Der FC Aarau auf rasanter Achterbahnfahrt

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Gegen Lausanne-Ouchy braucht der FCA (links Aratore) dringend den ersten Sieg im Jahr 2021. (Bild: Freshfocus)

Wäre die Challenge League ein Rummelplatz, der FC Aarau wäre die grosse Attraktion: runter, hoch, runter, hoch, runter. Achterbahn-Fans kämen voll auf ihre Kosten. In Zahlen: Der FC Aarau blieb in den ersten zwei Saisonspielen punktlos. Es folgten vier Spiele mit zehn Punkten, an die sich die nächste Baisse mit einem Punkt aus drei Spielen reihte. Die anschliessenden sechs Spiele mündeten in 16 Punkten, ehe die nächste Resultatkrise kam: ein Punkt in den vier Spielen seit Jahresbeginn.

28 Punkte hat die Mannschaft von Trainer Stephan Keller bislang geholt. 26 davon in zehn Spielen – von den restlichen neun Spielen verlor Aarau sieben. Anders gesagt: In den Phasen ohne Niederlage gewann der FCA annähernd die Maximalpunktzahl, während in Phasen ohne Sieg praktisch jedes Spiel verloren ging.

Die neuste Baisse hat zur Folge, dass der Kontakt zum Tabellenthron verloren ist: Mit zwei Zählern Rückstand auf Leader GC hat der FCA überwintert, nach dem verlorenen Direktduell am Dienstag (1:2) beträgt die Differenz bereits 14 Zähler. Andererseits: Ein Sieg heute gegen Stade Lausanne-Ouchy – und Aarau würde mit einem Spiel weniger als die Konkurrenz wieder am Barrageplatz schnuppern.

Was sind die Gründe für die rasante Achterbahnfahrt?

Jugend spielt sexy, lässt es aber an Konstanz vermissen

Es war eines der Ziele des Neustarts auf diese Saison hin: Der FC Aarau soll jünger werden. Dies wurde erreicht. Vergangene Saison hatte Aarau den zweithöchsten Altersschnitt aller eingesetzten Spieler (25,8) – heuer sind mit GC, Kriens, Wil und Chiasso nur vier Teams jünger. Alle liegen, abgesehen vom finanziell in einer eigenen Liga spielenden GC, in der Tabelle hinter Aarau. Heisst: Mit einer jungen Mannschaft lässt sich wie im Fall des FC Aarau optisch hochattraktiver Fussball spielen – für Resultatkonstanz indes scheint Routine eine ebenso wichtige Zutat.

Chancenwucher wegen Defensivschwäche verheerend

Obwohl der FCA in den vier Spielen seit Jahresbeginn nur drei Mal getroffen hat, stellt er mit 34 Toren die zweitbeste Offensive hinter GC (36). Jedoch: Die Defensivprobleme der vergangenen Saison sind noch da. 31 Gegentore sind Rang 3 in der unrühmlichen Bestenliste – alle Mannschaften in der oberen Tabellenhälfte haben deutlich weniger Gegentore erhalten. Im Offensivsystem von Trainer Stephan Keller ist eine gewisse defensive Anfälligkeit einberechnet – diese Rechnung geht jedoch nur auf, wenn man vorne effizient seine vielen Chancen verwertet. Und in dieser Disziplin hat der FC Aarau in den resultatmässig schwachen Phasen auf verheerende Art und Weise gesündigt.

Zu viele Niederlagen gegen Direktkonkurrenten

Jede Niederlage wirft einen zurück – doch verlorene Spiele gegen Direktkonkurrenten wiegen doppelt schwer: Fünf seiner bislang sieben Niederlagen hat der FCA gegen Direktkonkurrenten um einen vorderen Tabellenplatz kassiert (2-mal GC, Thun, Winterthur, Schaffhausen) – indes gab es gegen Teams aus der Spitzengruppe nur drei Siege.

Wie gut verkraftet der FC Aarau das Fehlen von Jäckle?

Statistisch gesehen muss sich Trainer Stephan Keller keine Sorgen machen: Als Olivier Jäckle am 12. Spieltag schon einmal gesperrt fehlte, gewann der FCA 4:2 gegen Xamax. Trotzdem: Kein Ausfall eines Feldspielers verändert die Mannschaft so sehr wie jener von Jäckle. Der 28-Jährige ist im Keller-System der wichtigste Mann, Scharnier zwischen Angriff und Verteidigung, unbestrittener und von allen Teamkollegen anerkannter Führungsspieler und Captain, wenn Elsad Zverotic von Keller wie in den vergangenen zwei Partien auf die Bank beordert wird. Apropos Zverotic (34): Rückt er gegen Stade Lausanne-Ouchy für den gesperrten Jäckle ins Team? Oder entscheidet sich Keller für die Jugend in Person des 17-Jährigen Silvan Schwegler? Letzterer wäre eine mutige Wahl – Schwegler würde zusammen mit dem 23-jährigen Mats Hammerich das wohl jüngste zentrale FCA-Mittelfeld seit Menschengedenken bilden.

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