen FC Wohlen die Aarauer mit einer Finanzspritze von 10000 Franken unterstützt, entgegnet Meier: «Natürlich waren der FC Aarau und der FC Wohlen während Jahren Konkurrenten. Aber das ist lange her. Das war einmal. Das interessiert keinen mehr. Für mich ist klar, dass man alles tun muss, um den Klub zu erhalten. Es geht nicht um Rivalität. Es geht auch nicht um Werbung für meine Kanzlei. Es geht nur um meine persönliche Hilfe und um meine Sympathie für den FC Aarau.»

Interessant: Auf die Idee, den FC Aarau zu unterstützen, kam René Meier durch den FC-Aarau-Talk, der jeweils am Donnerstag auf dem Onlineportal der «Aargauer Zeitung» und auf dem regionalen TV-Sender Tele M1 ausgestrahlt wird. «Ich schaue mir den FCA-Talk regelmässig an», sagt Meier, «kürzlich diskutierte man dort über das vom FC Aarau ins Leben gerufene Sponsoring-Paket für jeweils vier Spiele. Ich fand das von Anfang an eine gute Idee und nahm Kontakt mit FCA-Sportchef Sandro Burki auf, den ich seit Jahren kenne und schätze. So kam der Ball ins Rollen.» Als Logo auf der FCA-Brust wählt Meier ganz simpel den Buchstaben «M», er will das Engagement nicht als Werbeaktion für seine Kanzlei verstanden haben, sondern als Unterstützung durch die Privatperson René Meier.

Mit dem Meier-«M» wird der FC Aarau die Heimspiele gegen Wil (13. März) und Schaffhausen (Anfang April) und die Auswärtsspiele in Zürich gegen GC (19. März) und in Neuenburg gegen Xamax (Mitte April) bestreiten.

Nach drei Jahren Ruhe positive Schlagzeilen

Dass René Meier als Sponsor des FC Aarau einsteigt, ist einerseits eine gute Sache, kommt anderseits überraschend. Überraschend deshalb, weil er von Ende der 1980er-Jahre bis 2018 die Nummer eins in den Reihen des Kantonsrivalen FC Wohlen war. Er war während mehr als drei Jahrzehnten die dominante Figur, hatte das Sagen und bei heiklen Entscheidungen immer das letzte Wort. Unter seiner Regie schafften die Freiämter 2002 den Aufstieg in die Nationalliga B. Nach dem freiwilligen Abstieg aus der Challenge League der ersten Mannschaft und dem Rücktritt von allen Ämtern ist es in den vergangenen drei Jahren ruhig um seine Person geworden. Nun sorgt Meier mit einer Finanzspritze in fünfstelliger Höhe für den FC Aarau wieder einmal für Schlagzeilen. Für positive Schlagzeilen!

Klar ist, dass der FC Aarau die Finanzspritze wegen Corona und den fehlenden Zuschauereinnahmen gut gebrauchen kann. Auf Seiten der Aarauer zieht man vor René Meier den Hut. «Dass Herr Meier eines der fünf Pakete für je vier FCA-Spiele sponsert, finde ich super und cool», sagt Präsident Philipp Bonorand. «Es ist eine schöne Geste des langjährigen Präsidenten des FC Wohlen. Eine Geste, über die ich mich riesig freue.»

Transfertriple zwischen dem FC Aarau und dem FC Chiasso

«Mickael Almeida ist beste Spieler seit 15 Jahren, den ich im Brügglifeld gesehen habe.» Der Satz stammt aus dem Sommer 2018, gesagt hat ihn der langjährige Reporter Ruedi Kuhn. Die Anfangseuphorie sollte sich nur teilweise bestätigen: Almeida deutete zwar sein Talent an, erzielte im November 2018 beim 3:2 gegen Chiasso das Siegtor und somit einen der wichtigsten Treffer jener Saison – der Sieg war der Startschuss der Aufholjagd vom Tabellenende bis in die Barrage. Doch insgesamt verlief die Ausleihe des hochgelobten Talents vom FC Sion zum FCA unbefriedigend, die Schlussphase der Saison 2018/19 verbrachte er gar nicht mehr im Kreis der Mannschaft. Beim Barrage-Rückspiel gegen Xamax war Almeida, obwohl damals noch immer in Aarau unter Vertrag, nicht im Brügglifeld: Stattdessen schaute er sich in Madrid das Champions- League-Finale zwischen Liverpool und Tottenham an. Kurz zuvor hatte er den damaligen FCA-Trainer Patrick Rahmen in einem emotionalen Gespräch um die Freistellung gebeten – er brauche Abstand und sei dem Druck nicht gewachsen.

Die Zeit seit Sommer 2019 verbrachte Almeida (22) beim FC Chiasso, wo Trainer Raineri seit Anfang dieses Jahres auf seine Dienste verzichtet. Die Gelegenheit für den FC Aarau, mit der Rückholaktion dem Stürmer eine zweite Chance zu geben und gleichzeitig die Personalnot im Sturm zu lindern.

Ebenfalls aus Chiasso stösst Linksverteidiger Bastien Conus zum FC Aarau. Im Gegensatz zu Almeida, der nur ausgeliehen wird, unterschrieb der 23-Jährige im Brügglifeld einen Vertrag bis 2023. Den umgekehrten Weg geht leihweise bis Ende Saison Verteidiger Stevan Lujic (18): Das FCA-Eigengewächs soll in Chiasso zu mehr Spielpraxis kommen.

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