Aargauer FDP-Grossrat Schoop fordert Rücktritt von Bundesrat Alain Berset

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Adrian Schoop (FDP) findet, dass Alain Berset zurücktreten sollte. Britta Gut

Am Mittwoch verkündeten die Bundesräte Guy Parmelin (SVP), Alain Berset (SP) und Ueli Maurer (SVP) wie es mit dem Lockdown in der Schweiz weitergehen soll. Die Magistraten zeichneten dabei einen gestaffelten Öffnungsplan auf, der mit leichten Lockerungsmassnahmen am 1. März beginnen soll. Im Vier-Wochen-Rhythmus soll es dann mit umfangreicheren Lockerungen weitergehen.

Bis Herr und Frau Schweizer aber wieder im Restaurant speisen oder den Klängen Beethovens im Opernhaus lauschen können, wird es noch längere Zeit dauern. Zu ungewiss und zu instabil sei die Lage im Land wegen der sich immer stärker verbreitenden Mutationen, erklärte Bundesrat Alain Berset an der Medienkonferenz.

Für den Aargauer Grossrat Adrian Schoop (FDP) ist das Vorgehen des Bundesrats planlos, zu langsam und «typisch Alain Berset». Er vergleicht das Corona-Management des Bundesrates für die Schweiz und ihre 8,6 Millionen Einwohner mit der Führung eines Privatunternehmens und erklärt, dass ihm bei solch einem planlosen und unentschlossenen Führungsstil schon längst alle Mitarbeiter davongelaufen wären.

Schoop empfehle Bundesrat Berset daher, seinen eigenen Rat zu befolgen und von nun an nicht mehr ins Büro zu gehen: «Bleiben Sie zu Hause, Herr Berset, und treten Sie zurück». Zudem verfasste Schoop einen offenen Brief an den Bundesrat, indem er fordert, die Gastrobetriebe ab März sofort wieder zu öffnen und den Lockdown zu beenden. Im Brief schreibt Schoop jedoch nicht, wer die Verantwortung für eine dritte Welle und das massenhafte Sterben von alten Menschen übernehmen wird.

Inhalt des Briefes sei nicht einmal das Papier wert

Schoops Forderungen kommen – kaum überraschend – nicht überall gut an. Für Cedric Wermuth, Aargauer Nationalrat und Co-Präsident der SP, seien diese Forderungen weltfremd. Zudem weist er darauf hin, dass die bürgerlichen Parteien, also SVP, FDP und Die Mitte, im Bundesrat gegenüber den Linken die Mehrheit hätten und so die Lockdown-Strategie des Bundesrats mittragen würden. Der Inhalt von Schoops Brief sei daher nicht einmal das Papier wert, auf dem es geschrieben wurde, so Wermuth.

Im Moment hätte die Landesregierung wichtigere Aufgaben, als sich mit solchen «Kindergarten-Forderungen» herumzuschlagen, ergänzt Wermuth an die Adresse von Schoop. Dieser ist jedoch nicht der einzige, der Kritik gegenüber dem SP-Bundesrat äussert. Aus den Reihen der SVP werden Unmutsbekundungen immer lauter. Partei-Aushängeschilder wie Christoph Blocher oder Thomas Aeschi erklärten, dass Berset zurücktreten solle und dass dieser mit seiner Corona-Politik die Schweiz in eine Diktatur verwandle.

Warten auf eine Antwort – falls sie dann kommt

Dieser Entwicklung stellten sich am Mittwoch die SVP Bundesräte Maurer und Parmelin entschieden entgegen. Sie stärkten ihrem Bundesrats-Kollegen Alain Berset den Rücken und bekräftigten, dass das gesamte Gremium voll hinter den Corona-Massnahmen und der Lockdown-Strategie stehe und diese auch unterstütze – über die Parteigrenzen hinaus.

Trotz der vom Bundesrat demonstrierten Einheit schickt Schoop seinen Brief mit seinen Sofort-Lockerungs-Forderungen nun nach Bern und wartet auf eine Antwort. Ob er eine erhält, ist jedoch fraglich und ungewiss – wie so vieles in der Corona-Pandemie.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Schoop, junge FDP, FDP

pcsteiner
schrieb am 19.02.2021 14:45
Einen solchen Stuss, wie Schoop hier rauslässt, ist schon lange der gute Ton der jungen FDP. Man gehe mal auf Twitter und suche nach "Voser". Da stehen einem die Haare zu Berge, wie da "politisiert" wird. Kein Wunder, bringt die FDP bei den Wahlen nichts mehr zu Stand.

Unsympathisch

Rahel Häfeli
schrieb am 19.02.2021 13:42
Herr Schoop, sie sind mir gaaaanz gehörig unsympathisch!

Hoffe auf einen Lotto-Sechser

Forelle
schrieb am 19.02.2021 13:21
Für Grossrat Adrian Schoop (FDP) ist das Vorgehen des Bundesrats also planlos, zu langsam und «typisch Alain Berset». Ich finde das eine unglaubliche Frechheit von diesem MÖCHTE-gern-PARTEISPRECHER. Mit solchen Typen gräbt sich die FDP ihr eigenes Grab. Haben denn Jungpolitiker keinen Mentor oder Coach? – Ich werde heute noch meinen Lottoschein abgeben; bei einem grossen Gewinn offeriere ich dem jungen Mann einen Marsflug einfach ... So gehts einfach nicht Herr Schopp. Wo bleibt Ihr Respekt?

Relevanz

Marc Forgeron
schrieb am 19.02.2021 12:18
Je geringer die Relevanz einer Person, desto grösser die Klappe.

Verantwortung

Peter Belger
schrieb am 19.02.2021 08:54
Herrn Schoop würde ich nie irgend eine Verantwortung übergeben. Wer solche Sachen sagt, kann selbst keine Verantwortung tragen. Ausserdem hat er wohl noch keinen Corona Patienten selbst gesehen oder war nicht selbst betroffen, sonst würde er sowas nicht mal denken. Leider muss ich jetzt nach der SVP auch die FDP von meiner Liste der zu wählenden Parteien streichen - definitiv !

Grossrat ?

Ruedu
schrieb am 19.02.2021 08:32
Herr Schoop, nur Grossrat und schon eine Grosse Klappe ! Könnten Sie die Verantwortung übernehmen, ich denke nicht ! Sie sollten Zurücktreten.
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